Berührende Reaktionen auf Gottesdienst im Internet

Forbach (red) – 24 Stunden nach dem Gottesdienst waren es bereits wieder über 1000 Endgeräte, auf denen der Livestream aus Forbach auch nachträglich noch heruntergeladen worden war.

Ein kleines Team ermöglicht die Übertragung der Messe aus der Forbacher Kirche. Foto: pr

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Ein kleines Team ermöglicht die Übertragung der Messe aus der Forbacher Kirche. Foto: pr

Bereits zum dritten Mal hatte ein Technikteam aus Forbach es ermöglicht, dass am Sonntag in der katholischen Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach zumindest ein digitaler Gottesdienst möglich wurde. Auch wenn nur ein kleiner Kreis direkt in der Kirche mitfeiern durfte, war so zumindest an PC, Smartphone oder Tablet im heimischen Wohnzimmer ein Mitfeiern möglich. „Erhebungen aus anderen Kirchengemeinden, die ähnliche Übertragungen machen, gehen davon aus, dass an jedem Endgerät zwei bis drei Personen zuschauen“, erläutert Thomas Roth vom Technikteam. Er sorgte nicht nur für Kabel, Mikrofone und Übertragung, sondern organisierte auch die nötigen Kanäle im Internet und überwachte die Technik. Auf diese war Verlass, wie Stefan Kneissler (Regie und Technikkonzeption) erleichtert verkünden konnte.

Die Messe wurde entsprechend der Corona-Einschränkungen in sehr kleinem Kreis gefeiert, um bei einer eventuellen Corona-Infektion den Kreis derjenigen, die sich anstecken könnten, so klein wie möglich zu halten. Pfarrer Thomas Holler sowie Gemeindereferentin Michaela Feldin, Mesner Robert Merkel und die beiden Pfarrgemeinderäte und Lektoren Annette Klumpp und Klaus Mungenast waren dabei sowie – weit weg vom Geschehen am Altar – die beiden Musikerinnen, Organistin Lenchen Kneisch und Sängerin Katharina Vogt, die mit gebührendem Abstand voneinander auf der Orgelempore den Gottesdienst begleiteten. Beide bekamen dort allerdings wenig vom Wortgottesdienst mit: „Wir hören oben nichts von dem, was um den Altar herum gesprochen wird, da alle Lautsprecher in der Kirche ausgeschaltet sind. Wir beobachten den Altarraum genau, damit wir wissen, wann es weiter geht“, erklären Vogt und Kneisch. Warum das so ist, erläutert Alexander Krieg vom Tonstudio „TonART“ aus Forbach, der für Ton und Bild zuständig war: „Das ist notwendig, damit die Akustik der Kirche bei den Aufnahmen der Tonqualität keinen Streich spielt.“

Die Reaktionen auf den Gottesdienst in den sozialen Medien waren berührend. Die Freude über die Möglichkeit, zumindest virtuell an der Heiligen Messe teilnehmen zu können und den vertrauten Gesängen und Gebeten zu lauschen, war aus vielen dankbaren Mails deutlich herauszulesen. Annette Klumpp, Lektorin und Pfarrgemeinderätin, hatte sich sehr gefreut, als sie erfuhr, dass sie bei den Corona-Gottesdiensten von Pfarrer Holler mitfeiern durfte.

„Als ich dann am Altar stand, war das ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits freute sich mich so, dass ich die Messe mitfeiern durfte, das war eine große Ehre. Aber andererseits fühlte es sich ganz merkwürdig an, in die leere Kirche zu blicken. Die vertrauten Gesichter, die waren nicht da. Dabei wurde mir bewusst, dass ich jetzt vertretend für diese Menschen hier stehe. Das war dann gleichzeitig auch eine Verantwortung, denn ich hatte das Gefühl, dass ich sie jetzt alle dabei hatte, das war sehr emotional“, erklärte sie.

Anknüpfend an Lesung und Evangelium, die von Jesus als gutem Hirten, als „Tür zu den Schafen“, handelten, zog Pfarrer Holler Parallelen zur aktuellen Krise. „Die Türen zur Kirche bleiben offen, ganz gleich, wie viele Türen und Herzen in unserer Welt verschlossen sind.“ Sinnbildlich für die Botschaft öffnete er mit Gemeindereferentin Feldin am Altar ein großes Tor, hinter dem die berühmte Jesus-Statue aus Rio de Janeiro zu sehen war.

Vertraute Gesichter fehlen


Eigentlich hätte am vergangenen Sonntag die feierliche Wiedereröffnung der Bernhardus-Hütte gefeiert werden sollen, die Türen dort müssen wohl auch noch eine Weile geschlossen bleiben. Gottesdienste sollen aber ab dem nächsten Sonntag wieder unter strengen Regeln möglich sein. Welche das sein werden, wird in der Diözese für alle Pfarrgemeinden einheitlich geregelt. „Ich hoffe, dass wir bis Mittwoch wissen, wie wir das alles umsetzen können und müssen, da ist Redaktionsschluss für das nächste Pfarrblatt“, erläuterte Pfarrer Holler. Die neuen Regelungen stehen dann auf der Homepage der katholischen Seelsorgeeinheit.

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Erstellt:
5. Mai 2020, 17:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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