25 Jahre Panoramatafel auf dem Bernstein

Gaggenau (red) – Unter den Bergen des Nordschwarzwaldes nimmt der Bernstein eine Sonderstellung ein. Seit 25 Jahren gibt es nun dort eine Panoramatafel, die Manfred Reufsteck geschaffen hat.

Die Panoramatafel auf dem Bernstein mit Blick nach Gaggenau, rechts Michelbach, über der Tafel Sulzbach. Fotos: Manfred Reufsteck

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Die Panoramatafel auf dem Bernstein mit Blick nach Gaggenau, rechts Michelbach, über der Tafel Sulzbach. Fotos: Manfred Reufsteck

Von Thomas Senger

Mit 694 m ü. NN ist er zwar deutlich niedriger als zum Beispiel die Teufelsmühle oder die Badener Höhe, aber keiner der besonderen Aussichtsberge dieser Region konnte seine Ursprünglichkeit derart bewahren wie der Bernstein.“ So beginnt eine Beschreibung von Manfred Reufsteck, die er anlässlich der Einweihung seiner ehrenamtlich geschaffenen Panoramatafel für den Gipfelfels dieses Berges am 24. Februar 1995 verfasst hatte.

In diesen 25 Jahren wurde diese Edelstahl-Tafel mit ihren vielfältigen Daten und Angaben für unzählige Wanderer und Biker immer wieder eine gern genutzte Informationsquelle. Denn es sind ja hier nicht nur die allermeisten sichtbaren Orte mit Entfernungsangaben vermerkt, auch eine ganze Anzahl markanter Berge. Reufsteck ging bei der Entwicklung dieses von Hand gefertigten Unikats noch deutlich weiter.

So sind beispielsweise die Positionen und die Uhrzeiten der Sonnenuntergänge zu den verschiedensten Jahreszeiten in dieses korrosionsfreie Material eingraviert. Oder das Winkelmaß der Sonnenhöhe zur Mittagszeit zu bestimmten Daten, dementsprechend auch die jeweilige Tageslänge in Stunden und Minuten. Ebenso neuartig für eine solche Panoramatafel sind hier Angaben über Entfernungen in Kilometer sowie in Lichtlaufzeiten zum Mond, zur Sonne, zum Kleinplaneten Pluto oder gar zum nächsten Stern. Des Weiteren sind Entfernungen ins Erdinnere bis hin zum Erdkern erfasst.

Für Reufsteck wurde dieses Werk geradezu zu einem Multiplikator. Nicht nur, dass sich für ihn hieraus viele eindrucksvolle Begegnungen und Gespräche auf diesem Berg entwickelten. Eines Tages entstand auch die Idee, eine Informationstafel über die Entstehung des Bernsteins zu schaffen. Im Jahr 2003 verwirklichte Reufsteck diesen Gedanken mit einer Messingtafel auf einem eigens von der Forstverwaltung bereitgestellten Buntsandsteinfindling neben der Bernsteinhütte. Eine seiner weiteren Ideen war dann, den Bernstein zum Naturdenkmal erklären zu lassen; sein Antrag wurde von den Städten Gaggenau und Bad Herrenalb mit Wirkung zum 1. Januar 2008 realisiert.

Schutz für das Naturdenkmal

Damit war für diesen Bernsteinfreund zwar wieder ein wichtiges Ziel erreicht, aber keinesfalls das Ende seiner Möglichkeiten. Jetzt begann er dort mit seinen geologisch-naturkundlichen Führungen, auch in der Absicht, dadurch ganz allgemein ein stärkeres Schutzbewusstsein für dieses Naturdenkmal zu entwickeln. Dabei war Ihm stets daran gelegen, wegen der Erlebnistiefe und der Rücksichtnahme auf andere Wanderer die Anzahl der Teilnehmer auf max. 15 zu begrenzen.

25 Jahre Panoramatafel auf dem Bernstein sind für Manfred Reufsteck gleichbedeutend mit 25 Jahre Engagement für diesen Berg. Nicht nur viele Säuberungsaktionen hat er in dieser Zeit durchgeführt, ebenso auch mit dem Förster abgestimmte Freischnitte zur Erhaltung der Aussicht, die Pflege und halbjährliche Erneuerung des Bernsteingipfelbuches und vieles andere mehr. Auch dank anderer Bernsteinfreunde ist dieser Berg heute deutlich sauberer als früher. Hinzu kommt, dass mit der Erklärung zum Naturdenkmal hier die Entnahme der landschaftsprägenden Felsblöcke aus Buntsandstein unterbleibt. Möge der Bernstein mit seiner geologischen Besonderheit, seiner fantastischen Aussicht und seinem ganz eigenen Flair als außergewöhnliches Kleinod noch vielen Generationen so erhalten bleiben.

Zahlreiche Informationen sind in die Tafel integriert.

© red

Zahlreiche Informationen sind in die Tafel integriert.

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Erstellt:
21. Februar 2020, 11:09 Uhr
Lesedauer:
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