Von Fortschritt und Zerstörung

Ottersweier (jo) – Das Jahresgeschehen von Ottersweier und Unzhurst in Wort und Bild zusammenzufassen, das hat seit 1972 Tradition. Nun ist der neue „Heimatbrief“ erschienen.

Die Titelseite des Heimatbriefs. Foto: pr

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Die Titelseite des Heimatbriefs. Foto: pr

Das Jahresgeschehen von Ottersweier und Unzhurst in Wort und Bild zusammenzufassen, das hat in der rund 6350 Einwohner zählenden Gemeinde seit 1972 Tradition. Für die aktuelle Ausgabe des „Heimatbriefs“ hat sich ein achtköpfiges Team mit Bürgermeister Jürgen Pfetzer wieder an die Aufgabe gemacht, auf 128 Seiten zu dokumentieren, was von November 2018 bis Oktober 2019 geschah. Darüber hinaus enthält das Jahrbuch erneut lesenswerte „Geschichten & Geschichtle“.

Die ersten 35 Seiten sind einer reich bebilderten Ortschronik vorbehalten, beginnend mit dem Aufenthalt einer Ottersweierer Delegation in der Partnergemeinde Westerlo bis zur Auszeichnung der einheimischen Firma Spinner als beste Buchbinderei Deutschlands. Dazwischen liegen Ereignisse wie der Besuch von Kultusministerin Susanne Eisenmann, der Trip des Gemeinderats ins befreundete Krauschwitz samt Oberlausitz und die Vollendung des Holzskulpturenpfads auf Hundseck.

Außerdem gibt es eine umfangreiche Darstellung des vielfältigen Dorflebens auf Vereins- und Schulebene sowie im kirchlichen Bereich und bei Klassentreffen. Ab Seite 90 richten mehrere Autoren den Fokus auf die jüngere Geschichte Ottersweiers. Adalbert Metzinger erinnert an Helga Falk und das Café Falk in der Laufer Straße. Manfred Brede (Jahrgang 1935) schildert das Trauma seiner kriegsbedingten Kinderlandverschickung 1942 von Mannheim nach Ottersweier. Immerhin wurde er gut untergebracht: „Ich hatte eine gute Zeit.“ Wie Orkan „Lothar“ über Ottersweier fegte, berichten Jürgen Pfetzer und der frühere Forstdirektor Kay Karius. Helmut Burkart zeichnet ein Porträt des Unzhurster Vogelliebhabers Oswald Maurath mit dem Zitat: „Wir reden von Fortschritt und zerstören alles.“ Helmut Kopf blättert in Zeitungsmeldungen des ersten Nachkriegsjahres 1919, in dem sich das Leben nur langsam wieder normalisierte. Eine neunseitige Strecke mit alten Postkarten-Ansichten und ein Gedicht von 1896 („Im Pfarrhaus zu Ottersweier“) schließen den „Heimatbrief“ ab. Dieser ist für 4,90 Euro im Rathaus sowie bei Volksbank und Sparkasse erhältlich.

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Erstellt:
4. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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