Ministerium: KIT vielfach eingebunden

Gaggenau (red) – Das Verkehrsministerium weist die erneute Kritik des CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Becker (Rastatt) an dem Pilotprojekt eWayBW auf der B462 deutlich zurück.

Der Bau der Oberleitung auf der B462 schreitet voran. In Fahrtrichtung Gaggenau werden die Drähte eingebaut. Foto: Metz

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Der Bau der Oberleitung auf der B462 schreitet voran. In Fahrtrichtung Gaggenau werden die Drähte eingebaut. Foto: Metz

Der Pressesprecher des Ministeriums, Edgar Neumann, kontert: Das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) sei schon vielfach in das Pilotprojekt eWayBW eingebunden. In einer Mitteilung schreibt Neumann unter anderem: „Die neuerliche Kritik des Abgeordneten Alexander Becker am Pilotprojekt eWayBW entbehrt nicht nur jeglicher Grundlage, sie zeigt zudem auch eine erheblich defizitäre Kenntnis der Wissenschaftslandschaft in der Region Karlsruhe. Wenn Herr Becker darauf hinweist, dass es kaum zu verstehen sei, dass das KIT etwa im Bereich der Leittechnik oder des automatisierten Fahrens nicht schon längst eingebunden worden sei, verkennt er, dass es in der Region Karlsruhe nicht nur das KIT als Forschungseinrichtung mit einer exzellenten Expertise im Bereich der Leittechnik und des autonomen Fahrens gibt.“

So habe beispielsweise das Testfeld autonomes Fahren Baden-Württemberg weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung und Anerkennung gefunden. Das Testfeld werde von einem Konsortium unter Leitung des Forschungszentrums Informatik (FZI) aus Karlsruhe entwickelt, geplant, gebaut und betrieben. Das FZI sei Partner des Forschungskonsortiums eWayBW. Darüber hinaus ist das FZI – wie im Übrigen auch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) als weitere Partner im Forschungskonsortium eWayBW – Mitglied in der Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe.

Diese wiederum ist der Zusammenschluss der Karlsruher Institutionen für Forschung, Lehre und Innovation im Bereich der Mobilitätssysteme in einem Leistungszentrum und eine offene Innovationsplattform für den partnerschaftlichen Austausch mit Industrie, Wirtschaft, Politik und weiteren Netzwerken. Unter anderem ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) dort mit von der Partie.

„Insoweit ist das KIT auch über die Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe an das Pilotprojekt eWayBW angedockt“, erklärt Neumann. Zudem ergäben sich Verknüpfungspunkte durch die Arbeitsgruppe Nutzfahrzeuge. Diese gemeinsame Arbeitsgruppe der Cluster Elektromobilität Süd-West und Brennstoffzelle BW ist darauf ausgerichtet, Projektideen zu erarbeiten, Partner für gemeinsame Forschungsvorhaben zusammenzuführen sowie Projekte zur Industrialisierung und Prozessinnovationen auf den Weg zu bringen.

Enge Schnittstellen zum KIT

Das Pilotprojekt eWayBW sei – wie im Übrigen auch das KIT – Mitglied in der AG Nutzfahrzeuge und stelle dort regelmäßig (so zuletzt am 6. März) den Projektfortschritt sowie die wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Zu beachten sei auch, dass Professor Dr. Martin Wietschel als Sprecher des Forschungskonsortiums eWayBW im Jahr 2008 eine außerplanmäßige Professur an der Universität Karlsruhe (heutiges KIT) verliehen wurde. Somit ergeben sich auch über diesen Pfad entsprechend enge Schnittstellen zum KIT.

Zu guter Letzt weist Neumann darauf hin, dass für die wissenschaftliche Begleitforschung auch Forschungseinrichtungen des KIT direkt genutzt werden. So sehe ein Arbeitspaket der wissenschaftlichen Begleitforschung vor, dass die Verbesserungen bei den Schadstoffemissionen durch die HO-Lkw quantifiziert werden sollen. Hierzu sei vorgesehen, Lastkurven, die im realen Betrieb auf der B 462 erhoben werden, auf dem Rollenteststand des Instituts für Fahrzeugsystemtechnik am KIT nachzufahren, da nur so entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden könnten.

Dieses Beispiel zeige auch, dass die wissenschaftliche Begleitforschung ihre Erkenntnisse mitnichten nur aus dem ursprünglich geplanten Elektrifizierungsabschnitt 3 auf Höhe von Ottenau beziehe – so wie es Becker suggerieren möchte. Das Arbeitsprogramm sehe zwischenzeitlich 22 Arbeitspakete mit einem Budget von rund 4,3 Millionen Euro vor. „So zeigen die Ausführungen von Herrn Becker, dass er sich inhaltlich mit dieser umfassenden wissenschaftlichen Begleitforschung offensichtlich nicht auseinandergesetzt hat“, betont Neumann und stellt abschließend die Frage: Wie sonst komme er zum Schluss, dass wenigstens ein wissenschaftlicher Mehrwert durch ergänzende Forschung geschaffen werden sollte?

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Erstellt:
26. August 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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