Schüler aus Gernsbach erkunden den Wald

Gernsbach (red) – Der Auftakt war im Grünen: Die Projektgruppe Klimaschutzwerkstatt der Handelslehranstalt Gernsbach befasst sich mit dem Thema „Wald“. Allerlei Wissenswertes wird dort vermittelt.

„Unser Traumwald“: Die Projektgruppe Klimaschutzwerkstatt baut das Modell eines Waldes. Foto: Kristina Schreier

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„Unser Traumwald“: Die Projektgruppe Klimaschutzwerkstatt baut das Modell eines Waldes. Foto: Kristina Schreier

Wie riecht eigentlich Wald? Was gehört alles zu einem Baum? Warum leidet der Wald unter dem Klimawandel? Verschiedene Fragen stellen sich beim ersten Treffen der Projektgruppe Klimaschutzwerkstatt im Gernsbacher Stadtwald. Zum Glück haben die Teilnehmer mit Kristina Schreier, Leiterin des Infozentrums Kaltenbronn, und Joschka Meles vom Kreisforstamt zwei Experten dabei, die einen ersten Einblick geben.

Nach einem vorsichtigen Herantasten an das komplexe Gebilde „Wald“ wird es schnell praktisch: „Mit Materialien aus dem Wald bauen wir gemeinsam ein Modell eines Baumes, lernen die Funktionen seiner Einzelteile wie Krone, Stamm und Wurzel kennen und dürfen unsere Vorstellungen von unserem eigenen Traumwald im Modell nachbauen“, berichtet Uwe Burkhardt vom Verein REM (Regenerative Energien Mittelbaden), der die Klimawerkstatt in Kooperation mit der Handelslehranstalt (HLA) und dem Infozentrum durchführt.

Trockener Boden trotz tagelangen Regens

Auffallend bei der Suche nach Materialien ist vor allem die Trockenheit des Bodens trotz tagelangen Regens. Diskutiert wird unter anderem, wie lange und wie stark es regnen müsste, damit der Wald wieder über eine ausreichende Wasserversorgung verfügt. Besonders eindrücklich sind die von Kristina Schreier mitgebrachten Grafiken, auf denen die Schüler erkennen, dass insbesondere auch unsere Region von der Trockenheit betroffen ist. Aus abstrakten Begriffen wie Waldsterben und langen Trockenheitsperioden werden schnelle und schülernahe Erfahrungswerte, die den weiteren Verlauf der Klimaschutzwerkstatt prägen werden.

Auch wenn die Teilnehmer erfahren, dass Bäume ihre Wunden in der Rinde durch die Produktion von Harz bis zu einem gewissen Grad verschließen können, ist die Bedrohung insbesondere durch die Trockenheit nicht zu übersehen. Wenn der Klimawandel so deutlich sichtbar ist, wie sieht es dann in anderen Teilen der Welt aus? Welche Verantwortlichkeiten für die Trockenheit können ausgemacht werden? Oder ist das „Zufall“?

Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit“ bewegt alle

Um Antworten darauf zu finden, wird das Grün des Waldes beim zweiten Treffen gegen das Kino im Klassenzimmer an der HLA getauscht. Burkhardt hat den Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore mit im Gepäck. Der Film bewegt alle sichtlich und sie wollen erst einmal ihre Eindrücke sammeln. Geben diese vielleicht einen Hinweis darauf, was die Schüler erkannt und ausgemacht haben? Gibt es Überschneidungen oder Unterschiede, was „hängen geblieben“ ist? Die Antworten finden sich schnell, als die 16 beschrifteten Moderationskarten mithilfe des Lehrers Jan-Olaf Kaiser sortiert werden und dabei in drei einfache Bereiche gruppiert werden können: Die Ursachen des Klimawandels, die Folgen und die bereits eingeleiteten und als wirksam erkannten Maßnahmen, die das in Paris beschlossene Zwei- Grad-, oder besser 1,5-Grad-Ziel erreichen lassen.

Nach den Herbstferien geht es ins Detail und die Entdeckungsreise geht weiter. Die Klimaschutzwerkstatt ist eine Initiative des REM im Rahmen seiner Bildungsinitiative „Nachhaltige Entwicklung“. Sie wurde mit einem engagierten Pädagogen-Team entwickelt und kann dank der finanziellen Förderung durch eine Lotterie und dem Beitrag mehrerer Partner wie des Infozentrums Kaltenbronn an der Handelslehranstalt Gernsbach für ein volles Schuljahr durchgeführt werden.

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Erstellt:
1. November 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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