Fastnachter ziehen die Corona-Bremse

Gernsbach (stj) – Keine Sitzungen, keine Umzüge, keine Narrenbaumstellen: Alle närrischen Höhepunkte sind in der Papiermacherstadt vorerst abgesagt worden.

Zurzeit nicht vorstellbar: Närrisches Treiben vor dem Gernsbacher Rathaus wie hier am Schmutzigen Donnerstag 2020. Foto: Stephan Juch

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Zurzeit nicht vorstellbar: Närrisches Treiben vor dem Gernsbacher Rathaus wie hier am Schmutzigen Donnerstag 2020. Foto: Stephan Juch

Von Stephan Juch

Der Fastnachtsausschuss des Fußball-Clubs Obertsrot war sich schnell einig: Die traditionellen Sitzungen in der Ebersteinhalle können 2021 nicht veranstaltet werden. Das Gremium traf sich kurz vor dem neuerlichen Lockdown zum ersten Mal nach der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins Anfang Oktober. Dabei wurden auch etwaige Alternativmöglichkeiten diskutiert. „Aber selbst die lassen sich im Moment ja nicht planen“, fasste Uwe Buttermilch zusammen. Er ist beim FCO Fastnachtsbeauftragter in der Vorstandschaft – ein jüngst neu ins Leben gerufenes Amt, das der in der Satzung der Fußballer verankerten Brauchtumspflege entsprechendes Gewicht verleihen soll (wir berichteten).

Coronabedingt fallen auch die Sitzungen in Reichental ins Wasser. Die Lage sei einfach zu unsicher, gerade in der kleinen Festhalle, erklärt Kathrin Hörth. Sie ist Vorsitzende beim Musikverein Orgelfels Reichental, dessen Förderverein die Sitzungen veranstaltet. Auch die Gernsbacher Waldschädder haben bereits die Corona-Bremse gezogen: „Nach unserer derzeitigen Einschätzung in Anbetracht der Corona-Pandemie kann ein Narrenbaumstellen oder ein Umzug nicht in der bisher durchgeführten Form stattfinden“, erklären sie in einer automatisierten E-Mail auf entsprechende Anfragen. Selbiges gilt für die Hexen von der Bleich. Ein Rathaussturm, wie er von ihnen zusammen mit der Stadt Gernsbach Jahr für Jahr organisiert wird, sei aktuell nicht vorstellbar. Offiziell abgesagt ist die „Schwimmbad-Fasent“ in Lautenbach zwar noch nicht. „Aber wenn man es realistisch betrachtet“, bedauert Matthias Mörmann, „gibt es für den Faschingstanz keine Chance.“ Die beliebte Veranstaltung im örtlichen Bürgerhaus ist die Haupteinnahmequelle der Schwimmbad-Initiative Lautenbach. Von daher tue das doppelt weh, so Mörmann. Auch beim FCO und den anderen Veranstaltern werden die fehlenden Einnahmen Löcher in die Vereinskasse reißen.

Wie kann man trotz Corona Fastnachtsbrauchtum verbreiten?

Unterdessen haben die Obertsroter Schlossbergteufel ihre Jahreshauptversammlung abgesagt. Sie war für kommenden Sonntag in der Ebersteinhalle anberaumt. Ein Ersatztermin werde es erst im kommenden Jahr geben. Allerdings kündigen die Schlossbergteufel für ihre Mitglieder einen „Teuflischen Adventskalender“ an. Sie können sich zudem auf einen Kampagnen-Rückblick 2020 freuen, der als Video über die WhatsApp-Gruppe des Vereins veröffentlicht werden soll. Ganz aufgegeben haben die Schlossbergteufel die Kampagne 2021 noch nicht. Man arbeite derzeit an „Ideen und Terminen, wie wir trotz Corona Fastnachtsbrauchtum verbreiten können“, verrät Oberteufel Manuel Dörrer.

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Erstellt:
2. November 2020, 14:00 Uhr
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