Im Landratsamt mehren sich Anzeigen im Zuge der Corona-Verordnung

Rastatt (red) – Die Stadt Rastatt zieht eine positive Bilanz des zurückliegenden Frühlingswochenendes: „Die große Mehrheit der Rastatter hält sich an die Corona-Verordnung“, teilt die städtische Pressestelle nach entsprechenden Kontrollen von Stadt und Polizei mit. Auf dem Schreibtisch der Bußgeldstelle im Landratsamt mehren sich unterdessen die Anzeigen wegen Missachtung der Verordnung des Landes.

Das Landratsamt zieht eine positive Wochenend-Bilanz in Rastatt. Foto: Denker/Archiv

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Das Landratsamt zieht eine positive Wochenend-Bilanz in Rastatt. Foto: Denker/Archiv

36 dieser Art sind bislang in der Behörde eingegangen, und es werden täglich mehr, berichtet die Pressestelle. 34 Vergehen wurden bereits mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren verfolgt. Überwiegend sind es Verstöße gegen das Versammlungsverbot. Mit einem Bußgeld von 250 Euro und mehr müssen die Betroffenen rechnen. In gleicher Höhe werden auch Reiseverbote aus dem Elsass bestraft. Ein Gastronom, der sich nicht an die angeordnete Schließung seines Lokals hielt, musste 2500 Euro bezahlen, und der Besitzer einer Spielothek hat nach einer wiederholten Missachtung eine Geldstrafe von insgesamt 5000 Euro erhalten, so die Mitteilung.

„Verstöße gegen die Corona-Verordnung sind keine Kavaliersdelikte“, sagt Sébastien Oser, der unter anderem für den Bereich öffentliche Ordnung im Landratsamt verantwortlich ist. Angesichts der Dringlichkeit und der Bedeutung der Einhaltung der Corona-Verordnung reagiere die Behörde schnell und mit hohen Strafen. In der Pressemitteilung erinnert das Landratsamt daran, dass „nur durch einen weitestgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens und der Einhaltung der strengen Verhaltensregeln“ die Pandemie einzudämmen sei. Uneinsichtige würden den Prozess stören und letztlich Menschenleben gefährden.

„Bei allem Verständnis für den Freiheitsdrang jedes Menschen und den Verlockungen gerade bei frühlingshafter Witterung ist Disziplin und Geduld oberstes Gebot“, so Landrat Toni Huber. Er appelliert an die Bürger, auch während der Osterfeiertage im Sinne der Gesundheit die Regeln zu beachten und Nächstenliebe und soziale Fürsorge durch die unvermeidliche Distanz zum Ausdruck zu bringen.

Doppelstreifen im Stadtgebiet unterwegs

In der Barockstadt hält sich offenbar die Mehrheit daran. Strahlender Sonnenschein und Temperaturen an die 20 Grad haben am Wochenende in Rastatt viele Bürger ins Freie gelockt. Raus ins Grüne zu gehen, ist auch in Corona-Zeiten erlaubt, vorausgesetzt die Abstandsregelung von mindestens anderthalb Metern wird eingehalten und man ist nur höchstens zu zweit oder mit Familienmitgliedern aus demselben Haushalt unterwegs.

Insgesamt seien am Wochenende in Rastatt insgesamt sechs Verstöße gegen die Verordnung bei der Polizei angezeigt worden, darunter teils Verstöße gegen das Aufenthaltsverbot im privaten und auch im öffentlichen Bereich, so Christian Junger, Leiter des Bereichs Ordnungsangelegenheiten, der im steten Kontakt zum Rastatter Revier steht. Auch der städtische Kommunale Ordnungsdienst war mit zwei Doppelstreifen unterwegs. Vereinzelt seien die Mitarbeiter auf Gruppen mit mehr als zwei Personen gestoßen. Im Nachhinein habe sich dann aber herausgestellt, dass es sich um Familien handelte, wie Bernd Münster erläutert, der Leiter der städtischen Bußgeldstelle.

Bei den Kontrollen unterstützt wird der Kommunale Ordnungsdienst auch von der Jugendförderung, der Gemeinwesenarbeit und der Schulsozialarbeit, die insbesondere Spiel- und Bolzplätze und öffentliche Grünanlagen wie das Tapis Vert oder die Pagodenburganlage ins Visier nehmen. Auch dort sei es vereinzelt zu Verstößen gekommen. Nach einer Belehrung durch die städtischen Mitarbeiter habe sich der überwiegende Teil der Gruppen aber einsichtig gezeigt. Großen Zuspruch, sowohl bei Besuchern als auch bei den Marktbeschickern selbst, erfahre der private Sicherheitsdienst, der nun seit einer Woche auf dem Rastatter Wochenmarkt unterwegs ist und auf die Abstandsregel und das Kontaktverbot achtet. Die Stadt will vorerst bis Ende April daran festhalten.

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Erstellt:
7. April 2020, 16:00 Uhr
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