Schnüffelposition kann Säuglingen das Leben retten

Forbach (stn) – Nadine Krieg aus Forbach bietet im Murgtal Kindernotfallkurse an. Es geht um erste Schritte, aber auch um stabile Seitenlage und Reanimation bei den Kleinsten.

Wenn ein Unfall zu einem Notfall wird: Mit einem AED-Trainer simuliert Nadine Krieg den Einsatz eines Defibrillators. Mit Puppe „Lilly“ werden die richtigen Handgriffe nach dem Verschlucken von Gegenständen trainiert. Foto: Nora Strupp/BT

Wenn ein Unfall zu einem Notfall wird: Mit einem AED-Trainer simuliert Nadine Krieg den Einsatz eines Defibrillators. Mit Puppe „Lilly“ werden die richtigen Handgriffe nach dem Verschlucken von Gegenständen trainiert. Foto: Nora Strupp/BT

Von BT-Redakteurin Nora Strupp

Ein kurzer unachtsamer Moment und es ist passiert: Der Sohn hat einen Gegenstand verschluckt, die Tochter auf die heiße Herdplatte gefasst oder das Geschwisterchen purzelt von der Couch. Eltern kennen solche oder ähnliche Situationen zur Genüge. Wie man sich bei kleineren Unfällen, aber auch echten Notfällen richtig verhält, zeigt Nadine Krieg aus Forbach. Sie bietet Kindernotfallkurse im Murgtal an.

Nadine Krieg ist Mama von drei Kindern im Alter von zwölf, acht und zwei Jahren. Als solche weiß sie um die Gefahren, die vor allem im häuslichen Bereich lauern – und auch, wie hilflos und überfordert man sich als Elternteil fühlen kann, wenn dem Nachwuchs etwas zustößt. Ihnen diese Unsicherheit und Ängste zu nehmen, hat sich Krieg zum Ziel gesetzt und sich deshalb im April mit ihren Kindernotfallkursen selbstständig gemacht.

Selbst schon viele schlimmere Unfälle erlebt

Egal, ob Erste Hilfe am Säugling, Kleinkind oder Schulkind, die gelernte Krankenschwester mit Sanitäter-Zusatzausbildung und Lehrberechtigung zeigt den Teilnehmern alles, was sie rund um die Themen „stabile Seitenlage“, „Herz-Lungen-Wiederbelebung“, „Verbandstechniken“, den Umgang mit Defibrillatoren, Prävention und vieles mehr wissen müssen.

Auch die 38-Jährige hat mit ihren zwei Töchtern Robyn und Xenia sowie dem Nesthäkchen Thore schon einiges miterlebt – von einer verschluckten Waffel, die in der Speiseröhre feststeckte über Verbrennungen durch umgekippte heiße Holzkohle beim Grillabend bis hin zu einem Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades, nachdem die große Schwester die Kleinere während eines Streits geschubst hat, und einem Unfall im Schwimmbad, bei dem eine ihrer Töchter im Alter von drei Jahren fast ertrunken wäre. Deshalb weiß Krieg: „Das Schlimmste ist, nichts zu tun.“

An drei Puppen den Ernstfall üben

Dennoch gebe es insbesondere im Hinblick auf die stabile Seitenlage und die Wiederbelebung bei Säuglingen und Kleinkindern einiges zu beachten: Während man bei einem leblosen Erwachsenen sofort mit der Herzdruckmassage beginnt, sollte man ein Kind als Erstes fünfmal beatmen. Zeigt es danach noch immer kein Lebenszeichen, wird mit der Druckmassage weitergemacht – und natürlich der Rettungsdienst über die 112 alarmiert.

Auch die Art und Tiefe unterscheiden sich: „Bei Erwachsenen reanimiert man mit zwei Händen, bei Kleinkindern mit einer Hand und bei Säuglingen sogar nur mit zwei Fingern“, erläutert Krieg. Bei einem Säugling dürfe man zudem den Kopf nicht so weit überstrecken, wie bei einem Erwachsenen – es genügt die sogenannte „Schnüffelposition“, ein nur minimales Anheben des Kinns.

„Ruhe bewahren, tief durchatmen“

Bei einer stabilen Seitenlage legt man einen Säugling im Alter von bis zu einem Lebensjahr am besten auf den Bauch und dreht den Kopf zur Seite. Bei Kleinkindern (vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt) erfolgt die stabile Seitenlage allerdings wie beim Erwachsenen. Wichtig sei in solchen Situationen auch: „Ruhe bewahren, tief durchatmen“, auch wenn es schwierig ist.

Um ihre dreistündigen Kurse möglichst realitätsnah und interaktiv zu gestalten, kommen ein AED-Trainer (Automatisierter Externer Defibrillator) und drei Puppen zum Einsatz: Während die Teilnehmer bei „Lilly“ die richtigen Handgriffe an drei bis vier Monate alten Babys nach dem Verschlucken von Gegenständen praktizieren, kann mit „Max“ vor allem etwa die stabile Seitenlage von Kleinkindern im Alter von drei bis fünf Jahren geübt werden. Und „Martin“ symbolisiert einen Erwachsenen, mit dem die Herz-Lungen-Wiederbelegung trainiert wird.

Zum Thema: Unterricht vor Ort oder online

Murgtal (stn) – Ihre Kurse bietet Nadine Krieg sowohl in Form eines Online-Unterrichts als auch bei den Teilnehmern zu Hause – im Raum von Baiersbronn bis Baden-Baden – an. Beim Online-Kurs schickt Krieg vorab eine Tasche mit allen Materialien zu, die die Teilnehmer zum Nachmachen und Üben benötigen. Auch ein Handout ist darin enthalten.

Die Kurse richten sich nicht nur ausschließlich an Eltern. Auch Großeltern, (Paten-)Tanten, (Paten-)Onkel oder einfach jemand, der viel mit Kindern zu tun hat – etwa Übungsleiter bei Vereinen – können teilnehmen. Die nächsten Kurse vor Ort finden am kommenden Dienstag und Mittwoch, 10. und 11. Mai, ab jeweils 10 Uhr statt. Es sind noch Plätze frei. Weitere Termine nach Vereinbarung.

www.sanimami-kindernotfallkurse.de


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