Alban-Stolz-Straße: Anwohner sammeln Unterschriften

Bühl (hol) – Die Alban-Stolz-Straße soll umbenannt werden. Doch viele Anwohner wollen das nicht. Eine Initiative hat mehr als 40 Unterschriften gesammelt. Der Gemeinderat entscheidet im Herbst.

Über die Umbenennung nicht begeistert: Gudrun Keemss übergibt Bürgermeister Hubert Schnurr Unterschriften der Anwohner gegen die Pläne der Stadt.  Foto: Bernhard Margull

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Über die Umbenennung nicht begeistert: Gudrun Keemss übergibt Bürgermeister Hubert Schnurr Unterschriften der Anwohner gegen die Pläne der Stadt. Foto: Bernhard Margull

Von Harald Holzmann

Wird aus der Alban-Stolz-Straße im Zentrum der Zwetschgenstadt die Straße der Weißen Rose? Danach sieht es jedenfalls derzeit aus. Nach der Sommerpause wird sich der Gemeinderat mit der Frage des künftigen Straßennamens beschäftigen. Mit der im Januar von dem Gremium beschlossenen Umbenennung der Straße sind aber längst nicht alle Anwohner einverstanden.
Eine von ihnen: BT-Leserin Gudrun Keemss. Sie hat im Namen einer Anwohner-Initiative am Donnerstag eine Liste mit mehr als 40 Unterschriften im Bühler Rathaus abgegeben von Bewohnern der Alban-Stolz-Straße, die sich gegen die geplante Umbenennung wehren. Die Straße heiße nun seit nahezu 100 Jahren Alban-Stolz-Straße, heißt es in einem Begleitschreiben zu der Unterschriftenliste. Der Theologe sei wegen seiner guten Taten geehrt worden. 1994 sei man auf antisemitische Tendenzen von Alban Stolz gestoßen. „Keine Frage, Antisemitismus darf keinerlei Raum gelassen werden. Jedoch muss man auch alles in Relation sehen“, schreiben die Anwohner weiter. Die Frage sei doch: Was hat überwogen? „Und zweifelsfrei hat Alban Stolz auch gute Dinge bewirkt.“ Über diese guten Dinge solle man sich freuen. „Sicher würde man bei vielen Menschen, denen jemals ein Straßenname gewidmet wurde, würde man intensive Nachforschungen in deren Leben betreiben, auch dunkle und bedenkliche Flecken finden“, so die Initiative weiter. „Wir ändern die Vergangenheit nicht und wir können durch Umbenennungen, Vermeidung oder Leugnung auch keine Verbesserung erzielen.“

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Erstellt:
3. Juli 2020, 17:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

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