„Neue“ Mopeds, „neue“ Regale

Murgtal (red/tom) – Beim „beo“-Wettbewerb für Berufliche Schulen wurden neun Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet; darunter sind die Handelslehranstalt Gernsbach und die Carl-Benz-Schule Gaggenau.

Anna-Lena Jendreck (links) und Saskia Demetz vor der „grünen Wand“ aus PET-Flaschen, die als Blumentöpfe für Pflanzen im Klassenzimmer dienen. Foto: Martin Strauß

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Anna-Lena Jendreck (links) und Saskia Demetz vor der „grünen Wand“ aus PET-Flaschen, die als Blumentöpfe für Pflanzen im Klassenzimmer dienen. Foto: Martin Strauß

„Nachhaltiges Wirtschaften: Wir sind dabei! Was ist unser Beitrag?“ Das war das Motto des diesjährigen Wettbewerbs, der am Freitag mit einer virtuellen Abschlussveranstaltung in Stuttgart zu Ende ging. Mit dem Wettbewerb ermutigt die Baden-Württemberg-Stiftung Auszubildende sowie Schüler an Berufsschulen, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die sich mit wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Themen befassen. Insgesamt 20 Schülergruppen mit mindestens vier Schülern sowie einer betreuenden Lehrkraft nahmen dieses Jahr daran teil. Der Umsetzungszeitraum war von Mitte Januar bis Ende März 2020.

„Der beo-Wettbewerb eröffnet ein Forum, auf dem die jungen Erwachsenen ihre Talente entdecken und entfalten können. Welche Begabungen in jungen Menschen schlummern und welche Leistungen daraus erwachsen können, haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler eindrücklich unter Beweis gestellt“, wird Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann in einer Meldung zitiert.

Neun Gruppen aus ganz Baden-Württemberg konnten eine Fachjury überzeugen und wurden bei der Umsetzung ihrer Projekte mit jeweils bis zu 2.500 Euro unterstützt. Die Carl-Benz-Schule Gaggenau (CBS) stattete einen Fahrzeuganhänger zu einer mobilen Werkstatt aus, um Erfahrungen und Wissen beim Umrüsten alter Mopeds zu Elektro-Mopeds weiterzugeben. CBS-Projektleiter Benjamin Döhrer sagte gestern dem BT: „Die Schüler sind sehr dankbar für die enge Betreuung und spüren eine hohe Wertschätzung seitens der Stiftung für ihr Projekt. Das hat die Schüler motiviert, trotz der Lockdown-Maßnahmen das Projekt zu Ende zu bringen.“ Im kommenden Schuljahr soll es mit Phase zwei weitergehen: dem Moped-Umbau an einer Bildungseinrichtung oder in einem Unternehmen.

In Gernsbach beschäftigen sich die HLA-Schüler unter der Leitung von Martin Strauß mit Upcycling – also der Aufwertung vermeintlicher Abfallprodukte. Sie haben aus alten Skateboards Regale hergestellt, um sie anschließend zu verkaufen. Begleitend besuchten die Jugendlichen unter anderem Workshops zu Projektmanagement, Teambuilding oder Produktion von Erklärvideos und bekamen fundierte Informationen zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“.

„Das Projekt hat mir viel gebracht, weil wir gelernt haben, wie man effektiv im Team arbeitet“, freut sich Saskia Demetz (17) aus Bad Rotenfels. Auch Anna-Lena Jendreck (17) aus Bischweier freut sich: „Für mich ist durch das Projekt deutlich geworden, wie einfach Umweltschutz sein kann.“

Seit Start des Wettbewerbs im Schuljahr 2001/02 haben mehr als 800 Schülergruppen aus über 200 beruflichen Schulen und Betrieben teilgenommen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten 2020 keine Gewinnerteams ermittelt werden. Stattdessen erhält jede teilnehmende Gruppe einen Scheck über 500 Euro und eine individuelle inhaltliche Bewertung durch die Fachjury.

Nicht nur das BT hat über das Upcycling-Projekt der HLA Gernsbach berichtet, sondern auch „The New Times“, die nach eigener Aussage größte Tageszeitung in Ruanda. Den englischsprachigen Artikel vom 6. August gibt es hier.

Eines der alten Mopeds, die von den Carl-Benz-Schülern umgerüstet werden. Foto: Benjamin Döhrer

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Eines der alten Mopeds, die von den Carl-Benz-Schülern umgerüstet werden. Foto: Benjamin Döhrer


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