Entwicklung in der Kernstadt „recht gut angelaufen“

Gaggenau (er) – Im Rahmen einer Klausurtagung befasste sich die SPD Gaggenau mit kommunalpolitischen Themen. Bei der Standortfrage für ein neues Hallenbad spricht sie sich für das Traischbachtal aus.

Entwicklung in der Kernstadt „recht gut angelaufen“

Geht es nach den Vorstellungen der SPD, könnte das Murgana-Hallenbad an der Murg abgerissen werden. Foto: Jahn

Im Anschluss an die SPD-Klausurtagung hatten die kommunalpolitischen Vertreter zu einem Pressegespräch geladen. Neben der Stadtentwicklung in Gaggenau befassten sich Gerd Pfrommer, David Pfrommer, Björn Stolle und Philipp Meister unter anderem mit den Themen Standort Hallenbad, kommunaler Klimaschutz, erneuerbare Energien, städtischer Finanzhaushalt, Mobilität und den aktuellen Bebauungsplänen in der Gesamtstadt.

Als „recht gut angelaufen“ bezeichnete Gerd Pfrommer die neue Phase der Entwicklung in der Gaggenauer Kernstadt. Bei den drei Bauprojekten Quartier Hildastraße/Leopoldstraße, Bahnhof und dem Areal „Höfe“ zwischen Bahnhofsplatz und Hauptstraße passe die architektonische Planung. Allerdings sei auch die Nutzung durch den Einzelhandel maßgeblich. „Frequenzbringer“ sind für die gesamte Innenstadt erwünscht, so Pfrommer. Was das Quartier betrifft, sei man ab 2020 in der Bebauungsplanphase. „Hier könnten baurechtlich dann wichtige Entscheidungen getroffen werden. Ab 2021 könnten erste bauliche Entwicklungen sichtbar werden“, sagte Pfrommer. Für die offene Fläche im Bereich Leopoldstraße, Luisenstraße und Hildastraße ist ein Gesamtwohnkonzept vorgesehen, bestehend aus geförderten Sozialwohnungen, Mietwohnungen und Eigentumswohnungen, um einer „Gettoisierung“ entgegenzusteuern. Im Bahnhofsbereich sind nach Abriss des Bahnhofsgebäudes und des Sparkassenparkdecks drei bis vier Gebäude geplant. „Der historische Industriecharakter von Gaggenau soll in der Architektur der Gebäude zum Ausdruck gebracht werden“, fordert die SPD.

Bei der Standortfrage für ein neues Hallenbad sprechen sich die Sozialdemokraten für das Traischbachtal aus. „Hier halten wir ein funktionales Hallenbad neben der Traischbachhalle für sinnvoll, eventuell mit einer Wärmekraftanlage, von der die Sporthalle wie das Hallenbad gleichermaßen profitieren könnten. Eine Verlegung des Hallenbads hätte auch städtebauliche Vorteile. Wenn der bisherige Hallenbad-Standort frei wird, ist die Fläche besonders in Bezug auf einen potenziellen, künftigen Investor des Stadthotel-Areals unter Umständen reizvoll. Hier könnte etwas Großartiges entstehen“, sagte Björn Stolle.

Energetische Baustellen

In Sachen kommunaler Klimaschutz sieht die SPD-Fraktion einen besonders großen energetischen Handlungsbedarf bei der Traischbachhalle, dem Rathaus und dem Goethe-Gymnasium. „Wir wollen keinen Notstand ausrufen. Jedoch könnten durch Sanierungsmaßnahmen deutlich bessere Energiebilanzen erzielt werden. Das Thema wollen wir in einem Zehn-Jahres-Plan angehen“, so Stolle. Auch der Nutzung erneuerbarer Energien möchte sich der Ortsverein verstärkt annehmen. Ein besonderer Fokus soll dabei auf das in Planung befindliche Wasserkraftwerk an der Murg beim Flürscheimsteg gelegt werden. „Durch einen scheinbaren Interessenskonflikt zwischen der Naturschutzbehörde und der Fischereibehörde des Landratsamts ist die Realisierung ins Stocken geraten. Wir wollen das Thema weiter vorantreiben“, erläuterte David Pfrommer. In Bezug auf die Nutzung von Erdwärme und Biogas möchte die SPD zusammen mit anderen Fraktionen deutliche Impulse setzen.

In puncto Finanzhaushalt der Stadt betrachtet die SPD-Fraktion die finanzielle Situation zwar als angespannt, jedoch nicht als dramatisch. Vor dem Hintergrund einer Nachtragsberatung priorisiert die SPD-Fraktion folgende drei Projekte: Erneuerung des gelben Dachs am Busbahnhof am Schulzentrum Dachgrub, die Sanierung des Saals im alten Rathaus in Bad Rotenfels sowie eine Neu-Konzeption des Stadtarchivs.

In Sachen Mobilität möchte sich die SPD in Gaggenau verstärkt für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer in allen Wohngebieten einsetzen. Um dem Image als familien- und umweltfreundliche Stadt weiter gerecht zu werden, regten die Teilnehmer der Klausurtagung außerdem die Anschaffung von sogenannten Familienlastenfahrrädern an, die von Familien gemietet werden könnten.