Gesellschaftliche Herausforderung

Gernsbach (red) – Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, kommt am Donnerstag, 5. März, zu einem Vortrag nach Gernsbach in die Stadthalle. Beginn ist um 19 Uhr.

Zu Gast in Gernsbach: Dr. Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung.Foto: Bundesministerium des Innern

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Zu Gast in Gernsbach: Dr. Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung.Foto: Bundesministerium des Innern

Von BT

Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, kommt nach Gernsbach. Er hält am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr einen Vortrag in der Stadthalle. Dazu laden die Stadt sowie die evangelische und die katholische Kirchengemeinde ein. Der Eintritt ist frei. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung hatte im Rahmen der 800-Jahr-Feier bereits im November nach Gernsbach kommen wollen. Aufgrund des Anschlags auf die Synagoge in Halle und einer deswegen angesetzten Sondersitzung des Bundestagsinnenausschusses musste er den Besuch damals kurzfristig verschieben, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Nun holt er den Termin nach.

Das Thema seines Vortrags lautet „Antisemitismus in Deutschland – und was wir dagegen tun können“. Dr. Klein beleuchtet darin Mechanismen und Ausdrucksformen der Judenfeindlichkeit, und er zeigt auf, was jeder einzelne gegen antisemitische Einstellungen und Handlungen unternehmen kann.

Nach den tödlichen Ereignissen in Halle hat erst vor kurzem die Festnahme einer rechtsextremistischen Terrorgruppe erneut die ungebrochene Aktualität des Themas auf eindringliche Weise deutlich gemacht. Antisemitismus ist allerdings insbesondere auch in seinen vielfältigen „alltäglichen“ Erscheinungsformen eine drängende und vielerorts wachsende gesellschaftliche Herausforderung.

Gedenken an Synagogengemeinde

Die Stadt Gernsbach gedenkt 2020 mit mehreren Veranstaltungen der Vernichtung ihrer Synagogengemeinde vor 80 Jahren, als am 22. Oktober 1940 die letzten neun jüdischen Gernsbacher nach Gurs verschleppt wurden, der Vorhölle von Auschwitz. Die Stadt Gernsbach und der Arbeitskreis für Stadtgeschichte halten die Erinnerung an die einstigen Mitbürger wach und verstehen dies auch als Mahnung, dem Antisemitismus in allen seinen Formen entschlossen entgegenzutreten.

„Antisemitische Einstellungen gibt es leider immer noch oder immer wieder neu“, erklärt der Gernsbacher Bürgermeister Julian Christ. „Umso wichtiger ist es, dass mit dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung eine Persönlichkeit nach Gernsbach kommt, die uns allen aus ihrer intensiven Beschäftigung mit dem Thema heraus sehr konkrete Handlungsempfehlungen gegen den antisemitischen Ungeist an die Hand geben kann“, wird Christ in der Mitteilung weiter zitiert.

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Erstellt:
25. Februar 2020, 14:00 Uhr
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