Storchenturm als Paradebeispiel

Gernsbach (red) – Der Gernsbacher Storchenturm öffnet am Tag des offenen Denkmals seine Pforten – und das nicht nur digital.

In der Turmstube des Storchenturms ist mittelalterliche Fachwerktechnik zu bestaunen. Die Balken stammen aus dem Jahr 1470. Foto: Regina Meier / Arbeitskreis für Stadtgeschichte

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In der Turmstube des Storchenturms ist mittelalterliche Fachwerktechnik zu bestaunen. Die Balken stammen aus dem Jahr 1470. Foto: Regina Meier / Arbeitskreis für Stadtgeschichte

Der Storchenturm öffnet am Tag des offenen Denkmals seine Pforte. Der bundesweite Denkmaltag findet coronabedingt zwar weitgehend digital statt, doch ermöglicht der Arbeitskreis für Stadtgeschichte auch die reelle Besteigung des alten Wehrturms.

Der Storchenturm ist laut Mitteilung des Arbeitskreises ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit und verkörpert in vielerlei Hinsicht das diesjährige Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ Im Mittelalter als Teil der Stadtbefestigung errichtet, bot er den Stadtwächtern beste Rundumsicht, um anrückende Feinde oder ausbrechende Feuer schnell zu erkennen. Als er seinen Zweck als Wehrturm verlor, stand er lange Zeit leer. Da er aber im Gegensatz zu den anderen Stadttürmen nicht störte, blieb er erhalten, bis man Ende des 19. Jahrhunderts sein touristisches Potenzial erkannte und ihn als Aussichtsturm zugänglich machte, blickt der Arbeitskreis für Stadtgeschichte zurück. Dazu wurden ein neuer Eingang und eine Treppe eingebaut.

Geschützte Tierarten im Dachstuhl

Seine Funktion als Brutstätte für Störche hat der Turm längst verloren, da Meister Adebar rund um Gernsbach keine Nahrung mehr findet. Heute haben einige geschützte Tierarten wie Fledermäuse, Mauersegler oder neuerdings sogar Alpensegler den Dachstuhl als Lebensraum bezogen. Durch die umfassende Renovierung wurde das aus dem Mittelalter stammende Fachwerk der Turmstube ertüchtigt und die einstige Anmutung wiederhergestellt. „Der Storchenturm stellt ein authentisches begehbares und erlebbares Museum alter Bautechniken dar“, betont der Arbeitskreis Stadtgeschichte.

Der Wehrturm ist bis einschließlich Sonntag, 4. Oktober, wieder jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Für den Besuch gelten die am Eingang ausgehängten Corona-Regeln. Bei der Besteigung ist eine Maske zu tragen.

Digitaler Tag des offenen Denkmals

Während 2019 deutschlandweit rund 8 000 Denkmale für Besucher zugänglich waren, rückt in diesem Jahr etwas anderes in den Fokus: „Nicht die Quantität der digitalen Beiträge ist entscheidend, sondern das Engagement, mit dem die Beteiligten Denkmale digital erlebbar machen“, erklärt Sarah Wiechers, Leiterin des Teams Tag des offenen Denkmals bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Von Videoführungen und Fotostrecken über Podcasts bis zu spektakulären Drohnenaufnahmen: Um den Tag des offenen Denkmals in Pandemiezeiten stattfinden zu lassen, produzierten Denkmaleigentümer, Denkmalämter, Vereine, städtische Einrichtungen und die DSD digitale Denkmalformate. Blicke hinter die Fassaden von der Ostsee bis ins Allgäu sind erstmals am gleichen Tag möglich. Gebündelt werden die Beiträge in dem Programm, das die DSD auf der für den Aktionstag geschaffenen Website präsentiert. Die Formate sind vom 13. September bis zum Ende des Monats einsehbar. Das digitale Angebot ersetzt in diesem Jahr das bundesweite Online-Programm und die bekannte App zum Tag des offenen Denkmals. www.tag-des-offenen-denkmals.de.

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Erstellt:
1. September 2020, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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