Kultur-Brücke zwischen Schwarzwald und Vogesen

Rheinmünster (ar) – Die Fähre „Drusus“ verbindet seit Jahrzehnten die Menschen links und rechts des Rheins. Ab 7. September wird sie in der Werft in Freistett gewartet.

Die „Drusus“ verbindet die Anlegestellen in Greffern und Drusenheim und überquert in eineinhalb Minuten den Rhein.   Foto: Anne-Rose Gangl

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Die „Drusus“ verbindet die Anlegestellen in Greffern und Drusenheim und überquert in eineinhalb Minuten den Rhein. Foto: Anne-Rose Gangl

Von Anne-Rose Gangl

Fähren haben einen ganz besonderen Zauber, nicht umsonst spielen sie in der Mythologie und in vielen Legenden eine Rolle. Diesen Zauber spüren wir alle an diesem warmen Sommertag, als wir mit der Fähre „Drusus“ von der deutschen Seite nach Frankreich übersetzen und vom französischen Ufer wieder zurück. „Drusus“ verbindet die Menschen, ist für viele die schnellste Verbindung über den Rhein, um zur Arbeitsstelle zu kommen, aber auch für viele das Bindeglied zu ihren Freunden oder dem Lieblingsbäcker. Eine Überfahrt mit der „Drusus“ ist immer wieder ein Erlebnis, das die Menschen entschleunigt. Schnell mal bei Rot noch über die Ampel fahren, das geht bei der Fähre, die den Rheinmünsteraner Ortsteil Greffern mit dem elsässischen Nachbarn Drusenheim verbindet, nicht. Zehn Pkw finden auf der 35 Meter langen und elf Meter breiten Fähre Platz, zudem Radfahrer und Fußgänger. Clément Moebs aus Stattmatten kommt gerade von seiner Arbeitsstelle bei Bosch in Bühlertal und reiht sich mit seinem Auto als Sechster in die Reihe am Anleger in Greffern ein. „Das nächste Mal bin ich mit drauf“, lächelt er, genießt den Feierabend, die warme Sonne und den Wind, der durch die Bäume am Rheinufer weht. „Ich bin hier aufgewachsen, doch mit einem Boot über die Grenzen zu fahren, ist immer wieder etwas Besonderes. Schon am frühen Morgen kann man den Sonnenaufgang genießen“, sagt Moebs. Die Fähre sei eine Kultur-Brücke, die jeder Tourist sehen sollte. Jürgen aus Geroldsau ist mit seinem Freund unterwegs und genießt auf der Fähre das Urlaubsgefühl. „Mit dem Wind heute kommt man sich vor wie am Meer“, sagt er, und schon schlägt die Fährenrampe lautstark am anderen Rheinufer auf. Neue Passagiere rollen und laufen an Bord. „Wann ist die letzte Überfahrt?“, fragt ein Fußgänger den Fährmann. „Heute um 20 Uhr“, sagt Jean-Luc Welsch, der seit sechs Jahren acht bis zehn Stunden am Tag im Schichtdienst die Fähre „Drusus“ lenkt. Er ist beim Departement du Bas-Rhin angestellt. 80 Prozent seiner Tätigkeit umfasst den Fährbetrieb, 20 Prozent arbeitet er in den technischen Betrieben der Straßenmeisterei in Soufflenheim. „Es ist eine interessante Arbeit, man kommt immer mal wieder mit den Menschen auf der Fähre ins Gespräch. Viele Leute kennt man, denn sie benutzen die Fähre jeden Tag zur Arbeit“, sagt der junge Fährmann, der den Navigationsführerschein hat und die Fähre in eineinhalb Minuten über den Rhein lenkt. „Je nach Wind fahren wir mit 15 bis 20 Stundenkilometer“, erklärt er.

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Erstellt:
1. September 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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