Schnelles Internet rückt näher

Forbach (mm) – Grund zur Freude hatte Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke. In Herrenwies begannen die Arbeiten für den Breitbandausbau, das schnelle Internet für den Höhenortsteil rückt näher.

Die helle Leitung ist das Leerrohr. Die Bauarbeiten für das schnelle Internet in Herrenwies hat begonnen.  Foto: Mack

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Die helle Leitung ist das Leerrohr. Die Bauarbeiten für das schnelle Internet in Herrenwies hat begonnen. Foto: Mack

Von Markus Mack

Die Netze BW verlegt die Stromversorgungsleitungen ins Erdreich und baut die Dachständer ab. Die Gemeinde verlegt die Stromversorgung für die Straßenbeleuchtung ebenfalls unter die Erde. Der Eigenbetrieb Breitbandversorgung des Landkreises nutzt diese Chance, die Leerrohre für das Backbone-Netz des Landkreises mit zu verlegen.

47 Häuser im Forbacher Höhenortsteil können so mit einer schnellen Datenleitung verbunden werden. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten in Herrenwies fertig sein, erläutert Mario Mohr, der zuständige Dezernent und Betriebsleiter des Eigenbetriebs Breitbandversorgung.

„Weiße Flecken“ in Forbach

Forbach habe viele „weiße Flecken“, in denen die Datenübertragung unter 30 Mbit pro Sekunde liegen, daher seien Investitionen dringend erforderlich. Gerade bei der derzeitigen Corona-Krise werde deutlich, wie wichtig die Digitalisierung sei, so der Dezernent. Forbach habe Bereiche im Gemeindegebiet, wo es auch gar keinen Zugang zum Internet gebe, ergänzte Bürgermeisterin Buhrke.

29 Millionen Euro kommen als Fördermittel von Bund und Land, 13 Millionen Euro steuert der Landkreis aus Eigenmitteln für die Finanzierung des Backbone-Netzes bei, informierte Mohr. 1600 „Anschlusseinheiten“ sollen in 19 Gemeinden im Landkreis angeschlossen werden – Gewerbetreibende, Schulen, öffentliche Einrichtungen und auch Privathaushalte werden direkt per Glasfaser mit dem Datennetz verbunden mit der Technik FTTB („Fibre to the Building“ –  Glasfaserkabel bis ins Gebäude). Der Anschluss in den bisher nicht versorgten „weißen Flecken“ ist kostenlos, die Nutzung der Datenleitung ist kostenpflichtig, die Höhe vom Netzbetreiber und dessen Angeboten abhängig. Rund 150 Kilometer Backbone-Netz werden verlegt. Weitere 200 Kilometer Leitungen, die bereits von anderen Eigentümern zur Verfügung stehen, dazu zählen Stadtwerke, Kommunen oder Telekommunikationsunternehmen, werden vom Landkreis gepachtet.

Herrenwies könnte bis Ende des Jahres an das schnelle Internet angeschlossen werden, so lautet das Ziel. Technisch sei dann eine Leistung von bis zu 1000 Mbit möglich. Wenn einzelne Abschnitte des Glasfasernetzes verknüpft sind, könne dieses auch stufenweise in Betrieb gehen, erläuterte Mohr.

Weitere Leerrohre bis Ende Mai

Nach Herrenwies ist die Verlegung von Leerrohren nach Raumünzach, Erbersbronn und Kirschbaumwasen noch im Mai vorgesehen. Danach soll Hundsbach versorgt werden. Die jetzigen Arbeiten sind auch als Vorbereitung für eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaserleitungen zu sehen. Die sogenannten „grauen Flecken“ im Landkreis mit einer Versorgungsleistung von unter 100 Mbit könnten in zwei bis drei Jahren ebenfalls an das Backbone-Netz angeschlossen werden, blickt Mohr in die Zukunft, wenn ein entsprechendes Bundesförderprogramm aufgelegt wird. Das fertige Backbone-Netz ist die Voraussetzung für die Erschließung dieser Bereiche. Für die künftige Nutzung des schnellen Internets werden die Bürger angeschrieben, erläuterte Bürgermeisterin Buhrke. Sie werden über die Angebote informiert. Das Datennetz selbst wird an einen Betreiber verpachtet.

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Erstellt:
7. Mai 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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