Ziel: Erhöhung des Kurzarbeitergelds

Gaggenau (red) – Wenn in diesen Tagen in einigen Betrieben die Produktion in eingeschränktem Maß wieder hochläuft, dann werden diese Maßnahmen und Erfahrungen zur „Blaupause“ für viele andere Betriebe werden. Darauf weist Claudia Peter hin, die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau.

Dass Kurzarbeit in den bisher betroffenen Unternehmen bestand haben wird, davon geht die Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau aus. Symbolfoto: Karmann/dpa

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Dass Kurzarbeit in den bisher betroffenen Unternehmen bestand haben wird, davon geht die Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau aus. Symbolfoto: Karmann/dpa

Die IG Metall engagiere sich an dieser Stelle auf politischer Ebene an der konkreten Umgestaltung. So hat Udo Roth, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Mercedes-Benz in Gaggenau, an den Empfehlungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz des Bundesarbeitsministeriums mitgearbeitet. Diese wurde am Donnerstag veröffentlicht (wir berichteten). „Für uns hat der Gesundheitsschutz oberste Priorität. Unser Motto ist: ,Gesund ins Werk und gesund wieder raus‘“, wird Roth in der Mitteilung zitiert: „Wir haben flächendeckende Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt und zahlreiche Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Beteiligt daran waren die Fachbereiche, der Technische Service, der Arbeitsschutz und der Betriebsrat. Alle haben dabei einen tollen Job gemacht.“

Ab dem heutigen Montag werden weitere Einzelhandelsgeschäfte geöffnet haben. Hier sieht die IG Metall Gaggenau die Betriebe, aber auch jeden Einzelnen in der Pflicht, die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, um dieses „Stückchen Normalität“ auch dauerhaft aufrecht erhalten zu können. Schließlich, so Claudia Peter, „werden wir mit den seit nun vier Wochen eingeübten Verhaltensregeln noch lange unser Leben gestalten müssen, um uns und andere zu schützen“.

„Auch die Arbeitgeber bangen“


Die Kurzarbeit werde in den bisher betroffenen Unternehmen Bestand haben. Die allermeisten Beschäftigten in den Betrieben des Wirkungsbereichs der IG Metall Gaggenau würden sich weiterhin in „Kurzarbeit Null“ befinden. Aus Sicht der Gewerkschaft sind jedoch weitere Veränderungen der bisherigen gesetzlichen Standards notwendig. „Hier geht es zum Beispiel um die Höhe des Kurzarbeitergeldes. Die IG Metall ist aktuell mit der Politik im Gespräch, um die Zahlung von 60 beziehungsweise 67 Prozent des Einkommens zu erhöhen“, erläutert Peter. Denn aus vielen Gesprächen mit Beschäftigten sei deutlich geworden, dass diese Zahlung sehr knapp sei, um das alltägliche Leben bestreiten zu können. „Wir hatten bisher in keiner Krise die Situation, dass Menschen über einen längeren Zeitraum in ,Kurzarbeit Null‘ sind.“ Doch sei dies für viele Beschäftigte eine existenzielle Frage.

Während in vielen tarifgebundenen Betrieben die Beschäftigten eine betriebliche Aufzahlung auf das Kurzarbeitsgeld erhalten, gingen Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Betrieben hierzu leer aus und müssten allein von 60 beziehungsweise 67 Prozent Kurzarbeitsgeld leben, erläutert Peter. „Aber auch die Arbeitgeber bangen um ihre wirtschaftliche Stabilität“, gibt die Bevollmächtigte zu bedenken. Die Agentur für Arbeit habe viele Beschäftigte umqualifiziert, damit die Masse von Kurzarbeitsanträgen bewältigt werden könne. „Für die Betriebe stellt sich jedoch schnell die Frage, wie schnell das Kurzarbeitsgeld ausgezahlt werden kann, für das die Arbeitgeber gegenüber den Beschäftigten in Vorleistung gehen.“ Nach Peters Informationen werde ein Zeitraum von zehn Arbeitstagen avisiert.

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Erstellt:
20. April 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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