Hygienische Mängel in Gaggenauer Lokal

Gaggenau (mo) – Das Amtsgericht Rastatt hat einen Gastronomen zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt, weil er in seinem Restaurant hygienische und bauliche Mängel zu verantworten hatte.

Hygienische Mängel in Gaggenauer Lokal

Wegen zweier vorsätzlicher „Verstöße gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch“ wurde ein 24-Jähriger zu einer saftigen Geldstrafe von 11.900 Euro verurteilt.

Wegen zweier vorsätzlicher „Verstöße gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch“ wurde ein 24-Jähriger aus Rastatt vom dortigen Amtsgericht zu einer saftigen Geldstrafe von 170 Tagessätzen à 70 Euro (11.900 Euro) verurteilt. Doch das, was der Angeklagte obendrein zu befürchten hatte, quasi ein Berufsverbot, das blieb ihm nach der Verhandlung erspart.

Der 24-Jährige war als verantwortlicher Inhaber eines Restaurants in Gaggenau auch für die Einhaltung der Hygienevorschriften verantwortlich. Doch schon im Januar 2019 wurden dort „überlagerte Lebensmittel“ entdeckt. Deshalb erließ das Rastatter Amtsgericht am 26. August 2019 einen Strafbefehl. Doch auch bei einem nachfolgenden Kontrollbesuch der Lebensmittelüberwachung im November 2019 waren erhebliche Mängel in hygienischer und baulicher Hinsicht zu beanstanden. Im Januar wurden nach einer Beschwerde weiterhin „ungewöhnliche Zustände“ reklamiert, was Fotos, so der Vorsitzende Richter Stephan Höll, „eindrucksvoll bewiesen“.

Der Angeklagte räumte alle Vorwürfe ein. Das Lokal ist derzeit geschlossen. Der Verpächter habe zugesagt, die baulichen Mängel zu beheben. Für die Vertreterin der Lebensmittelüberwachung hat sich der Beschuldigte bei den Kontrollbesuchen immer kooperativ gezeigt. Er sei durchaus in der Lage, ordentlich und sauber zu arbeiten. Doch nach ihren bisherigen Erfahrungen vermochte er diese Einstellung bei der Betriebsführung nicht dauerhaft durchzuhalten.

Für den menschlichen Verzehr ungeeignete Lebensmittel in Verkehr gebracht

Für die Staatsanwältin hatte sich der Angeklagte schuldig gemacht, „für den menschlichen Verzehr ungeeignete Lebensmittel in den Verkehr gebracht zu haben“. Es sei nun zu hoffen, dass es bei ihm „nur bergauf geht“. Für den Verteidiger ist sein Mandant es seinen Gästen schuldig, „das Restaurant auf ein vernünftiges Niveau zu bringen“. Er zeigte sich überzeugt, dass die Verhandlung bei ihm die hierzu notwendig „Kehrtwende“ veranlasste. Neben einer zu verhängenden Geldstrafe solle jedoch von einem Berufsverbot abgesehen werden.

Richter Stephan Höll legte dem Angeklagten eindringlich nahe, seine Betriebsführung gründlich umzugestalten. Bei einem erneuten Gerichtstermin in dieser Sache hätte er mit noch schwerwiegenderen Folgen zu rechnen. Damit dies nicht geschieht, dafür würden aber auch die regelmäßigen Besuche der Lebensmittelüberwachung sorgen.