„Ottersweier kann Sanierung“

Ottersweier (mf) – Im Gemeinderat Ottersweier waren unter anderem die abgeschlossenen Maßnahmen zur Ortskernsanierung Thema.

Auch eine neue Bushaltestelle ist im Zuge der umfänglichen Sanierungen gebaut worden. Foto: Fuß

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Auch eine neue Bushaltestelle ist im Zuge der umfänglichen Sanierungen gebaut worden. Foto: Fuß

Das eine Buch wird zugeklappt und das nächste schon geöffnet. Der Gemeinderat Ottersweier hat am Montag in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause einen endgültigen Schlussstrich unter die 15-jährige Geschichte der Ortskernsanierung gezogen. Direkt anschließend wurden weitere Schritte für die Städtebauliche Erneuerungsmaßnahme „Hatzenweier“ beschlossen (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite).

Hans-Joachim Reglin von der Stadtentwicklung GmbH (STEG) hatte das Sanierungsvorhaben in Ottersweier seit dem Satzungsbeschluss im Jahr 2006 begleitet. Die förmliche Aufhebung der Satzung zum Sanierungsgebiet gab ihm nun die Möglichkeit, auf die städtebauliche Erfolgsgeschichte zurückzublicken. „Ottersweier kann Sanierung“, lobte Reglin mit Blick auf die Realisierung der zahlreichen privaten und öffentlichen Sanierungsprojekte in der Ortsmitte. Die Tatsache, dass der ursprüngliche Förderrahmen von 2 auf 4,3 Millionen Euro erhöht und die ursprüngliche Laufzeit um insgesamt sechs Jahre verlängert wurde, seien Belege dafür, dass man das auch in Stuttgart wisse. „Nicht jede Gemeinde ist so schnell in der Umsetzung.“

Fraktionen zufrieden mit Realisierung

Eine weitere Verlängerung, die die Verwaltung anvisiert hatte, war dann aber doch nicht mehr drin. Wie berichtet, hat die Gemeinde das Anwesen Lauferstraße 1 gekauft. Gerne hätte man das Gebäude noch mit vorhandenen Fördermitteln in Höhe von rund 55.000 Euro abgerissen. Da dies wegen Fledermausschutz aber erst im Spätjahr möglich ist, hätte der Zeitraum bis dahin verlängert werden müssen. Da war aber vonseiten des Wirtschaftsministeriums Schluss. Die 55.000 Euro werden somit ungenutzt zurückgeben, erklärte Bürgermeister Jürgen Pfetzer, der dies bedauerte, aber dennoch von einer Punktlandung des Sanierungsprogramms sprach.

Die Sanierungsmaßnahmen wurden allesamt mit 60 Prozent vom Land gefördert. Insgesamt hat das Land 2,58 Millionen Euro bezahlt, der Eigenanteil der Gemeinde betrug 1,72 Millionen Euro. Neun private und zwei kommunale Abbruchmaßnahmen (alte Turnhalle und Schlauchturm im alten Feuerwehrhaus) wurden realisiert. 16 private und fünf Gemeindeeinrichtungen wurden erneuert, darunter das Rathaus, der benachbarte Kindergarten, das Gemeindezentrum, die alte Gewerbeschule und das Heimatmuseum. Eine Brücke, Stützmauern, Stellplätze und Gehwege konnten erneuert, Bushaltestellen zusammengeführt werden.

Die Fraktionen zeigten sich durchweg zufrieden mit der Realisierung, die nicht nur eine Neugestaltung ermöglichte, sondern vor allem Wohnraum geschaffen hat. Herta Finkbeiner Schilling (SPD) kritisierte dennoch die Pflaster auf den Gehwegen, die das Gehen für ältere oder gehandicapte Menschen erschwere. Nico Paulus (Grüne) sieht einen Ortskern immer im Veränderungsprozess. Wichtig sei, dass Gemeinde und Anlieger mitgestalteten. Dieter Kohler (FWG) bestätigte, dass das Landesprogramm eine gute Möglichkeit geboten habe, etliche Sanierungen in der Gemeinde anzugehen. Für Linus Maier (CDU) ist die Sanierung eine Win-Win-Situation für Bürger und Gemeinden. „Durch die positive Erfahrung fühlen wir uns bestärkt, in Hatzenweier weiterzumachen“, fügte er an.

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Erstellt:
22. Juli 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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