Leerstände in der Hauptstraße wie seit Jahren nicht mehr

Achern (hei) – Das gab es in Achern schon lange nicht mehr. Aktuell prangen an gleich fünf Ladengeschäften entlang der Hauptstraße „Zu vermieten“-Schilder. Offensichtlich dauert es seine Zeit, bis Vermieter und Mieter schließlich zueinanderfinden (Foto: hei).

Ungewöhnlich viele Leerstände gibt es derzeit entlang der Acherner Hauptstraße. Leere Schaufenster zeigen sich unter anderem im ehemaligen Möbelhaus Koch. Heidinger

Ungewöhnlich viele Leerstände gibt es derzeit entlang der Acherner Hauptstraße. Leere Schaufenster zeigen sich unter anderem im ehemaligen Möbelhaus Koch. Heidinger

Achern (hei) – Das gab es in Achern schon lange nicht mehr. Aktuell prangen an gleich fünf Ladengeschäften entlang der Hauptstraße „Zu vermieten“-Schilder. Offensichtlich dauert es seine Zeit, bis Vermieter und Mieter zueinanderfinden.

Die Neuvermietung von Ladengeschäften ist eine eher langwierige Sache, weiß Philipp Schäfer, Vorsitzender des Einzelhändlerverbunds Achern aktiv. Ist der Interessent zum Beispiel ein Filialist, dann gibt ihm sein Konzern genaue Vorgaben an Verkaufsfläche und Lage, jede Neueröffnung werde genau kalkuliert. Manche öffnen gerne im Herbst, andere im Frühjahr. Muss umgebaut werden? Wenn ja, was davon hat der Vermieter zu stemmen? Schäfer rät, lieber länger zu suchen und dafür einen guten Mieter zu finden. Das bestätigt auch die Stadtverwaltung in einer mit Wirtschaftsförderer Christian Zorn abgestimmten Antwort. Demnach sei es heutzutage zumindest nicht einfacher geworden, passende Mieter zu finden. Wünsche der Mieter stünden nicht immer im Einklang mit den zur Verfügung stehenden Räumen. Und zeitnah Handwerker zu finden, sei auch nicht so einfach.

Mit dem Miller & Monroe, der Buchhandlung am Rathaus, der ARZ-Geschäftsstelle und Möbel Koch stehen derzeit mehrere Ladengeschäfte in Acherns Innenstadt leer. Schon seit Monaten. Deren Lage schätzt die Stadtverwaltung als gut ein, so dass Zuversicht hinsichtlich einer Neuvermietung besteht. Das gute Image des Acherner Einzelhandels stimme die Verwaltung zudem hoffnungsfroh, dass sich weitere Geschäfte und Branchen ansiedeln werden.

Vermutlich werden aber nicht alle fünf Objekte bis zum Frühjahr vermietet sein, zumal bei einigen Objekten noch bauliche Änderungen vorgenommen werden müssten, um den Wünschen der Mieter zu entsprechen.

„Diese Häufung von allein fünf Leerständen ist ungewöhnlich, heißt aber nicht, dass wir ein massives Problem haben“, sagt Philipp Schäfer. Was gerade den Leerstand am Rathausplatz betrifft: Da wünscht sich Schäfer für die Acherner eine Bar mit Außenbereich. Dort sei der perfekte Ort, um den Feierabend zu beginnen. Schließlich wolle man eine lebendige Innenstadt.

Christian Zorns Fachgebiet Wirtschaftsförderung und Liegenschaften erhalte unregelmäßig Anfragen zu Leerständen, heißt es. Diese Nachfragen würden in einer Interessensliste zusammengestellt. Nach Rücksprache mit den Gebäudeeigentümern würden die Kontaktdaten ausgetauscht.

Laut Schäfer könne man Leerstände auch positiv sehen. Sie böten die Chance zur Veränderung, die jede Innenstadt benötige. Bei den beiden leer stehenden großen Kleidergeschäften wäre zum Beispiel vorstellbar, nur das Erdgeschoss zu nutzen.

Bewegung hatte es zuletzt schon im Acherner Einzelhandel gegeben. Fischer-Deko zog von der Oberstadt um ins ehemalige Lederhaus Götz an der Ecke Allerheiligenstraße. Und in deren ehemaliges Geschäft in der Oberstadt zieht nun das Nagel- und Stylingstudio American Nails, das es bisher an der Ecke Stadtgarten/Kirchstraße gibt.

Noch in diesem Jahr will im ehemaligen Sportgeschäft Bieber in der Oberstadt auch endlich der Bio-Supermarkt Menken öffnen, nachdem Einwände eines Nachbarn nun wohl geklärt werden konnten. Eigentlich wollte Menken den Markt bereist zu Jahresbeginn öffnen. Nach Einschätzung der Verwaltung wird ein ergänzender Bedarf bei Sportartikeln, Babysachen, Kinderspielzeug inklusive PC-Spiele, Drogerieprodukten, Bioprodukten und in der Event-Gastronomie gesehen.

Philipp Schäfer erwartet von der Stadtverwaltung die Unterstützung des Einzelhandels. Schließlich gehe es um Arbeitsplätze, um Gewerbesteuereinnahmen und um eine gepflegte Innenstadt.

Deren Attraktivität muss laut Schäfer auch in den nun anstehenden Beratungen zum Masterplan eine gewichtige Rolle spielen. Es gehe dabei nicht nur um Blumenkübel und Laternen.

Leerstände in der Hauptstraße wie seit Jahren nicht mehr

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Erstellt:
10. Oktober 2019, 14:39 Uhr
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