Welle der Hilfsbereitschaft läuft durchs Tal

Murgtal (red) – Im Zuge der Corona-Pandemie gründen sich in allen Murgtal-Gemeinden Initiativen, die Bürger unterstützen und ihre Hilfe beim Einkaufen anbieten.

Kontaktloses Einkaufen ermöglichen die vielen Hilfsinitiativen, die sich im Murgtal gegründet haben. Foto: Juch

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Kontaktloses Einkaufen ermöglichen die vielen Hilfsinitiativen, die sich im Murgtal gegründet haben. Foto: Juch

Von Stephan Juch, Hartmut Metz, Markus Mack ...

Die dynamische Entwicklung rund um das neuartige Coronavirus hat im ganzen Murgtal eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Fast überall haben sich Gruppen oder Einzel-Initiativen von vorwiegend jüngeren Bürgerinnen und Bürgern gebildet, die allen von der Gesundheitsgefahr stärker betroffenen Personen in ihren jeweiligen Gemeinden mit Einkaufs- und Besorgungsdiensten helfen wollen. Die BT-Redaktion gibt im Folgenden einen Überblick.

So hat sich zum Beispiel die Initiative „#gernsbachhältzusammen“ jetzt mit einen offenen Brief an alle Gernsbacher sowie die Einwohner der Nachbargemeinde Weisenbach gewandt. „Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, denn es geht um die Gesundheit und das Leben unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger“, erklärt Jan Rahner, einer der Initiatoren der ehrenamtlich aktiven Gruppe. Ihr gehören derzeit rund 20 Mitstreiter an, die sich überwiegend per Whatsapp und Facebook organisieren.

„Wir leben die Solidarität in unseren Gemeinden

In dem offenen Brief steht Folgendes: „Liebe Gernsbacherinnen und Gernsbacher, liebe Freunde und Nachbarn in Reichental, Lautenbach, Hilpertsau, Obertsrot, Scheuern, Staufenberg, der Kernstadt und unserer Nachbargemeinde Weisenbach, die Entwicklung rund um das neuartige Coronavirus stellt uns alle vor eine nie da gewesene Herausforderung. In Zeiten von Ängsten und Sorgen rund um die eigene Gesundheit und das allgemeine Zusammenleben ist es wichtig, nicht nur an sich zu denken, sondern sich gemeinsam der Herausforderung zu stellen und Solidarität zu leben. Viele Bürgerinnen und Bürger, viele von Ihnen persönlich sind aufgrund der Gesundheitsgefahr in ihrem Handlungsspielraum massiv eingeschränkt. Wenn Sie aufgrund ihres Alters oder sonstiger Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören, wollen wir Ihnen in diesen Zeiten zur Seite stehen und verhindern, dass Sie sich einem unnötigen Risiko aussetzen müssen.

Brauchen Sie Unterstützung bei Einkäufen? Benötigen Sie Medikamente oder andere wichtige Dinge für ihren Alltag? Mit der Initiative „#gernsbachhältzusammen“ bringen wir Ihnen ganz einfach Lebensmittel oder andere Besorgungen nach Hause, ohne dass Sie sich der erhöhten Ansteckungsgefahr außer Haus aussetzen müssen.

Scheuen Sie sich bitte nicht uns zu kontaktieren! E-Mail: gernsbachhaeltzusammen@ gmx.de, (01 57) 70 25 20 75 oder (01 72) 8 83 46 33. Diese Hilfe ist für uns selbstverständlich und für Sie selbstverständlich kostenlos. Wollen Sie sich selbst der Initiative anschließen und in irgendeiner Form mithelfen, melden Sie sich einfach bei uns. Zeigen wir, dass unsere Gesellschaft in schwierigen Zeiten zusammenhält, leben wir die Solidarität in unseren Gemeinden!“

15 000 Flyer in Gaggenau verteilt

Auch in Weisenbach selbst hat sich eine Gruppe von derzeit rund zehn freiwilligen Helfern gebildet, die ihre Mitbürger unterstützen wollen. Das berichtet Hauptamtsleiter Walter Wörner. Mitglieder des Gemeinderats, aus Vereinen und junge Bürger engagieren sich, die Koordination läuft über die Verwaltung unter (0 72 24) 91 83 15. Weitere Helfer können sich dort gerne melden.

In Loffenau bietet die Nachbarschaftshilfe ihre Dienste an. In Geschäften hat sie Helferlisten ausgehängt, in der sich Loffenauer schon „in großer Zahl“ eingetragen haben, wie Bürgermeister Markus Burger berichtet. „Problem“ sei allerdings, dass sich „keine Personen melden, die sich helfen lassen wollen“. Das Ortsoberhaupt appelliert daher an die „Risikogruppe“ der durch das Coronavirus besonders gesundheitlich gefährdeten Senioren, das Angebot von Einkäufen und ähnlichem zu nutzen. Ansprechpartner bei der Gemeinde ist bezüglich der Nachbarschaftshilfe Theo Braun. Er ist unter (0 70 83) 92 33-28 zu erreichen.

In Forbach gibt es eine Initiative, die für hilfsbedürftige Bürger Besorgungen übernimmt. Zahlreiche Bürger haen ihre Hilfe angeboten. Im Bedarfsfall können sich die Forbacher bei den folgenden Personen melden, die den Einkauf übernehmen oder die Hilfe koordinieren.

Fabian Ruckenbrod, (01 76) 72 52 30 43, E-Mail: fabian.ruckenbrod@gmx.net

Denny Krug, (01 52) 22 91 72 18, E-Mail: denny. krug@gmx.de

Nico Merkel: (01 57) 34 40 87 32, E-Mail nicohsg 199807@gmail.com.

Groß ist die Unterstützung auch in der Großen Kreisstadt Gaggenau. In der Facebook-Gruppe „Nachbarschaftshilfe Gaggenau“ haben sich auf Initiative von Anke Fichtler zahlreiche Helfer zusammengeschlossen und bereits 15 000 Flyer in der Kernstadt und den Stadtteilen verteilt. Die Facebookgruppe hat aktuell knapp 700 Mitglieder – Tendenz steigend.

Fichtler hatte bis jetzt rund 20 Anfragen. „Und alles, was aktuell ist, wurde bereits vermittelt“, berichtet die Initiatorin. Darunter waren eine krebskranke Frau mit Hund und ältere Menschen mit Einkaufsbedarf und verschiedenen Fragen.

Wie viele Helfer genau aktiv sind, weiß sie nicht, erklärt aber: „Bei Anfragen erhalte ich innerhalb kürzester Zeit Feedback und Lösungen. Ebenso in der Whatsapp-Gruppe. Dazu habe ich noch eine längere Liste Helfer zu unterschiedlichen Themen, die nicht auf Facebook oder Whatsapp sind.“

Kontakt: Am besten über die Facebook-Gruppe „Nachbarschaftshilfe Gaggenau“. Wer nicht auf Facebook ist: Über (01 74) 3 15 28 09 kann man der Whatsapp-Gruppe „Nachbarschaftshilfe Gaggenau“ beitreten. Per Telefon: Unter (0 72 25) 1 83 80 29 ist ein Anrufbeantworter geschaltet.


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