Senior setzt Schulgarten die „Corona-Krone“ auf

Gernsbach (red) – Den Schulgarten in Staufenberg bevölkern zwar derzeit keine Grundschüler – aber ein emsiger Rentner pflegt ihn derzeit vorbildlich.

Ein Staufenberger Rentner kümmert sich während der Schließung rührend um den Schulgarten. Foto: Grundschule Staufenberg

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Ein Staufenberger Rentner kümmert sich während der Schließung rührend um den Schulgarten. Foto: Grundschule Staufenberg

„Es geht um Nachhaltigkeit“, erklärt die Jugendbegleiterin, die die Garten-Arbeitsgemeinschaft (AG) an der Staufenberger Grundschule seit vergangenem Schuljahr ehrenamtlich leitet. Es sei ihr wichtig, den Kindern verantwortungsvolles Handeln nahezubringen. Die Motivation hierfür käme im Garten ganz von alleine.
Mit einem Hochbeet und einer Handvoll Schüler fing im letzten Jahr alles an. Es wurde gesät, gepflanzt, gejätet und gegossen. Und das natürlich auch in den Schulpausen und den Ferien. Die Mühe lohnte sich – schon in den Sommerferien begann die Ernte und fiel reichhaltiger aus als erwartet. Die Krönung der Erntesaison war schließlich die „Schatzsuche“ im Kartoffelbeet!

Beschwingt vom Erfolg des letzten Jahres ging das Gartenteam auch in diesem Frühjahr frisch ans Werk, berichtet die Staufenberger Grundschule jetzt in einer Mitteilung. Das Gartenprojekt sollte wachsen. Unterstützung kam von der Stadt Gernsbach, die der Schule die Nutzung des angrenzenden Grundstückes ermöglichte. Und auch das Lehrerkollegium beteiligte sich mit Plänen für fächerübergreifende Unterrichtsideen. Ein gemeinsames Zukunftsprojekt sollte gestaltet werden, betonte die Schulleitung. Vom Gartenbau über ökologisches Handeln bis hin zu gesunder Ernährung reichen die Lernfelder, die hier lebendig und mit Freude vermittelt werden könnten.

Doch dann kam die Corona-Krise und mit ihr die verordnete Schulschließung. Die vorbereiteten Beete und Flächen drohten brachzuliegen. Glücklicherweise hatte ein rüstiger Staufenberger Rentner sich schon im Vorfeld bereit erklärt, das Garten-Team tatkräftig zu unterstützen. Günther S., der anonym bleiben möchte, bot sich wieder an, nachdem er zuvor bereits geholfen hatte, die Hochbeete aufzubauen. Er begann nun, auf dem gerodeten Grundstück hinter der Schule einen Schulgarten zu entwerfen. Der Rentner legte Beete an, befestigte Wege und pflanzte Beerensträucher. Überdies ist nun sogar eine Blumenwiese für Insekten und Schmetterlinge in Planung.

Anordnung der Beete erinnert an Krone

Die Beete sind so angeordnet, dass jedes AG-Kind sein eigenes kleines Beet bewirtschaften kann und somit selbst Verantwortung für das Gedeihen übernimmt. „Corona-Krone“ nennt der engagierte Senior diesen Bereich des Gartens augenzwinkernd, denn die Anordnung der Beete erinnert an die Umrisse einer Krone.

„Dieser Garten ist dank ihm wundervoll geworden!“, zeigt sich Schulleiterin Stephanie Hinkelmann begeistert, „so toll und umfangreich hätten wir das mit unseren Mitteln sicher nicht hinbekommen.“

Nun wartet das Garten-Team ungeduldig auf die Wiederaufnahme des Schulbetriebs. Es muss gepflanzt werden im Garten und gegossen. Auch hofft man auf Sachspenden von Eltern. Der Spendenaufruf nach Setzlingen, Erde oder brauchbarem Gartengerät verhallte wegen der Schulschließung bisher weitgehend ungehört. Die engagierte Jugendbegleiterin hofft nun aber auf Mithilfe.

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Erstellt:
15. April 2020, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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