Auch Gewerkschafter sieht positive Signale

Gernsbach/Weisenbach (stj) – Dirk Schmitz-Steinert von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) äußert sich im BT-Gespräch zum Schutzschirmverfahren bei Baden Board und sieht positive Signale für den Fortbestand des Karton- und Verpackungsmittelherstellers.

Die Produktion beim Murgtäler Verpackungsmittelhersteller Baden Board läuft stabil, informiert die Geschäftsleitung. Foto: Baden Board

Die Produktion beim Murgtäler Verpackungsmittelhersteller Baden Board läuft stabil, informiert die Geschäftsleitung. Foto: Baden Board

Von Stephan Juch

Nachdem die Geschäftsleitung der Baden Board GmbH drei Monate nach Beginn des Schutzschirmverfahrens einen optimistischen Blick in die Zukunft des Karton- und Verpackungsmittelherstellers geworfen hat (wir berichteten), sieht auch der für den Betrieb zuständige Gewerkschaftssekretär Dirk Schmitz-Steinert positive Signale: „Es läuft den Umständen entsprechend gut.“

Als die drohende Zahlungsunfähigkeit von Baden Board bekannt wurde, war die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) zunächst außen vor, weil die Unternehmensführung erst mal wenig Interesse signalisiert hatte, die Probleme des Standorts zusammen mit der Gewerkschaft in den Griff kriegen zu wollen. Das habe sich geändert, auch weil von außen einiges an Druck aufgebaut worden sei – etwa durch die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek (frühere Bezirksleiterin der IG BCE Karlsruhe) und Kommunalpolitiker –, betont Schmitz-Steinert. Er verweist auf einen externen Berater, den sich der Betriebsrat auf Anraten der IG BCE genommen habe. „Die Beteiligung der Mitbestimmungsorgane funktioniert, die Mitarbeiter werden am Verfahren beteiligt, das war mir wichtig.“

Sicherungs-Verein prüft Renten-Ansprüche

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Beteiligt werden neben den Mitarbeitern von Baden Board inzwischen auch alle externen Firmen und Lieferanten, die in irgendeiner Form noch Geld vom Unternehmen bekommen. Es sei ein Gläubigerausschuss ins Leben gerufen worden, „der versucht, für alle Beteiligten sinnvolle Lösungen zu finden“, erklärt Schmitz-Steinert. Auch für die Betriebsrentner, die seit Monaten auf ihr Geld warten, gibt es positive Signale. Der Pensions-Sicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit (PSV aG) hat auf BT-Anfrage bestätigt, dass die erforderlichen Unterlagen aus dem Murgtal inzwischen eingegangen seien. Diese werden nun geprüft. Die Betroffenen können also davon ausgehen, dass sie ihre ausstehenden Renten in Kürze überwiesen bekommen.

Im Fall einer Unternehmensinsolvenz gewährleistet der PSV die Versorgung aller Versorgungsberechtigten (Rentner und Anwärter), die Anspruch auf eine insolvenzgeschützte Betriebsrente haben. „Hierzu prüfen wir bevorzugt die Ansprüche der Rentner, da uns klar ist, dass der Ausfall oder zeitliche Verzug von Rentenzahlungen sehr problematisch für den Betroffenen sein kann“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Marko Brambach, Mitglied des PSV-Vorstands: „Für diese Prüfung benötigen wir in der Regel zahlreiche Unterlagen vom betroffenen Unternehmen und vom Rentner. Die aus dem Insolvenzverfahren entstehende zeitliche Verschiebung führt dabei aber in der Regel nicht zu einem Verlust beim Rentner“, unterstreicht Brambach.

Unterdessen versucht die IG BCE laut Schmitz-Steinert weiterhin, die Baden Board GmbH auf dem Weg aus der Krise zu unterstützen und Ruhe in den Betrieb hineinzubringen. Deshalb freue er sich, dass sich die Geschäftsführung an die Absprachen halte, die man getroffen habe. „Im Moment sieht es gut aus“, blickt der Gewerkschaftssekretär vorsichtig optimistisch auf das weitere Insolvenzverfahren des Karton- und Verpackungsmittelherstellers, der an den Standorten in Gernsbach (Karton) und Weisenbach (Packaging) insgesamt rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.


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