Viel Pubertät am Ende der Geduld

Gaggenau (dani) – Sie ist eine schwierige Zeit, die Pubertät – nicht zuletzt auch für die Umwelt. Komiker und Diplom-Pädagoge Matthias Jung arbeitet das Thema in der klag-Bühne auf.

„Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“, weiß Matthias Jung. Seine Kenntnisse stellte er am Freitag den Besuchern im klag zur Verfügung. Foto: pr

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„Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“, weiß Matthias Jung. Seine Kenntnisse stellte er am Freitag den Besuchern im klag zur Verfügung. Foto: pr

Von Danijela Wingerath

Als Mädchen erlebt man sie von zehn bis 18, als Junge vom zwölften bis 21. Lebensjahr. Man sagt, dass manche sie zwischen 40 und 60 zum zweiten Mal erleben, die Pubertät! Am vergangenen Freitagabend beschäftigte sich der deutsche Komiker und Diplom-Pädagoge Matthias Jung aus Mainz in der gut besuchten Gaggenauer klag-Bühne mit diesem Thema.

Humorvoll, aber gleichzeitig sachlich und wissenschaftlich ist der Autor auch in seinem Buch „Chill mal! Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig“ auf die Verhaltensweise der Jugendlichen eingegangen. Die Besucher der klag-Bühne erlebten einen Künstler, dem das Thema „Pubertät“ bestens bekannt ist, der weiß, worüber er spricht. Vor allem aber weiß er, wie!

Wer Teenies zu Hause hat, kann die lehrreichen Tipps gut gebrauchen, um die Pubertät, im Volksmund Geschlechtsreife, zu überstehen. Während dieser Phase spielen die Wachstumshormone, in der ersten Reihe Östrogene und Testosteron, verrückt. Viele Gehirnareale werden neu programmiert, der Körper verändert sich. Es harmoniert nicht, es hormoniert einfach.

Solange hat unser Teenager seine Attitüden, den besonderen Teenieblick, Stimmungsschwankungen. Und er spricht die Jugendsprache.

Eltern sind peinlich

Eltern sind peinlich. Aus dem Blickwinkel der Teenager passen sie in die drei Kategorien: Helikopter, Peinliche und Kumpels. Bei Helikopter-Eltern sind eigentlich 95 Prozent normal und fünf Prozent drehen durch – denken sie.

Handy, Instagram, Essen, Schlafen, Chillen – sonst nix mehr. Haben Sie Ähnliches nicht auch schon erlebt? Der Junge rief aus dem Klo: „Mamaaa! Mamaaa!“ Darauf sie: „Ja, Schatz, was ist, du brauchst Klopapier?“ „Ladekabel“ – entgegnete er.

Im ständig unaufgeräumten Zimmer sind Teller, Tassen, Gläser. Mangel an Hygiene, aber ja, gleich wird in Google Maps geguckt, wo das Bad ist.

Die Grenzen werden immer ausgetestet. Wie sollen sich die Eltern auf dieses Phänomen einstellen? Wie gehen sie mit Benedikt, Liza, Timo um?

Jung riet, das ernste Thema möglichst mit Humor und gechillt anzugehen, Kinder in der Tat ausprobieren zu lassen, dabei immer im Gespräch zu bleiben und ihnen Respekt zu schenken.

Die Zuschauer, Jugendliche, Eltern und Großeltern, fühlten sich von Jungs Darbietung angesprochen, wie der Applaus immer wieder zeigte. Viele werden sich in Situationen des Alltags wiedererkannt haben – allerdings ohne Stress. Dies ist Jung gelungen.

An dem Abend wurde im klag viel gelacht. Allen dürfte klar geworden sein: Über die Pubertät kann man immer wieder reden und dabei immer wieder etwas Neues lernen. Mindestens etwas von der Jugendsprache.

So bleiben wir in. Ein gelungener Abend, wie der Applaus und die Mienen vieler Zuschauer zeigten.

Im Anschluss an die Vorstellung konnten die Zuschauer die Bücher des Künstlers erwerben, natürlich signiert vom Autor.

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Erstellt:
27. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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