Kirchensanierung kostet zwei Millionen Euro

Bietigheim (ser) – Der Bietigheimer Rat hat in seiner jüngsten Sitzung den Sanierungsarbeiten am Bietigheimer Wahrzeichen Alte Kirche zugestimmt. Die Maßnahmen belaufen sich auf zwei Millionen Euro.

Die Alte Kirche, das Wahrzeichen von Bietigheim, bedarf nach einem Sturmschaden dringend einer umfassenden Dachstuhlsanierung. Foto: Heiner Wirbser

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Die Alte Kirche, das Wahrzeichen von Bietigheim, bedarf nach einem Sturmschaden dringend einer umfassenden Dachstuhlsanierung. Foto: Heiner Wirbser

Von Heiner Wirbser

„Der Dachstuhl der Alten Kirche ist prinzipiell sanierbar“, lautete die gute Nachricht von Architekt Andreas Fritz für den Bietigheimer Gemeinderat am Dienstagabend. Über die sukzessive Sanierung der beschädigten Holzteile könne der Dachstuhl des Bietigheimer Wahrzeichens Stück für Stück wieder in seinen tragfähigen Ursprungszustand geführt werden, fasste er das Ergebnis der Voruntersuchungen zusammen. Kostenpunkt: Rund zwei Millionen Euro. Hart getroffen wurde das Wahrzeichen der Hardtgemeinde vom Sturm am 6. August 2019. Das Dach der Kirche wurde dabei teilweise abgedeckt, es gab große Schäden und es bestand Einsturzgefahr (wir berichteten). Bei den not-wendigen Reparaturen wurde festgestellt, dass die Bausubstanz unterm Dach sehr stark angegriffen war, sodass die Standsicherheit des Dachstuhls fraglich war. Für ein finales Sanierungskonzept des im Jahr 1750 im Barockstil erbauten Kirchenschiffs und des aus der Zeit um 1150 stammenden Turms waren umfangreiche Untersuchungen, von Baukonstruktion und Statik notwendig. Die Kosten dafür sind ebenso wie Kosten für erforderliche Notsicherungsmaßnahmen und Sturmreparaturen in den zwei Millionen Euro enthalten. Wie Bürgermeister Constantin Braun berichtete, habe man für die Sanierung des Dachstuhls bei der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH und dem Regierungspräsidium Karlsruhe abgeklärt, ob eine Förderung über das Sanierungsgebiet „Alter Ortskern“ möglich sei, was zwischenzeitlich auch zugestanden wurde. Gefördert wird die geplante Sanierung, die auch mit dem Denkmalamt abgestimmt ist, mit rund einer Million Euro. Zudem hat die Gemeinde bereits im Januar Mittel aus dem Ausgleichsstock beantragt. Gerechnet wird mit weiteren 200.000 Euro, war vom Verwaltungschef zu hören. Trotz der immensen Kosten gab es für das Ratsgremium keine Zweifel: Das Wahrzeichen der Hardtgemeinde, die Alte Kirche, muss erhalten bleiben. Jörg Monschau (SPD) schlug vor, über eine Spendenaktion auch die Bevölkerung an der Renovierung zu beteiligen. Dabei dachte er auch an den Verkauf von alten Holzbalken aus der Kirche. Diese Idee wurde von den Ratskollegen sehr begrüßt. Letztlich beschloss der Gemeinderat einstimmig die vorgestellte Vorgehensweise zur Sanierung und beauftragte das Architekturbüro Andreas Fritz mit der Architektenleistung zum angebotenen Honorar von rund 269.500 Euro. Der Tagesordnungspunkt zur Umstellung der Heizungsanlage von derzeit stromgespeister Nachtspeicheranlage auf eine Luftwasser-Wärmepumpe wurde vertagt. Man will erst noch weitere Detailfragen zur Variante Wärmepumpe im Vergleich zur Variante Gas-Brennwert-Heizung abklären.

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Erstellt:
25. März 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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