Dauereinsatz in Elchesheim-Illingen

Elchesheim-Illingen (fuv) – In Elchesheim-Illingen sind Hilfskräfte im Dauereinsatz, um den Ort vor Wasser zu schützen. Grund ist ein Defekt in der Damm-Baustelle, dessen Reparatur bisher misslang.

Ein Getreidefeld bei Elchesheim-Illingen steht mittlerweile unter Wasser. Foto: Frank Vetter

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Ein Getreidefeld bei Elchesheim-Illingen steht mittlerweile unter Wasser. Foto: Frank Vetter

Von Frank Vetter

Während die Region am Samstagabend einer Entspannung der Hochwasserlage entgegenblickte, gerieten die ehrenamtlichen Helfer in Elchesheim-Illingen unter Stress. Im Bereich der Baustelle zur Hochwasserdammertüchtigung hatte sich die Abdeckung eines Betonabwasserrohrs verschoben, die Oberflächenentwässerung Illingens war dadurch gefährdet.

Schadstelle Samstagabend entdeckt


Gegen 18.30 Uhr am Samstag entdeckte eine Dammkontrolle die Schadstelle, an der Wasser aus dem 800-Millimeter-Rohr sprudelte. Normalerweise wird das Oberflächenwasser vom Schöpfwerk am Ortsende in der Rheinstraße über das rund 300 Meter lange Betonrohr durch den Damm in den Altrhein geleitet. Dies war nun nicht mehr möglich. Das nicht abfließende Oberflächenwasser hatte bereits um die Baustelle einen See gebildet, der Ort drohte in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Fünf Millionen Liter Wasser in Rhein gepumpt


„Es trat der Alarm- und Einsatzplan in Kraft“, erläutert Manuel Haubrich, stellvertretender Kommandant und Pressesprecher der Elchesheim-Illinger Feuerwehr, im BT-Gespräch. Vertreter des Regierungspräsidiums, der Gemeinde, der Feuerwehr und der Damm-Baufirma berieten sich vor Ort und gegen 20 Uhr startete dann eine aufwendige Reparaturvorbereitung. Dazu wurden Kräfte des Technischen Hilfswerks aus Rastatt und Baden-Baden und des DRK-Ortsvereins Bietigheim/Elchesheim-Illingen angefordert. Zunächst baute die Baufirma einen Notdamm. Dazu wurden rund 400 Kubikmeter Material (rund 30 Lkw-Ladungen) herangefahren, aufgeschüttet und verdichtet. Dann begannen die Floriansjünger, mit drei Pumpen das Wasser durch Schläuche über den Damm in den Altrhein zu pumpen. Deren Förderleistung von 4.300 Litern pro Minute reichte jedoch nicht aus, die Kollegen aus Durmersheim halfen mit ihrem Gerät aus. Bis gestern Mittag wurden so rund fünf Millionen Liter Wasser in den Rhein gepumpt. Auch die Würmersheimer Wehr beteiligte sich an dem Einsatz, die Steinmauerner Feuerwehr übernahm die Dammkontrollen, wie Haubrich betonte.

Erneute Reparatur am Abend


Für die Reparatur musste das Schöpfwerk abgeschaltet werden. Eine Pumpe des kurstädtischen THW sorgte für die Ableitung des Wassers über eine eigens verlegte Schlauchleitung in den Altrhein. Als diese funktionierte, ging es rasch voran. Nach dem Abpumpen der Schadstelle wurde die Schachtabdeckung mit einem Bagger angehoben und wieder mit dem Betonrohr dicht verbunden und abschließend beschwert. Doch als das Schöpfwerk wieder angeschaltet wurde, drückte das vom Rhein rücklaufende Wasser derart in das Abflussrohr zurück, dass es die Abdeckung erneut nach oben hob, berichtete Haubrich am späten Nachmittag auf BT-Nachfrage.

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Erstellt:
18. Juli 2021, 16:37 Uhr
Aktualisiert:
18. Juli 2021, 20:01 Uhr
Lesedauer:
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