Skulptur in Ottersweier aufgestellt

Ottersweier (red) – Eine Balance zwischen Gegensätzen und Widersprüchen ist das Ziel des Ottersweierer Künstlers Manfred Emmenegger-Kanzler. Seine Skulptur „Dialog“ steht seit August am Rathaus.

Manfred Emmenegger-Kanzler (links) und Jürgen Pfetzer an der Arbeit aus Stahl, die mindestens für ein Jahr vor dem Rathaus Ottersweier platziert ist. Foto: Gemeinde Ottersweier/Katrin König-Derki

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Manfred Emmenegger-Kanzler (links) und Jürgen Pfetzer an der Arbeit aus Stahl, die mindestens für ein Jahr vor dem Rathaus Ottersweier platziert ist. Foto: Gemeinde Ottersweier/Katrin König-Derki

„Kunst im öffentlichen Raum“ findet sich nun auch am Rathaus Ottersweier: Seit August ist auf der Rasenfläche vor dem Gebäude die über zwei Meter große, rund 1,3 Tonnen schwere Stahlskulptur „Dialog“ von Manfred Emmenegger-Kanzler zu sehen, inzwischen auch mit dem erwünschten „Edelrost“ überzogen.

Im Gespräch äußert sich Bürgermeister Jürgen Pfetzer stolz auf die Tatsache, dass in der eigenen Gemeinde ein namhafter Künstler wohnt und man eine Arbeit von ihm jetzt an einem repräsentativen, zentralen Ort ausstellen kann, und zwar für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr.

„Auf der leicht erhöhten Fläche ist das Kunstwerk nicht nur von weither sichtbar, ein Aspekt, der sich nach Abriss eines angrenzenden Gebäudes noch verstärken wird, Titel und Aussage passen auch bestens zu einem Rathaus“, so Pfetzer. Schließlich sei dies ein Raum, der im Wesentlichen der Kommunikation diene. „Das ist doch eine tolle Symbiose.“ Die Idee, einen öffentlichen Platz künstlerisch zu gestalten, sei von Emmenegger-Kanzler ausgegangen, blickt der Bürgermeister zurück. Sie füge sich aber auch in bestehende Pläne zur Umgestaltung eines großflächigen Bereichs rund um das Rathaus ein.

Werk bleibt mindestens ein Jahr stehen

Der Bildhauer klärt laut einer Mitteilung aus dem Ottersweierer Rathaus bereitwillig über die „formale und inhaltliche Ebene“ seiner Arbeit auf. Er spricht von dem Versuch, die Balance zwischen Widersprüchen und Gegensätzen zu finden, ohne sie aufzulösen. Von der Vibration im Spannungsfeld von Einfachheit und Komplexität, um das Interesse der Betrachter dauerhaft zu wecken. Die Skulptur am Rathaus habe er schon vor Jahren als Modell entworfen und erst auf die Zusage der Gemeinde hin in größeren Dimensionen anfertigen lassen, in bewährter Zusammenarbeit mit der Firma Spinner. Grob formuliert handelt es sich um zwei ineinander verschachtelte Würfel. Quadrate bezeichnet der Künstler als „kleines Alphabet meiner skulpturalen Erfindungen“, das Motiv wiederhole sich in vielen seiner Arbeiten. Inhaltlich wolle er zum Ausdruck bringen, dass es bei menschlichen Begegnungen immer einen schwächeren und einen stärkeren Part gebe: „Ein Gleichgewicht zu erreichen und zu halten, ist das Geheimnis unserer gesellschaftlichen Werte.“ Ziel gerade auch einer Demokratie sollte schließlich sein, „dass der Stärkere den Schwächeren nicht vereinnahmt, sondern dass es zu einer gegenseitigen Bereicherung kommt, zu mehr Komplexität und Vielfalt, einer positiven Entwicklung also“.

Wie Pfetzer informiert, kann die Skulptur frühestens nach Ablauf des einjährigen Mietvertrags zwischen Gemeinde und Künstler käuflich erworben werden. Diebstahl oder Vandalismus seien in diesem Fall quasi ausgeschlossen, fügt er lächelnd hinzu: „Es war für den Bauhof angesichts des enormen Gewichts eine ziemliche Herausforderung, dieses Kunstwerk zu transportieren und den Wünschen des Künstlers entsprechend zu installieren.“

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Erstellt:
5. Oktober 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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