An allen Fronten unter Druck

Loffenau (stj) – Wegen Corona wird der finanzielle Spielraum für die Gemeinde Loffenau noch enger. Deshalb hat die Verwaltung entsprechende Sparvorschläge erarbeitet, über die der Gemeinderat am 21. April in öffentlicher Sitzung beraten und entscheiden soll.

Könnte im Rahmen eines Leader-Projekts aufgewertet werden: Das Löchle-Areal mit Wassertretstelle. Ob es dazu kommt, ist angesichts der angespannten Finanzsituation in der Gemeinde Loffenau fraglich. Foto: BT-Archiv

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Könnte im Rahmen eines Leader-Projekts aufgewertet werden: Das Löchle-Areal mit Wassertretstelle. Ob es dazu kommt, ist angesichts der angespannten Finanzsituation in der Gemeinde Loffenau fraglich. Foto: BT-Archiv

Von Stephan Juch

Der Haushaltsplan 2020 steht an allen Fronten unter Druck. Diese Feststellung traf Bürgermeister Markus Burger bereits bei der Einbringung des Planwerks am 10. März. Wenn der Gemeinderat nun am morgigen Dienstag zum nächsten Mal tagt, hat sich die Situation weiter verschärft. Der finanzielle Spielraum für die kleine Gemeinde wird durch die Corona-Pandemie noch enger. Dem fallen einige Projekte zum Opfer.

Nach einer kritischen Überprüfung des Haushaltsplanentwurfs hat die Verwaltung eine entsprechende Fortschreibung erarbeitet, die jetzt dem Gemeinderat vorgestellt wird. Schon in seiner Haushaltsrede hatte Burger betont, die Vorgabe, die vollständige Erwirtschaftung der Abschreibungen und die damit einhergehende intergenerative Gerechtigkeit, nicht erreichen zu können. War er Anfang März im Ergebnishaushalt noch von einem Fehlbetrag in Höhe von 569 000 Euro ausgegangen, erhöht sich dieser nun auf etwas mehr als 726 000 Euro. Hauptgrund ist der zu erwartende Rückgang der Gewerbesteuer (minus 22 Prozent) und die daraus resultierende geringere Umlage; hinzu kommen prognostizierte Rückgänge um jeweils fünf Prozent beim Einkommenssteuer- und beim Umsatzsteueranteil. Wegen des Konjunktureinbruchs rechnet Loffenau zudem mit weniger Holzverkauf (minus 25 000 Euro). Außerdem fehlen der Gemeinde 15 500 Euro wegen der Kinderbetreuung (ein Monat beitragsfrei wegen Corona).

Tourismusprojekte auf der Streichliste

Auf der Investitionsseite schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, auf einiges zu verzichten, um das Loch im Gemeindesäckel nicht noch größer werden zu lassen. So will man weniger Grundstückskäufe tätigen (5 000 Euro), die Umstellung auf Akkugeräte und Ersatzbeschaffungen für den Bauhof stoppen (7 200 Euro), die Installation einer Schwerlastrinne für die Abwasserentsorgung in der Igelbachstraße verschieben (15 000 Euro), das neue Spielehaus für den Kindergarten Brunnengasse streichen (3 000 Euro) sowie im Bereich Tourismus abspecken (39 000 Euro).

Letzterem sollen auf Vorschlag der Verwaltung die Einrichtung eines Sagenwegs und eines astronomischen Lehrpfads zum Opfer fallen, bei den Infotafeln für den Premiumwanderweg nur 10 000 statt der geplanten 20 000 Euro ausgegeben werden. Noch nicht genau beziffert hat die Verwaltung das Einsparpotenzial in den Bereichen Kureinrichtung und Bestattungswesen. Bei Letzterem soll geprüft werden, inwieweit neue Grabarten noch ohne Hauptweg angeboten werden können, bei Ersterem steht das weitere Vorgehen bei der Freizeitanlage Löchle zur Disposition.

Neben dem Schwerpunkt Haushalt stehen bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 21. April Bauanträge, der Wirtschaftsplan der Wasserversorgung, die Ausschreibung von Strom- und Gaslieferverträgen sowie die Sanierung der Ortsdurchfahrt Loffenau auf der Tagesordnung. Wie berichtet, hat sich die Verwaltung nach Rücksprache mit den Fraktionssprechern darauf verständigt, die um 19 Uhr beginnende Sitzung in der Gemeindehalle stattfinden zu lassen. Dort sei es problemlos möglich, die Abstands- und Hygienevorschriften einzuhalten.

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Erstellt:
19. April 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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