Boden zu nass: Arbeiten im Badbereich ruhen

Gaggenau (uj) – Seit Anfang Februar ruhen die Arbeiten im Waldseebad in Gaggenau. Der Grund: Der Boden im künftigen Badbereich ist zu weich. Unterdessen wurden durch den Gemeinderat weitere Arbeiten vergeben.

Der Boden auf dem Waldseebad-Areal ist nach dem Dauerregen zu nass. Deshalb kann momentan im künftigen Badbereich nicht gearbeitet werden. Foto: Jahn

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Der Boden auf dem Waldseebad-Areal ist nach dem Dauerregen zu nass. Deshalb kann momentan im künftigen Badbereich nicht gearbeitet werden. Foto: Jahn

Von Ulrich Jahn

Mit der Vergabe von manchen Arbeiten für das neue Waldseebad ist es so eine Sache. Auch in der Gemeinderatssitzung am Montag konnte nur ein Teil vergeben werden. Die „Vergabe von Naturstein- und Bekiesungsarbeiten für den Badteil mit biologischer Wasseraufbereitung sowie die Kleinkinderbereiche“ konnte noch nicht umgesetzt werden.
Laut Andreas Fritz von der städtischen Bauverwaltung müssten mit Bietern noch Details erörtert werden. Deshalb gebe es noch keinen Vergabevorschlag, obwohl ein solcher als Tischvorlage in der Sitzung am Montag vorliegen sollte.

Frohe Kunde hatte er dagegen für das zweite Vergabepaket parat für die „elektrische Mess- Steuer- und Regelungstechnik (EMSR-Technik) für das Naturbad einschließlich des Aufbereitungsbereichs“. Nachdem bei der ersten Ausschreibung im offenen Verfahren lediglich ein Angebot eingegangen war und dieses etwa 54 Prozent über der kalkulierten Summe lag, hatte der Gemeinderat die Reißleine gezogen und die Ausschreibung wegen überhöhter Preise aufgehoben. Die Arbeiten waren erneut im offenen Verfahren ausgeschrieben worden. Zwei Angebote sind laut Andreas Fritz eingegangen. Das günstigere Angebot von der Firma „Weber Wassertechnik“ liegt netto bei etwa 270000 Euro (brutto 322000 Euro) und damit nur rund zehn Prozent über der Kostenschätzung. „Ein deutlich besseres Ergebnis“, befand Fritz.

Nach diesem positiven Ergebnis kam gleich eine Hiobsbotschaft. „Seit Anfang Februar kann im künftigen Badbereich nicht gearbeitet werden“, sagte Fritz. Der Grund: Der Boden ist nach den anhaltenden Regenfällen zu weich, notwendige Verdichtungen seien momentan nicht möglich. Aus diesem Grund werde der Zeitplan für den Badneubau aktualisiert und in der nächsten Sitzung vorgestellt.

SPD schlägt „schnelle Eingreifgruppe“ vor

Gerd Pfrommer (SPD) hob das positive Ausschreibungsergebnis für die EMSR-Technik hervor, betonte aber gleichzeitig, dass der Gemeinderat an der anvisierten Eröffnung des neuen Waldseebades 2021 gemessen werde. Aus diesem Grund schlug er die Bildung einer „schnellen Eingreifgruppe“ vor. Mit dieser sollten sowohl die Kosten als auch der Zeitplan eingehalten werden. Laut Bürgermeister Michael Pfeiffer werde man sich darüber in der nächsten Sitzung unterhalten und die bestehende Arbeitsgruppe weiter einbeziehen.

„Kann Dauerregen nach Fertigstellung dem Naturbad schaden?“, wollte Christina Palma Diaz (CDU) wissen. Pfeiffer verneinte das und meinte, wenn alles eingebaut ist, seien die Böden stabil. Nur während der Bauzeit könnten diese Probleme auftreten.

„Wir haben gut daran getan, die Ausschreibung aufzuheben“, meinte Rudi Drützler (CDU). Außerdem betonte er: „Eine Verschiebung um ein weiteres Jahr ist nicht tragbar.“

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Erstellt:
12. März 2020, 08:53 Uhr
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