Vier Fragen an: Dominik Sämann

Gernsbach (stn) – Dominik Sämann ist Hobby-Landwirt und bietet in Gernsbach neuerdings Ziegen-Yoga an. Er bringt somit die neue Trendsportart auch in die Region.

Die Yogastunde wird von der ausgebildeten Yogatrainerin Katharina Thiel abgehalten und soll diesen Sommer einmal im Monat im Gewann Kaiserling oberhalb von Scheuern stattfinden. Teilnehmen kann jeder Interessierte nach vorheriger Anmeldung. Die Veranstaltung ist kostenlos. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Teilnehmerzahl allerdings auf 15 Personen begrenzt. BT-Volontärin Nora Strupp hat bei Hobby-Tierhalter Dominik Sämann, der hauptberuflich als mobiler Altenpfleger arbeitet, nachgefragt, wie er darauf kam und was Ziegen-Yoga so besonders macht.

Dominik Sämann ist hauptberuflich mobiler Altenpfleger bei der Sozialstation Gernsbach, in seiner Freizeit Hobbytierhalter. Foto: Romina Warth

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Dominik Sämann ist hauptberuflich mobiler Altenpfleger bei der Sozialstation Gernsbach, in seiner Freizeit Hobbytierhalter. Foto: Romina Warth

BT: Herr Sämann, wie kamen Sie auf die Idee mit dem Ziegen-Yoga?
Dominik Sämann: Ich selbst hatte mit Yoga bisher gar nichts zu tun. Katharina Thiel kam mit einer Bekannten und ihren Kindern zu mir, um sich meine Ziegen und meine Lämmer anzuschauen. Dabei erwähnte sie, dass sie Yoga unterrichtet. Weil ich im Internet gesehen habe, dass Ziegen-Yoga gerade Trend ist, habe ich Katharina Thiel gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, so etwas zu machen. Sie fand die Idee super und so haben wir uns überlegt, im Sommer immer am ersten Freitag im Monat diesen Kurs anzubieten.

BT: Welchen Vorteil hat Ziegen-Yoga im Vergleich zu einer normalen Yoga-Stunde?
Sämann: Man hat dabei noch mehr das Gefühl von Natur und Draußen-Sein. Man riecht die Wiese, das Gras und die Ziegen, man hört die Vögel zwitschern und die Glöckchen der Ziegen klingeln, wenn sie herumhüpfen. Man kann einfach abschalten. Außerdem heitern die Ziegen die Yoga-Stunde ungemein auf. Da einige von ihnen Flaschenlämmer sind, sind sie sehr menschenbezogen und zutraulich. Sie laufen über die Yogamatte und knabbern an einem. Es kann auch mal vorkommen, dass sie ihr Geschäft auf der Matte verrichten. Ich sage den Teilnehmern dann, sie sollen es als Geschenk ansehen, als Ehre, dass die Ziege ausgerechnet sie dafür ausgewählt hat.

Die Bündner Strahlenziege „Ela“ beobachtet das Geschehen ganz genau. Foto: Carsten Licher

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Die Bündner Strahlenziege „Ela“ beobachtet das Geschehen ganz genau. Foto: Carsten Licher

BT: Wie war das Fazit der Teilnehmer zur Ziegen-Yogastunde?
Sämann: Durchweg so positiv, dass jeder gleich wieder mitmachen wollte. Die Nachfrage ist riesig. Allerdings macht Yoga nur in einer Kleingruppe Sinn. So können die Teilnehmer die Ziegen gut kennenlernen. Bei der Yoga-Stunde kommt es auch nicht darauf an, wer das Bein am höchsten heben kann. Die Teilnehmer sollen sich einfach wohlfühlen und mit einem entspannten Gefühl heimgehen.

BT: Muss bei der Yoga-Stunde in Bezug auf Corona etwas Bestimmtes beachtet werden?
Sämann: Der Mindestabstand von 1,50 Meter muss natürlich eingehalten werden und die Teilnehmer sollten ihr eigenes Getränk mitbringen. Außerdem wird Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmer müssen auch keine Angst haben, dass sie sich beim Streicheln der Ziegen mit Corona anstecken könnten. Meines Wissens nach gibt es keine Studie, die eine Übertragung vom Haustier auf den Menschen belegt. Außerdem überlege ich mir sehr gut, welche Ziegen ich beim Yoga-Kurs einsetze. Kranke Tiere nehme ich grundsätzlich nicht. Man muss natürlich den Charakter der Tiere kennen, dann merkt man schnell, ob das Tier gesund ist oder nicht, zum Beispiel anhand der Körpertemperatur. Eine kranke Ziege hüpft auch nicht herum, sondern liegt nur da.

Yoga-Stunde der besonderen Art: Ziegen-Yoga ist der neue Trend aus den USA. Foto: Carsten Licher

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Yoga-Stunde der besonderen Art: Ziegen-Yoga ist der neue Trend aus den USA. Foto: Carsten Licher

Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.

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Erstellt:
9. August 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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