Bierbrunnen soll Attraktivität für Wanderer steigern

Von Stephan Juch

Gernsbach (stj) – Landschaftspfleger Michael Görtler will den Premium-Wanderweg Gernsbacher Runde in Obertsrot mit einer zusätzlichen Attraktion aufwerten – doch das Vorhaben, einen Getränkebrunnen zu installieren, gestaltet sich schwierig.

Bierbrunnen soll Attraktivität für Wanderer steigern

Wegzehrung: Mit diesem Angebot sollte die Wanderroute zwischen Schwimmbad Obertsrot, Antoniuskapelle und Schützenhaus aufgewertet werden. Foto: Görtler

Wer auf dem Premium-Wanderweg Gernsbacher Runde nach Obertsrot kommt, geht am Schwimmbad vorbei, durch Streuobstwiesen in Richtung Antoniuskapelle. Unterwegs hat man herrliche Ausblicke auf Schloss Eberstein. Was fehlt, ist eine schöne Rastgelegenheit, ein gepflegtes Plätzchen zum Verweilen, Natur genießen und zur Erfrischung. Da bietet der Klingelbrunnen beim Stall von Landschaftspfleger Timo Görtler eine optimale Gelegenheit. Sein Vater Michael möchte diesen in einen Getränkebrunnen für Wanderer verwandeln – doch das ist gar nicht so einfach.

Der Brunnen ist städtisch. Das Grundstück nebenan gehört Görtler. Dieser hat es mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer hergerichtet, eine Bank und eine Absturzsicherung installiert, damit der Blick auf die von Tieren gepflegte Landschaft ungetrübt genossen werden kann. „Die Idee eines Bierbrunnens ist bei vielen gleich super angekommen“, erzählt Görtler im BT-Gespräch. Es wurden Pflanzen gespendet und kräftig mit angepackt. Als der mit einer Spendenkasse versehene Brunnen mit Bier und alkoholfreien Getränken bestückt war, schritt die Stadtverwaltung ein und untersagte das Angebot mit Verweis auf das Jugendschutzgesetz. Jetzt hofft Görtler auf Unterstützung durch den Ortschaftsrat.

Ortsvorsteher: Gar keine schlechte Idee

„Das ist gar keine schlechte Idee“, findet Ortsvorsteher Walter Schmeiser, der das Engagement der Görtlers für die Landschaftspflege lobt. Allerdings sieht er auch den Einwand der Stadt als berechtigt an, schließlich trage sie für ihren Brunnen die Verantwortung und könne die Einhaltung der Jugendschutzvorschriften nicht kontrollieren; immerhin bestünde die Gefahr, dass ein mit Bier bestückter, unbeobachteter Brunnen abends oder nachts zu einem beliebten Treffpunkt Heranwachsender werde. Andererseits gibt es im Schwarzwald mehrere solcher Angebote – unter anderem in Schwarzenberg (Mähder-Weinbrunnen) und in Sasbachwalden (Schnapsbrunnenweg). Schmeiser hat sich dort erkundigt. Die Brunnen werden allesamt privat betrieben, die Gemeinden unterstützen das Angebot zwar, haben aber mit der Haftung bei etwaigen Problemen nichts zu tun.

Was tun? Vielleicht kann das Thema im Ortschaftsrat beraten werden, hofft Görtler. Mit einem entsprechenden Konzept bestehe eventuell Hoffnung, diese Attraktivitätssteigerung für Wanderer auf ehrenamtlicher Basis zu realisieren. Der Landschaftspfleger signalisiert jedenfalls seine Bereitschaft, diesbezüglich aktiv zu bleiben. „Wir wollen einfach was für die Bürger machen“, betont Görtler.