„Wir sind total dankbar“

Bühl (red) – Wolf-Dieter Geißler, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul, ist begeistert: die Ostergeschenkaktion der Bühler Pfarrgemeinde St. Peter und Paul bringt 22000 Euro ein.

Bedürftige erhalten Lebensmittelpakete. Foto: pr

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Bedürftige erhalten Lebensmittelpakete. Foto: pr

Am Palmsonntag hatte er aufgerufen, die Partnerprojekte der Gemeinde in Kolumbien und Peru sowie das Caritas Baby Hospital der Kinderhilfe Bethlehem, das über den Bühler Verein „Kleiner Stern“ unterstützt wird, bei allen eigenen Sorgen nicht ganz aus den Augen zu verlieren.

„Ostergeschenktopf“ nannte er die Spendenaktion. Daraufhin gaben zahlreiche Menschen gut gefüllte Umschläge im Pfarramt ab. Der „Topf“, sagt Geißler, sei innerhalb von nur zwei Wochen mit 22000 Euro gut gefüllt worden. Und es gingen noch immer Spenden ein. Die gesamten Spenden wurden bereits direkt an die Projekte weitergeleitet.

Wie aber ist derzeit die Situation in der Partnergemeinde Nuestra Senora de la Esperanza bei Lima, im Straßenkinderhaus „Casa de Paz“ in Medellín und im Baby-Krankenhaus? Christiane Maurer, Vorsitzende des Perukreises, spricht von steigenden Infektions- und Todeszahlen gerade im Großraum Lima. „Die Regierung hat früh ein Versammlungsverbot verhängt. Es gibt strenge Ausgangssperren, die durch Polizei und Militär kontrolliert werden. Das Schuljahr beginnt eigentlich im März, Schulen und Universitäten blieben jedoch geschlossen“, zitiert sie die Lehrerin María Fajardo von der Partnerschaftsgruppe der Pfarrei.

Maurer verweist auch auf eine E-Mail des Pfarrers Padre Tito: „Das Leben unserer Geschwister, die im Pfarrgebiet leben, ist sehr prekär, und es geht ihnen immer schlechter.“ Mit der Unterstützung aus Bühl sind inzwischen Grundbedarfsgüter gekauft worden, wie Maurer weiter mitteilt, vorrangig für Familien aus dem Programm der Schulpatenschaften und Sozialfälle. „Bisher wurden 250 Lebensmittelpakete verteilt, zusätzlich erhielten die Empfänger Gutscheine für Gas und Medikamente. Die Patenkinder bekamen endlich auch ihr Schulmaterial.“ Der Pfarrer danke „allen Brüdern und Schwestern der Pfarrei St. Peter und Paul für ihre Anteilnahme“, so Maurer.

Daniela Weißmann, die dem Verein „Kleiner Stern“ vorsteht, berichtet von „traurigen Tatsachen“ in Bethlehem. Sie weiß von der Chefärztin des Baby-Krankenhauses, Hiyam Marzouqa: „Das Haus bleibt geöffnet, das Personal ist weiter für die Kinder da.“ Die Mitarbeiter setzten alles daran, die Ausbreitung des Virus so gering wie möglich zu halten. Die Spende aus Bühl werde wohl dringend gebraucht, um den Krankenhausbetrieb aufrecht zu erhalten.

Uwe König, der für die Bühler Pfarrgemeinde die Brücke nach Medellin bildet, berichtet, das „Haus des Friedens“ für Straßenkinder sei aufgrund der Pandemie geschlossen worden, die aktuell 14 Jungs seien in ihre Familien entsandt worden. Ein Grund für diese Maßnahme: „Die Mitarbeiter im Haus sind älter als 60 Jahre, und alle Bürger ab 60 dürfen ihr Haus bis Ende Mai nicht mehr verlassen.“ „Da die Kinder aus Armenvierteln stammen, ist es für uns nun fast unmöglich, Kontakt herzustellen. Sie haben kein Telefon. Der Pastor der Gemeinde sendet den Familien aber Care-Pakete mit Grundnahrungsmitteln; diese Aktion unterstützen wir jetzt von Deutschland aus.“ Er zeigt sich überrascht über die Dimension der Spende aus Bühl: „Sie bedeutet für uns, einige Monate über die Runden zu kommen. Das ist eine riesige Entlastung. Wir sind total dankbar.“

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Erstellt:
30. April 2020, 16:00 Uhr
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