Flößerbrücke dringend gebraucht

Gaggenau (mm) – Die Hördener Flößerbrücke wird saniert. Einstimmig fasste der Gemeinderat am Montagabend den Beschluss. Im Juli dieses Jahres könnte mit den Arbeiten begonnen werden.

Der Gemeinderat gibt in seiner Sitzung einstimmig grünes Licht für die Sanierung der Hördener Flößerbrücke. Foto: Finkbeiner/Archiv

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Der Gemeinderat gibt in seiner Sitzung einstimmig grünes Licht für die Sanierung der Hördener Flößerbrücke. Foto: Finkbeiner/Archiv

Von Markus Mack

Die Hördener Flößerbrücke wird saniert. Einstimmig fasste der Gemeinderat am Montagabend den Beschluss. Läuft alles nach Plan, könnte im Juli dieses Jahres mit den Arbeiten begonnen werden.

„Wir brauchen die Brücke dringend“, stellte Gerd Pfrommer (SPD) im Rat klar. Sie sei eine wichtige Verbindung für Radfahrer und Fußgänger. Nachdenklich machten ihn allerdings die kalkulierten Kosten von 535000 Euro. Ob denn ein Neubau nicht auf Dauer gesehen günstiger wäre, wollte er wissen. Die Kosten lägen deutlich unter 50 Prozent des Neubaus einer Brücke, erläuterte Dominik Niewerth vom Ingenieurbüro Miebach, daher sei die Sanierung sinnvoll.

Vorgesehen sind:

Austausch des Untergurts außenseitig, oberstromig.

Wegschneiden von Schadstellen in Diagonalen und Verstärkung mit Stahlknoten zur Lastübertragung.

Austausch des Bohlenbelags und Geländers.

Ergänzen eines konstruktiven Holzschutzes, um die Dauerhaftigkeit der Konstruktion zu erhöhen.

Die Bauzeit sei bewusst ab Juli vorgesehen, erläuterte Bürgermeister Michael Pfeiffer, drei Monate sind geplant. So könnten die Schulferien genutzt werden. Die Gefahren für Radler und Fußgänger bei der Umleitung über die Landstraße würden durch Beschilderung und Geschwindigkeitsbegrenzung minimiert.

Bereits bei einer Hauptprüfung im Dezember 2017 waren Schäden festgestellt worden. In einer Sonderprüfung im November 2018 und einer „ortsbezogenen Schadensanalyse“ im Dezember 2018 war das Bauwerk weiter untersucht worden. Wegen der festgestellten gravierenden Schäden war die Überführung des Geh- und Radwegs über die Murg sofort gesperrt worden. Bei der Bauwerksunterhaltung konnten einige Mängel beseitigt werden, sodass die Brücke im Februar 2019 zum Teil wieder freigegeben wurde.

Die Brücke (Baujahr 1989) ist die direkte und sichere Geh- und Radwegverbindung von Hörden nach Ottenau und ein Teil des Radwegs „Tour de Murg“. Sie ist nicht für Fahrzeuge vorgesehen.

Risse beeinträchtigen Tragfähigkeit

An der Wetterseite sind Risse vorhanden. Diese beeinträchtigen die Tragfähigkeit der Konstruktion. Auch ist die Tragfähigkeit mehrerer Knotenpunkte reduziert, erläuterte Niewerth. Messungen hätten ergeben, dass fast alle untersuchten Bauteile eine zu hohe Holzfeuchte aufweisen.

Dies führe zum Wachstum von holzzerstörenden Pilzen und Mikroorganismen. Das beschädigte Holz wird entfernt, mit neuen Stahlknoten die Tragfähigkeit der Brücke wieder hergestellt.

Das beschädigte Holz wird entfernt. Neue Stahlverbindungen sichern die Tragfähigkeit. Grafik: Büro Miebach

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Das beschädigte Holz wird entfernt. Neue Stahlverbindungen sichern die Tragfähigkeit. Grafik: Büro Miebach

Der Hördener Ortschaftsrat hatte sich bereits in seiner Januarsitzung mit der Thematik befasst und sich für die Variante mit einer halb-offenen Verschalung ausgesprochen. Dadurch werde eine gute Belüftung des Tragwerks erreicht. Zusätzliches Eigengewicht wird kompensiert durch den Rückbau des Geländers. Durch konstruktiven Holzschutz wird eine höhere statische Ausnutzung des Tragwerks erreicht.

Die Stadt hat eine Förderung beantragt. In Frage kommt der „kommunale Sanierungsfonds für die Sanierung von Brückenbauwerken“. Vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg ist das Vorhaben in das Förderprogramm aufgenommen worden. Die Verwaltung rechnet mit einem Zuschuss von bis zu 192600 Euro.

Geplant ist, nach der Haushaltsberatung des Finanzausschusses im Februar den Antrag auf Bewilligung der Fördergelder zu stellen. Die Ausschreibung ist im März vorgesehen, die Submission im April. Die Vergabe soll in der Gemeinderatssitzung am 25. Mai erfolgen. Hördens Ortsvorsteherin Barbara Bender bedankte sich für das einstimmige Votum des Gemeinderats.


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