Spekulationen über Oldtimer-Sternfahrten

Loffenau (ham) – Allerlei Spekulationen ranken sich in Loffenau um den Umbau eines Pferdestalls zu einer Fahrzeughalle. Vor allem fürchten Anwohner, dass der Besitzer hernach nicht nur seine Oldtimer darin abstellt, sondern womöglich in ferner Zukunft zu Oldtimer-Sternfahrten von dort aus einlädt.

Der Umbau des Pferdestalls in der Unteren Dorfstraße in Loffenau sorgt Nachbarn. Foto: Metz

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Der Umbau des Pferdestalls in der Unteren Dorfstraße in Loffenau sorgt Nachbarn. Foto: Metz

Das verwies Bürgermeister Markus Burger ins Reich der Fabeln und befürwortete es im Gemeinderat am Dienstagabend, die Umwidmung abzusegnen. Dem folgte das Gremium nach längerer Diskussion. Mit einer Enthaltung stimmten die Ratsmitglieder dem Bauantrag zu, sofern die Baurechtsbehörde die bereits erfolgten kleineren Änderungen als „rechtlich in Ordnung“ wertet und eindeutig sei, dass keine Werkstatt in der Halle beabsichtigt sei.

Bertram Herb (CDU) hatte zuvor von „Sorgen von Nachbarn“ berichtet, die sich Schallschutzauflagen wünschten. Uwe Rothenberger (CDU) zeigte Bedenken, sollten „in der Nähe des Nadelöhrs“ auf der Loffenauer Durchgangsstraße „Sternfahrten stattfinden“. Burger betonte, dass der Bauherr „explizit keine Werkstatt plant“. Die Sorgen seien „bisher unberechtigte Bedenken“. Man könne nicht über Gerüchte „abstimmen“, von denen Anwohner bezüglich der Planung vermeintlich hörten, betonte er.

„Wenn die Fahrzeughalle dann doch anders genutzt wird oder der Bauherr Lärm macht, muss er das genehmigen lassen“, stellte das Ortsoberhaupt klar. Zudem handele es sich in dem Bereich in der Unteren Dorfstraße um ein Gewerbemischgebiet, weshalb die Kommune ohnehin nicht „so viele Möglichkeiten hat“, dem Bauherrn Vorschriften zu machen. Reiner Singer (FWG) schlug vor, den Begriff private „Fahrzeuglagerhalle“ aufzunehmen, „dann ist gesichert, dass keine anderen Autos drin stehen“.

Das ging Wolfgang Reik zu weit. Wie Burger meinte der Fraktionssprecher der SPD und Aktiven Loffenauer Bürger (ALB), man müsse dem Bauherrn „erst einmal glauben. Wir halten uns an die Fakten und nicht an Spekulationen“. Dass Letztere ins Kraut schossen, zeigte sich auch auf die Antwort des Bürgermeisters auf die Frage von Rothenberger, warum es einen „Baustopp“ bei dem Pferdestall gegeben habe. „Es ging um belastetes Material“, erläuterte Burger und ergänzte, „ein Nachbar reklamierte, es würde über die Baugrenzen hinweg gebaut. Doch das ist alles Spekulation“, unterstrich er erneut und betonte, es „ist nur klar, dass sich der Platz vor dem Gebäude nicht als Startpunkt für eine Sternfahrt eignet“. Eine solche müsse ohnehin auch genehmigt werden.

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Erstellt:
24. April 2020, 16:45 Uhr
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