Viel Plastik in der Biotonne

Bühl (red) – Die Stadt Bühl klagt über viele Fehlwürfe in den Biotonnen. Vor allem Plastiktüten landen dort in Massen.

Hat dort nichts zu suchen: Plastiksäcke in der Biotonne. Foto: Abfallwirtschaft Bühl

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Hat dort nichts zu suchen: Plastiksäcke in der Biotonne. Foto: Abfallwirtschaft Bühl

Die Abfallwirtschaft der Stadtverwaltung Bühl ist im Kundengespräch oder bei Kontrollen immer wieder erstaunt, wieviele Bürger Plastiktüten als Verpackungsmaterial in der Biotonne verwenden. So wurden bei einer Kontrolle jüngst in einem Fünftel der Behälter Plastiktüten gefunden, weshalb die Biotonnen nicht geleert wurden. Den Nutzern blieb in diesem Fall die Möglichkeit, den Inhalt nachzusortieren oder eine gebührenpflichtige Sonderleerung als Restabfall in Auftrag zu geben, wie die Verwaltung mitteilt.

„Leider halten sich auch längst nicht alle Bürger an die Sortierkriterien, stellt die Abfallwirtschaft fest. Über die Biotonne werden die im Haushalt anfallenden organischen Abfälle abgeholt, wie zum Beispiel Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeefilter- und Teebeutel, ausgepackte verdorbene Lebensmittel, Essensreste inklusive Knochen und Papierservietten, Zimmer- und Balkonpflanzen, Blumenerde, Eierschalen, Haare und Federn, Kleintierstreu von Mäusen, Hamstern und Kaninchen (kein Katzenstreu) und in Kleinmengen auch Gartenabfälle. Insbesondere Bioabfälle wie Knochen, Fleisch- und Fischreste sowie gekochte Speisereste müssen über eine Biotonne entsorgt werden, da diese nicht zum Kompostieren zu Hause geeignet sind beziehungsweise für Ratten- und Madenbefall sorgen. Über die Biotonne dürfen keine Plastiktüten, Glas, Alufolie, Windeln, Kaffeekapseln, Holzgegenstände, Hygieneartikel und Staubsaugerbeutel oder sonstige Fremdstoffe entsorgt werden“, heißt es weiter.

Je besser die Bioabfälle in Zeitungspapier oder Papiertüten verpackt sind, desto weniger Rückstände verbleiben nach der Leerung in der Biotonne. Bereits in der Küche kann der Sammelbehälter mit Zeitungspapier ausgelegt und der Bioabfall damit eingewickelt werden. Nach jeder Leerung sollte die Biotonne zum Austrocknen mit geöffnetem Deckel auf den Kopf gestellt werden. Ärgerlich für die Nutzer sind Hundekottüten, die von Herrchen oder Frauchen beim Gassigehen einfach in fremden Tonnen entsorgt werden. Diese Plastiktüten mit Fäkalien gehören in die Restabfalltonne. In den anderen Behältern müssen sie teuer als Störstoffe aussortiert werden und verschmutzen außerdem das Sammelgut beziehungsweise die Sortieranlagen.

Tüten aus Stärke behindern den Vergärungsprozess

Anders als beim Restabfall könne die Biotonne auch über Grundstücksgrenzen hinweg als Gemeinschaftstonne genutzt werden. Dies biete sich insbesondere für Eigenkompostierer an, die die braune Tonne nur für die schwer kompostierbaren Abfälle nutzen möchten. Toleriert werden derzeit noch die kompostierbaren „Kunststofftüten“ aus Mais- oder Kartoffelstärke, wenn sie deutlich als solche – auch auf den Tüten – gekennzeichnet sind. Hier zeichnet sich allerdings ab, dass diese in Zukunft nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Zum einen wird der Vergärungsprozess behindert, zum anderen ist die Verweildauer in der Kompostanlage zu kurz, um die Biofolien vollständig zu zersetzen. Nicht zu verwechseln sind diese Tüten mit „ökologischen“, „recycelbaren“ und auch „biologisch abbaubaren“ Plastiktüten, da diese überhaupt nicht kompostierbar sind.

Die Bühler Bioabfälle werden übrigens in der Kompostanlage in Iffezheim nicht nur stofflich, sondern auch energetisch verarbeitet: Der Kompostierung ist eine Bioabfallvergärungsanlage vorgeschaltet.

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Erstellt:
6. August 2020, 13:47 Uhr
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