CDU-Kreisverband erneuert Kritik an der eWay-Teststrecke

Gaggenau (red) – „Mit Interesse verfolgen wir, was auf den bestehenden Teststrecken für Oberleitungslastwagen passiert. Dabei entsteht der Eindruck, dass die ganze Sache unter keinem guten Stern steht“, erklärt die CDU-Kreisvorsitzende Brigitte Schäuble.

„Eine Zumutung“ nennt der CDU-Kreisverband die prognostizierte Bauzeit von mehr als 30 Wochen. Foto: Archiv

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„Eine Zumutung“ nennt der CDU-Kreisverband die prognostizierte Bauzeit von mehr als 30 Wochen. Foto: Archiv

Sie bezieht sich in ihrer Mitteilung auf die Fachzeitung „Automobilwoche“. Demzufolge sei eine Fahrtrichtung der fünf Kilometer langen Autobahn-Teststrecke auf der A5 bei Darmstadt nach einem Unfall im Januar beschädigt und seitdem außer Betrieb. Da die Techniker wegen der Corona-Pandemie nicht reisen dürften, könne die Anlage momentan nicht repariert werden. Eigentlich sollten mittlerweile vier der insgesamt fünf Oberleitungs-Hybrid-Laster auf der Strecke unterwegs sein. Die Volkswagen-Tochter Scania in Schweden sei der einzige Hersteller der Spezial-Lkw, von denen es aber derzeit nur zwei Exemplare gebe. Die beiden anderen seien bereits in Deutschland, es könnten zur Zeit aber weder die letzten erforderlichen Fahrzeugtests noch die Fahrerschulungen durchgeführt werden.

„Wünschenswert wäre außerdem, dass das Verkehrsministerium endlich die Projektdarstellung im Internet auf den neuesten Stand bringt“, kritisieren die CDU-Verbände im Murgtal. Anlässlich der Vergabe im Dezember des vergangenen Jahres wurde seitens des Verkehrsministeriums bekannt gegeben, dass der Abschnitt Ottenau nun entfällt. Damit wird es nur noch zwei Teilstücke im vierspurigen Bereich der B462 vom Unimog-Museum talabwärts geben.

„Strecke wird kürzer, aber teurer“


Die Planunterlagen und die Visualisierung zeigten aber immer noch als drittes Teilstück die kurvige Strecke im Bereich Ottenau und den Bereich des Gernsbacher Tunnels. „Gerade die Bereiche, die den Unterschied zu den bestehenden Pilotstrecken auf der A1 und der A5 ausmachen und auf deren Ergebnisse man angeblich so besonders gespannt ist, sind somit herausgefallen“ stellt Schäuble fest.

Darüber hinaus sei aufgefallen: War man ursprünglich von Projektkosten in Höhe 19,5 Millionen ausgegangen, so endet die Vergabe nun bei 21 Millionen: „Obwohl die Strecke nun kürzer wurde, ist sie um einiges teurer geworden.“

Obwohl die Pilotstrecke somit nur im vierspurigen Bereich der B462 gebaut werde und deshalb auf Vollsperrungen sicher verzichtet werden könne, sei die prognostizierte Bauzeit von mehr als 30 Wochen eine Zumutung. Zwar müssten die Beton-Fundamente einige Wochen aushärten, bevor die Stahlstützen montiert werden. Dies rechtfertige aber nicht, dass der Verkehr wochenlang ohne nennenswerte Bautätigkeit behindert werde: „Wir erwarten, dass die Fahrspuren sofort wieder zurückverlegt werden, sobald sich eine längere zeitliche Verzögerung abzeichnet.“

Zusammen mit den Freien Wählern Gaggenau und den Freien Bürgern Gernsbach stellt sich die CDU gegen das Projekt der Elektrifizierung der B462 zwischen Kuppenheim und Rotenfels. Auch der Gaggenauer Gemeinderat hat eine einstimmige Resolution gefasst. „Die Frage ist, wann das in Stuttgart gehört wird“, so Schäuble abschließend. Die letzte Hoffnung ruhe nun noch auf dem Petitionsausschuss, dessen Entscheidung man mit Spannung erwarte.

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Erstellt:
16. April 2020, 17:30 Uhr
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