Abschied und Neubeginn im Bad mit Herz

Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach (vgk) – Die Ära von Bademeister Dieter Klaiber endet nach der Saison, wenn die Sanierung des Freibads in Lautenbach beginnt.

Abschied und Neubeginn im Bad mit Herz

Dieter Klaiber geht in Rente. Seit 2016 ist er als Quereinsteiger für das Schwimmbad in Lautenbach zuständig. Foto: Gareus-Kugel

Die Schwimmbadsaison geht zu Ende und damit in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Zeit. Im Lautenbacher „Freibad mit Herz“ kommt mit dem Saisonende zudem eine Ära am Beckenrand zum Abschluss. DLRG-Rettungsschwimmer und Fachangestellter für Bäderbetriebe Dieter Klaiber geht in Rente. Seit 2016 war der als Quereinsteiger mit an Bord.

Sein Schulfreund Bernhard Wieland, im Freibad Reichental ebenfalls in der Sparte unterwegs, habe ihn auf die Idee gebracht, sich um diese Stelle bei der Stadt Gernsbach zu bewerben. Der benötigte DLRG- Rettungsschwimmerschein in Silber war schnell erneuert und somit stand der Job-Aufnahme nichts mehr im Weg. Den Großteil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte Klaiber bei den Firmen Roth und KWH in Ottenau.

Natürlich hätte sich auch Klaiber zum Ende seines Berufslebens eine entspanntere Badesaison vorstellen können. Doch das Virus Covid-19 hält sich nun mal nicht an Regeln. Einen Rückgang der Besucherzahlen konnte der Bademeister jedenfalls nicht feststellen. Wenn man berücksichtigt, dass keine Jahreskarten ausgegeben wurden und die Schwimmbäder erst rund sieben Wochen später öffnen durften, könne sich die Bilanz dennoch sehen lassen, meinte Klaiber im BT-Gespräch. Im vergangenen Jahr besuchten circa 6 000 Badegäste das Lautenbacher Schwimmbad. Aktuell liege man bei etwa 3.000 Besuchern. Hätte es die Verkürzung der Badezeit durch die Pandemie nicht gegeben, käme das Bad auf den annähernd selben Besucherschnitt wie im Jahr 2019, ist sich der scheidende Bademeister sicher.

„Mein Nachfolger wird es leichter haben“

Ist die Schwimmbadzeit beendet, werden die Bagger rollen. Wie bereits berichtet, wird das kleinste der vier Gernsbacher Freibäder in den kommenden Monaten fit für die Zukunft gemacht.

„Mein Nachfolger wird es leichter haben“, meinte deshalb auch Klaiber und führte weiter aus, dass sein Freund, der Baum, schon viel Arbeit verursacht habe. Eine mächtige Linde ziert den Platz neben dem Kiosk. Aufgrund fehlender Überlaufrinnen musste deshalb jedes einzelne Blatt aus dem Wasser herausgefischt werden, führte der zukünftige Ruheständler aus. Hinzu komme die veraltete Schwimmbadtechnik, die ebenfalls manches an Arbeit erforderte.

Diese wird in der Nach-Klaiber-Ära nun auf Vordermann gebracht, den entsprechenden Baubeschluss fasste der Gemeinderat am 20. Juli. Für rund 920 000 Euro soll der seit Jahren bestehende Sanierungsstau im Schwimmbad behoben, die Becken- und Filteranlage auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Konkret geplant sind der Bau eines neuen Schwimmbeckens mit hydraulischer Zu- und Ablaufstruktur, die Erstellung eines neuen Filtergebäudes mit aktueller Aufbereitungsanlage sowie die Gestaltung der Außenanlagen.