Betriebsrente kommt, aber mit Kürzungen

Gernsbach (stj) – Gute Nachrichten gibt es von Baden Board: Der traditionsreiche Murgtäler Karton- und Verpackungsmittelhersteller kündigt an, das seit Ende November 2019 laufende förmliche Schutzschirmverfahren im Mai beenden zu können. Positive Signale kommen auch vom Pensionssicherungsverein: Die Betriebsrentner, die seit November ihr Geld nicht mehr kriegen, dürften dieses bald überwiesen bekommen.

Baden Board produziert eigenen Angaben zufolge jährlich rund 150 000 Tonnen Karton aus Altpapier (hauptsächlich für die Lebensmittelindustrie); der Geschäftsbereich Packaging verarbeite pro Jahr rund 60 000 Tonnen Faltschachtelkarton zu Verpackungen. Foto: Lauser / BT-Archiv

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Baden Board produziert eigenen Angaben zufolge jährlich rund 150 000 Tonnen Karton aus Altpapier (hauptsächlich für die Lebensmittelindustrie); der Geschäftsbereich Packaging verarbeite pro Jahr rund 60 000 Tonnen Faltschachtelkarton zu Verpackungen. Foto: Lauser / BT-Archiv

Von Stephan Juch

Die Betriebsrentner der als „Badischen“ bekannten Karton- und Verpackungsmittelfabriken an der B 462 zwischen Hilpertsau und Weisenbach können damit rechnen, in Kürze ihre seit November vergangenen Jahres ausstehenden Rentenansprüche überwiesen zu bekommen. Das hat der Pensions-Sicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit (PSV aG) dieser Tage in einem Schreiben angekündigt. Der PSV gewährleistet im Fall einer Unternehmensinsolvenz die Versorgung aller Berechtigten, die Anspruch auf eine insolvenzgeschützte Betriebsrente haben. Bei der Baden Board GmbH, die sich seit 27. November 2019 in einem förmlichen Schutzschirmverfahren befindet, sind dies nach BT-Informationen rund 120 Personen.

Diese müssen allerdings mit Kürzungen ihrer Bezüge rechnen. Gab es bisher alle drei Jahre – je nach wirtschaftlicher Lage und nach einem durchschnittlichen Inflations-Index – eine Erhöhung, werde es diesen Inflationsausgleich für die Zukunft nicht mehr geben.

Produktion läuft auf Hochtouren

Unterdessen verlauten aus dem Unternehmen selbst positive Neuigkeiten. Wie die Fachzeitschrift EUWID Verpackung kürzlich berichtete, könne Baden Board das seit Ende November 2019 laufende förmliche Schutzschirmverfahren im Mai beenden. Die Produktion in beiden Betriebsteilen (Karton und Verpackung) laufe demnach auf Hochtouren, die Auftragsbücher seien voll. Auch die Nachfrage nach Graskarton, dessen Produktion vor rund einem Jahr in größerem Umfang gestartet wurde (wir berichteten), sei unverändert hoch. „Diese Faktoren legen dem Unternehmen zufolge den Grundstein, um nach Abschluss des Verfahrens mit Partnern in Gespräche zur Finanzierung anstehender Investitionsprojekte einzusteigen“, berichtete das Fachmagazin des Gernsbacher Verlags weiter.

Der traditionsreiche Murgtäler Karton- und Verpackungsmittelhersteller war 2018 von Smurfit Kappa an die Münchener Livia Gruppe veräußert worden, die sich nur ein Jahr später wieder davon trennte und das Unternehmen mit insgesamt rund 300 Mitarbeitern an die deutsch-tschechische Marperger Group (Pilsen) weiter verkaufte. Baden Board produziert eigenen Angaben zufolge jährlich rund 150 000 Tonnen Karton aus Altpapier (hauptsächlich für die Lebensmittelindustrie); der Geschäftsbereich Packaging verarbeite pro Jahr rund 60 000 Tonnen Faltschachtelkarton zu Verpackungen.

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Erstellt:
16. Mai 2020, 11:00 Uhr
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