Gernsbacher „Kreativ Kollektiv“ gibt auf

Gernsbach (stj) – Corona hat das Projekt Kornhaus ausgebremst: Die Rückübergabe der Immobilie an die Stadt Gernsbach erfolgt zum Jahresende.

Modernes Arbeiten in der historischen Gernsbacher Altstadt: Die Co-Working-Plätze im Kornhaus können weiterhin gemietet werden. Foto: Stadt Gernsbach

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Modernes Arbeiten in der historischen Gernsbacher Altstadt: Die Co-Working-Plätze im Kornhaus können weiterhin gemietet werden. Foto: Stadt Gernsbach

Das Kornhaus war auf einem guten Weg, sich als wichtiger Anlaufpunkt für Gründer in Gernsbach zu etablieren. Die positive Entwicklung wurde allerdings im März durch die Corona-Pandemie jäh gestoppt, da die erheblichen Kontakteinschränkungen und die Ängste vor Infektionsrisiken das Co-Working und auch die Veranstaltungen so gut wie unmöglich gemacht haben. Der Lockdown im November hat erneut die Vermietungen stark eingeschränkt und damit dem Kornhaus die Einnahmemöglichkeiten entzogen, sodass sich das Kreativ Kollektiv schweren Herzens entschieden hat, die Vereinstätigkeit aufzugeben.

Das teilt die Stadt Gernsbach mit. Rückblick: Im November 2019 unterzeichneten Bürgermeister Julian Christ und das Kreativ Kollektiv in der Gernsbacher Altstadt den Mietvertrag für das Kornhaus. Vorab hatte der Gemeinderat im Februar 2019 einstimmig einer neuen Nutzung des Kornhauses als Haus der Gründer, der Begegnung und der Generationen zugestimmt und den Weg für die Entwicklung des historischen Gebäudes in der Altstadt freigemacht.

Unter der Überschrift „Meet – Work – Share“ schuf das Kreativ Kollektiv laut Mitteilung der Stadt zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern und mit großem Engagement einen Ort in der historischen Altstadt mit viel Platz für Ideen, Märkte, Workshops und Veranstaltungen: „Das Kornhaus startete erfolgreich in die Vermietung von Co-Working-Plätzen und in die Vermietung von Räumlichkeiten für kleinere Veranstaltungen, konnte erste Einnahmen verzeichnen und wurde zu einem beliebten zeitgemäßen Begegnungsraum in der Altstadt. Gleichzeitig wurden viele Investitionsleistungen vom Verein eingebracht, um die Räumlichkeiten attraktiv, nutzerorientiert und mit der erforderlichen technischen Infrastruktur einzurichten.“

Idee lebt in erster Linie von persönlichen Kontakten und von der Community

Marcel Kutschera, Vorstandsmitglied des Kreativ Kollektivs: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. So viele Stunden, Arbeit und Herzblut haben wir alle in das Projekt gesteckt, aber aufgrund der Herausforderungen, die die Corona-Pandemie für uns mit sich bringt, können wir leider nicht mehr das Kornhaus, das in erster Linie von persönlichen Kontakten und von der Community lebt, weiter betreuen.“

Auch Bürgermeister Christ bedauert es sehr, dass sich das Kreativ Kollektiv aus dem Projekt zum Ende des Jahres zurückziehen wird: „An dieser Stelle zu allererst mein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer beziehungsweise an den Verein des Kreativ Kollektivs für ihren außerordentlichen Einsatz. Das Kornhaus in seiner Funktion als Zentrum für junge Unternehmerinnen und Unternehmer in Gernsbach erfüllt eine wichtige Rolle in der Wirtschaftsförderung. Hierauf wollen wir aufbauen und das Kornhaus als Haus der Gründer weiterhin erhalten und perspektivisch auch wieder als einen Ort für Begegnungen etablieren. Wir werden demnach übergangsweise das Kornhaus zunächst aus eigenen Kräften fortführen, bis sich andere tragfähige Lösungen gefunden haben.“

Über den Haushaltsplan gewährte die Stadt Gernsbach dem nicht eingetragenen Verein für das Kornhaus einen Mietkostenzuschuss in Höhe von 24.000 Euro. „Im Sinne der Wirtschaftsförderung“, wie Bürgermeister Julian Christ jüngst auf eine entsprechende CDU-Anfrage im Gemeinderat erklärte. Das „Kreativ Kollektiv“ genannte Konstrukt vereinte einen Tontechniker, ein Modelabel, ein Projekt- und Eventmanager und wurde von der Stadt, der Handelslehranstalt Gernsbach sowie namentlich dem Bürgermeister als Sponsoren unterstützt. Es hatte im Verlauf des Jahres mit einigen Veranstaltungen (unter anderem beim Altstadtsommer) auf sich aufmerksam gemacht.


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