Bühne frei für die iPad-Magie

Rastatt (kba) – Er zapft Bier aus dem iPad und lässt das Publikum staunen: Digitalmagier Simon Pierro überzeugte im Rastatter Mercedes-Kundencenter.

Entfesselungskünstler: Zwei Kraftpakete aus dem Publikum haben den Digitalmagier ganz ordentlich verzurrt.  Foto: Bausch

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Entfesselungskünstler: Zwei Kraftpakete aus dem Publikum haben den Digitalmagier ganz ordentlich verzurrt. Foto: Bausch

Von Kerstin Bausch

Der Digitalmagier Simon Pierro stellte in einem abendfüllenden Programm im ausverkauften Mercedes-Kundencenter die Welt der digitalen Möglichkeiten auf den Kopf. Mit einer Melange aus technischer Raffinesse, Originalität und klassischer Zauberkunst ließ er das Publikum staunen. Unter den rund 800 Gästen waren auch viele junge Fans – bereits ab dem Kindergartenalter.

Haben Sie auch schon mal zu jemand im Video-Call gesagt: „Wir könnten mal wieder was zusammen trinken?“ Falls es der Digitalmagier Simon Pierro gewesen wäre, hätte es sein können, er steckte noch gleich während des Anrufs seinen Trinkhalm zu dem Ihren ins Glas. Geht nicht? War aber so am Samstagabend. Nur beim Nachschenken mit Milch gab es noch ein paar Probleme. „Nach jeder Show habe ich einen Freund weniger“, meinte Pierro zu seinem Freund auf dem iPad, dem er gerade Milch über den Kopf gekippt hatte.

Rund zwei Stunden lang verblüffte und amüsierte Pierro sein Publikum mit einem Feuerwerk der Zauberkunst, mal digital mit iPad, mal analog mit Zeitung oder Wählscheibentelefon, und auch mit Klassikern der Zauberkunst oder Zitaten berühmter Vorbilder. Die Klassiker waren je nachdem dann auch schon wieder multimedial umgesetzt oder begleitet von Youtube-Einspielern seiner Zauberkunststückchen draußen im Leben.

Programm wird im Detail vorbereitet

Doch was so leichtfüßig spontan daherkam, ist oft gerade jener Präzision und dem Perfektionismus geschuldet, mit dem Simon Pierro ein derartiges Programm im Voraus angeht. „Da ich kein festes Tourprogramm habe, arrangiere ich immer wieder neu“, erzählt er. Vor einem Event wie dem in Rastatt komme es vor, dass er tagelang immer wieder auf dem Papier jedes Detail durchgehe, bis alles hundertprozentig passe, um dann, wenn er auf die Bühne gehe, einfach alles loszulassen. Wird schon gut gehen. Ging supergut in Rastatt!

Anstatt großer Tourneen absolvierte Pierro, der bereits zu Schulzeiten zauberte, in der Vergangenheit immer wieder Engagements rund um den Globus, manche davon in großen Shows mit Tausenden von Zuschauern. Immer wieder trat er auch im Fernsehen auf, unter anderem in Deutschland bei „Stern TV“ und in den USA bei „The Ellen DeGeneres Show“. Von seinem Youtube-Channel ganz zu schweigen, mit dem er als iPad-Magier über 100 Millionen Klicks erreichte.

Und nun also Rastatt. Am Samstag sorgten zwei Assistenten sowie ein Kameramann und Techniker dafür, dass Requisiten die Überraschungsmomente und emotionalen Höhepunkte in der rasanten Show perfekt im Bild und auf ihrem Platz waren. Zum genauer Hinschauen bis in die hinteren Reihen wurde die Show live als Großbild auf der Bühne übertragen.

Zauberlehrling Pepper unterstützt den Meister

„Nach Rastatt komme ich besonders gerne“, versicherte der Wahl-Münchner, der 2003 bereits im Kundencenter auftrat. Denn es ist quasi ein Heimspiel für den gebürtigen Ettlinger, der im Publikum dann auch schnell bekannte Gesichter entdeckte und begrüßte. Nicht nur denen zeigte er dann erst mal, wie ein echter Münchner aus dem iPad Bier zapft und versicherte dabei: „Den Hahn dazu kriegen Sie im Apple Store. Sie müssen ihn halt extra kaufen.“ Immer wieder ließ sich der Zauberer dabei direkt auf die Finger schauen und holte dafür vielfach Unterstützung aus dem Publikum. Gerne auch von ganz hinten im Saal. Der Bühnengast mit dem weitesten Weg, war bereits mit ihm mitgekommen: Es war Pepper, der 1,20 Meter kleine Roboter aus Japan, der als Zauberlehrling den großen Meister unterstützte.

Ein heimlicher Star war am Samstag leider nur per Youtube-Film zugegen: die Affendame Jenny (oder war es doch Mona?) aus dem Schwabenpark in Stuttgart, die bei Pierros Erdnusstrick fast ins iPad gebissen hätte.

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Erstellt:
27. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

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