Endgültiger Stopp gefordert

Murgtal (red) – Gegen das eWayBW-Projekt im Murgtal gibt es weiteren Widerstand. Die CDU-Verbände Gaggenau, Gernsbach und Bischweier fordern in einer gemeinsamen Pressemitteilung dessen Ende.

Ob es künftig auf der  B462 so aussehen wird?  Visualisierung der Oberleitungstrasse bei Oberndorf. Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

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Ob es künftig auf der B462 so aussehen wird? Visualisierung der Oberleitungstrasse bei Oberndorf. Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

Von Markus Mack

Nachdem sich immer weitere Schwierigkeiten zur Realisation ergeben, sollte dieses Projekt endgültig beendet werden, schreiben die Christdemokraten in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Schon im letzten Jahr habe sich abgezeichnet, dass die Realisierung dieses Projekts im Murgtal schwierig werden würde. Die CDU-Verbände Gaggenau und Gernsbach meldeten sich zuletzt Ende Dezember dazu kritisch zu Wort. Zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass ein Teilstück bei Ottenau aus der Planung herausgenommen wurde, da es wegen der engen Tallage nicht machbar war, wird Dirk Preis, Vorsitzender des Stadtverbands Gernsbach, zitiert. Jetzt blieben nur noch zwei Teilstrecken, allerdings reduzieren sich die Kosten nicht, sie steigen. Anstatt drei Teilstücke zu bauen, verkaufe das Verkehrsministerium eine reduzierte Streckenführung von zwei Teilen für den gleichen Preis. Das sei eine Kostensteigerung durch die Hintertür, so Sabine Arnold, Vorsitzende der Gaggenauer CDU. Zudem stehe der durch das Projekt mögliche Erkenntnisgewinn in keinem Verhältnis zu den gestiegenen Kosten. Die gleiche Testsituation befinde sich bereits in Hessen, ohne dass dort nennenswerte Ergebnisse vorlägen.

Befürchtungen bestätigen sich

„Unsere damaligen Befürchtungen eines Verkehrschaos in den betroffenen Städten durch die notwendigen Umleitungen während der Bauarbeiten werden nun bestätigt.“ Das zeige die am Freitag erschienene gemeinsame Presseerklärung der Städte Gaggenau, Kuppenheim und der Gemeinde Bischweier. Sogar von Vollsperrung der B462 ist darin die Rede und insgesamt 33 Wochen Behinderungen während der Bautätigkeit. In einem gemeinsamen Schreiben an Ministerialdirektor Professor Dr. Uwe Lahl bekundeten die Städte Gaggenau und Kuppenheim sowie die Gemeinde Bischweier ihre Enttäuschung über den Umgang des Verkehrsministeriums und des Regierungspräsidiums mit den betroffenen Kommunen (das BT berichtete).

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8. März 2020, 16:05 Uhr
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Wilfried Streb 10.03.202005:55 Uhr

Ein LKW mit einer mittleren Geschwindigkeit befindet sich nicht einmal 4 Minuten im elektrifizierten Abschnitt. Welche Erkenntnisse sollen da gewonnen werden?? Wenn man dann noch die Kosten von ca. 20Mio€ sieht, frage ich mich nach der Sinnhaftigkeit!

Karlheinz Horsch 09.03.202014:21 Uhr

Es gibt ja schon Teststrecken und durchgeführte Tests. Mich würde mal brennend interessieren, welch neue Erkenntnisse man erwartet, bzw. auf welchem Gebiet.
Ansonsten finde ich es erschreckend, wie beratungsresistent und dickköpfig dieses Ministerium agiert

Arwed Fritz antwortete am 11.03.202021:16 Uhr

ich bin der gleichen Meinung wie Sie, dass diese Teststrecke durch`s Murgtal unnötig ist, da bereits in Hessen Erfahrungen damit gesammelt wurden. Deshalb kann ich nur an die Öffentlichkeit appellieren zur nächsten Landtagswahl zu gehen, um diese Politiker abzuwählen, da Sie gegen den Willen des Volkes handeln. Denn einzig u. allein sollte die Teststrecke dazu dienen, die Klimapolitik der Grünen hervorzuheben. Ich hoffe sehr, dass sich diese Fehlplanung als Bumerang für die Parteien (Grüne u. CDU) erweist.

Thomas Nedwed 08.03.202022:07 Uhr

Unbedingt!
Hier steht kaum Nutzen einem exorbitant hohem Aufwand gegenüber. Das System elektrische Oberleitung für Fahrzeuge gibt es schon seit über 150 Jahren, das heißt Eisenbahn!


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