Bermersbach: „Aufrüsten“ gegen den Wolf

Forbach (mm) – Aus sechs Tieren bestand die Bockherde der Ziegenfreunde Bermersbach, die im Ebettal überwintern sollte. Am Dreikönigstag bemerkte der Herdenbetreuer, dass eins davon fehlte.

Ob GW852m der Angreifer war, wird derzeit geprüft. Das Bild aus dem Murgtal entstand am 22. Juni 2018. Foto: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt

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Ob GW852m der Angreifer war, wird derzeit geprüft. Das Bild aus dem Murgtal entstand am 22. Juni 2018. Foto: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt

Von Markus Mack

Er fand es kurz darauf tot auf der Weide mit Bisswunden im Kehlbereich, der Kadaver an den Keulen angefressen. Hans-Jörg Wiederrecht, der Vorsitzende der Bermersbacher Ziegenfreunde (dem Verein, dem die Tiere gehören), schließt Fuchs oder Luchs als Täter aus. Derzeit wird geprüft, ob der im Nordschwarzwald heimische Wolf mit der Kennung GW852m den Bock gerissen hat.
Die Bockherde sei nicht im Winterstall, weil sich die Tiere mit den dort untergebrachten Geisen nicht vertragen. Für die Böcke sei ein eigener Unterstand auf der Weide errichtet, der das Überwintern problemlos ermögliche, erläutert Wiederrecht im BT-Gespräch. Wahrscheinlich sei der Angreifer gestört worden, vermutet Wiederrecht. Auf dem Fußweg zwischen Turnerheim und der Aussichtskanzel beim Wildgehege, der an der Weide vorbeiführt, seien derzeit viele Spaziergänger unterwegs. Für einen Wolf spreche, dass es sich bei den Ziegenböcken um kräftige Tiere handele, die sich auch zur Wehr setzen können. Die anderen fünf konnten fliehen. Sie sind mittlerweile beim Winterstall untergebracht. Die Weide hatte keinen wolfsabweisenden Zaun. Selbst wenn ein solcher vorhanden gewesen wäre, wäre die unterste stromführende Litze im Schnee versunken und die erforderliche Spannung von 4000 Volt nicht zu halten gewesen, meint Wiederrecht.

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Erstellt:
8. Januar 2021, 22:00 Uhr
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