Beratungsbedarf enorm gestiegen

Gernsbach (red) – Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona und geschlossener Schulen – geht das überhaupt?

Trotz Corona viel zu tun: (von links) Simone Gernsbeck-Scherer, Marcel Zeltmann (beide Realschule), Astrid Klempt (Albert-Schweitzer-Gymnasium), Patricia Mizera (Gemeinschaftsschule) und Alisa Bachofner (Grundschule Muggensturm). Foto: pr

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Trotz Corona viel zu tun: (von links) Simone Gernsbeck-Scherer, Marcel Zeltmann (beide Realschule), Astrid Klempt (Albert-Schweitzer-Gymnasium), Patricia Mizera (Gemeinschaftsschule) und Alisa Bachofner (Grundschule Muggensturm). Foto: pr

Oh ja! Die Schulsozialarbeiter der Gernsbacher Schulen und der Grundschule Muggensturm unter Trägerschaft des evangelischen Mädchenheims (Simone Gernsbeck-Scherer, Marcel Zeltmann, Astrid Klempt, Patricia Mizera und Alisa Bachofner) sind in dieser krisenhaften Zeit mehr denn je gefragt, betonen sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Während die Schüler ihren Lernalltag seit Mitte März von zu Hause aus strukturieren und bewältigen müssen, habe der Beratungsbedarf enorm zugenommen – nicht nur vonseiten der Schüler, sondern auch und insbesondere von deren Eltern und Erziehungsberechtigten. Neben der Herausforderung, die eigene Berufstätigkeit und das Homeschooling unter einen Hut zu bringen, leiden die Kinder und Jugendliche zunehmend unter der räumlichen Distanz zu ihren Mitschülern und Freunden. Die damit einhergehenden Stimmungsschwankungen, Launen und emotionalen Ausbrüche gelte es auszuhalten – ein Ende der Ausnahmesituation sei aber vorerst nicht in Sicht.

Die Eltern sehen sich seit Wochen in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ihre Schützlinge die geforderten schulischen Arbeitsergebnisse liefern. Die Schüler selbst haben oftmals das Gefühl, den umfangreichen Lernstoff nicht mehr bewältigen zu können oder machen sich zunehmend Sorgen um bevorstehende Prüfungen, erläutern die Schulsozialarbeiter.

Körperlicher Ausgleich durch Sport fehlt


Mit Anhalten der schulischen Ausnahmesituation falle es Schülern- und Elternberichten zufolge außerdem zunehmend schwerer, die dafür nötige Alltagsstruktur und Arbeitsmotivation aufrecht zu erhalten. Der körperliche Ausgleich zum Beispiel durch gezielte Bewegung an der frischen Luft und Sport fehle oftmals. Nicht wenige Kinder und Jugendliche geben an, ihre Freizeit vermehrt beziehungsweise ausschließlich mit sogenannten Sozialen Medien oder „Zocken“ zu verbringen. Das alles sorge für Spannungen im häuslichen Umfeld und für Gesprächsbedarf – bei allen Beteiligten.

Entsprechend waren die Schulsozialarbeiter seit dem ersten Tag der Schulschließungen gefordert und haben ihre Arbeit zum großen Teil auch von zu Hause aus fortgeführt. Die bis dato üblichen persönlichen Kontakte wurden durch E-Mail-Korrespondenz, telefonische Beratungen und Initiativkontaktaufnahmen zu einzelnen Schülern aus dem Homeoffice ersetzt. Gleichzeitig wurden Einzelspaziergänge mit dem nötigen Sicherheitsabstand zur persönlichen Problembesprechung angeboten und durchgeführt. Für den Bereich der Grundschule wurden außerdem Beschäftigungsangebote via Newsletter versendet.

Mit Schulöffnung am vergangenen Montag durften nun auch die Schulsozialarbeiter offiziell an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Einen „normalen“ Arbeitsalltag wie in Zeiten vor Corona werde es jedoch vorerst nicht geben – zumal ein Großteil der Schülerschaft weiterhin zu Hause bleiben muss und das persönliche Gesprächsangebot in der Schule nicht wahrnehmen kann beziehungsweise darf.

So sind die Schulsozialarbeiter weiterhin per E-Mail und/oder Schulmessanger sowie telefonisch unter den bekannten Rufnummern erreichbar, um sich entsprechend mit den Eltern und Schülern in Verbindung zu setzen. Die genauen Kontakte und Zeiten sind den jeweiligen Schulhomepages zu entnehmen.

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Erstellt:
7. Mai 2020, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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