Hoher Krankenstand im Landkreis

Rastatt (red) - Der Krankenstand ist im Landkreis Rastatt nach einer AOK-Erhebung landesweit am zweithöchsten. Am stärksten schlugen im vergangenen Jahr Skelett- und Muskelbeschwerden zu Buche.

Vor allem Skelett- und Muskelprobleme führen zu vielen Fehltagen. Foto: Patrick Pleul/dpa

© dpa-avis

Vor allem Skelett- und Muskelprobleme führen zu vielen Fehltagen. Foto: Patrick Pleul/dpa

11,9 Tage betrug im vergangenen Jahr die durchschnittliche Dauer pro Krankschreibung im Landkreis Rastatt, teilt die Krankenkasse AOK mit. Diesen Wert, der landesweit nur von Lörrach mit 12,2 Tagen getoppt wird, teilt sich der Kreis mit dem Landkreis Karlsruhe. Laut dem AOK-Report liegt die Krankheitsdauer in Baden-Württemberg ansonsten pro Fall im Schnitt bei 10,6 Kalendertagen.

Der Krankenstand im Landkreis liegt bei 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent), landesweit bei 5,2 Prozent. „Mit dem Krankenstand wird der Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Fehltage im Kalenderjahr angegeben“, erläutert Christian Bikowski. „Dass der Krankenstand hier im Landkreis Rastatt eher hoch liegt, dürfte der Demografie geschuldet sein“, vermutet der Koordinator für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Mittlerer Oberrhein. „Denn der Krankenstand steigt ganz klar mit dem Alter an. Und im ländlichen Bereich arbeiten und wohnen mehr ältere Menschen.“

Ältere und körperlich belastete Personen besonders betroffen

Die vier Krankheitsarten mit den höchsten Anteilen an allen Krankheitsfällen im Landkreis waren Atemwegserkrankungen (23,2 Prozent), Muskel- und Skeletterkrankungen (17,2 Prozent), Erkrankungen der Verdauungsorgane (7,1 Prozent) und Verletzungen (6,5 Prozent). Setzt man die Krankheitsarten jedoch in Relation mit den jeweiligen Gesamt-Fehlzeiten, ergibt sich eine neue Rangfolge: „Muskel- und Skeletterkrankungen führen zu 24,2 Prozent aller Fehltage“, schlüsselt Bikowski auf. „Atemwegserkrankungen und psychische Erkrankungen teilen sich hier den zweiten Platz mit jeweils 11,2 Prozent dicht gefolgt von Verletzungen (10,6 Prozent).“ Betroffen seien vor allem Beschäftigte mit körperlich stark belastenden Tätigkeiten und ältere Menschen.

Psychische Probleme nehmen weiter zu

„Die Fehltage bei psychischen Erkrankungen haben 2019 erneut zugelegt“, beobachtet Bikowski. „2006 konnten wir in der Region Mittlerer Oberrhein 8,8 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage auf psychische Leiden zurückführen. Danach stiegen die Zahlen erst mal an. In den vergangenen vier Jahren stagnierte der Aufwärtstrend, der jetzt wieder zulegt – im Landkreis Rastatt liegen wir nun bei 11,2 Prozent.“ Die meisten Fälle seien von kurzer Dauer. „67,4 Prozent aller Krankschreibungen umfassen maximal sieben Tage“, entnimmt Bikowski der Statistik für den Landkreis Rastatt. „Nur bei 4,4 Prozent aller Krankmeldungen handelt es sich um Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen. Diese allerdings verursachen 43,6 Prozent aller krankheitsbedingten Fehlzeiten.“


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.