Die Sterne vom Bühnenhimmel geholt

Lichtenau (ar) – Das Neujahrskonzert der Trachtenkapelle Lichtenau hat am Samstag die Feierlichkeiten zum 110-jährigen Bestehen der Kapelle eröffnet. Erstmals moderierte Marion Simeth durch das Programm, das Dirigent Andreas Rauber zusammengestellt hatte.

Festliches Konzert in der Stadthalle: Timo Kühn interpretiert als Zugabe den „Alphornritt“. Foto: A. Gangl

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Festliches Konzert in der Stadthalle: Timo Kühn interpretiert als Zugabe den „Alphornritt“. Foto: A. Gangl

Zu einem der ganz großen kulturellen Höhepunkte der Stadt gehört das Neujahrskonzert der Trachtenkapelle Lichtenau, zu dem am Samstagabend wiederum Hunderte von Menschen aus der Region strömten. Dirigent Andreas Rauber hatte ein Programm zusammengestellt, das mit auserlesenen Kompositionen und für Blasmusikorchester arrangierten Stücken aufwartete und die Feierlichkeiten zum 110-jährigen Bestehen der Trachtenkapelle eröffnete.

Seit Wochen hatte auch Dominik Schäfer, Dirigent der Jugendkapelle, seine über 30 Jugendlichen auf das Neujahrskonzert vorbereitet, bei dem an diesem Abend die Jungmusikerin Sophie Bayer sowie Marco Burger ihre Konzertpremiere feierten. Premiere war es auch für die charmante Moderatorin Marion Simeth, die informativ und kess durch das Programm führte. Vorsitzender Stephan Fraß freute sich zudem, Gäste vom befreundeten Musikverein aus Lichtenau in Westfalen begrüßen zu dürfen.

Die musikalische Eröffnung des Neujahrskonzertes in der Stadthalle, die sich an diesem Abend ein festliches Konzerthausambiente gab, überbrachte die Jugendkapelle mit der beschwingten sinfonischen Ouvertüre „Ashland Park“ von Ed Huckeby, der sich die spannungsreiche Filmmusik „How to train your Dragon“ von John Powell anschloss. Melodisch und mit kleinen Soli spielten die Jungmusiker die Ballade „See you again“. Beim begeisterten Publikum bedankten sie sich mit der rhythmischen Zugabe „Shut up and Dance“.

Mit ihrem ersten kraftvollen Einsatz zur „Epic Overture“ von Bertrand Moren brachten die rund 50 festlich gekleideten Musiker der Trachtenkapelle die Besucher zum Staunen. Auf höchstem Niveau vorgetragen wurde das von Philip Sparke komponierte Werk „Orient Express“, das Dirigent Andreas Rauber und sein Orchester in ein Opus der Gefühle verwandelten. Technisch versiert waren alle Geräusche des Zuges von der Abfahrt bis zum Bremsen der Lokomotive zu hören. Die nächste feurige Überraschung überbrachte das Trompetenregister, das „Bugler's Holiday“ von Leroy Anderson spielte. Mit dem Konzertmarsch „Graf Mercy Marsch“ von Ernst Hutter präsentierte sich die Trachtenkapelle als hervorragender Interpret klassischer Blasmusik, um gleich nach der Pause mit der feierlichen „Olympic Fanfare“ von Johan Williams zum zweiten Konzertteil einzuladen.

Mit viel Klangfarbe und ausgeprägten Charakteren der verschiedenen Instrumente hatte das „Phantom der Oper“ seinen Auftritt. „Wippen Sie einfach mit“, empfahl Moderatorin Marion Simeth zur Ankündigung der „Lassus Trombone“, die in bestechendem Einklang vom Posaunensatz gespielt wurde.

In Erinnerungen schwelgen durften die Zuhörer beim Medley „The crazy Charleston Era“, das mit originellen Instrumentaleffekten und technischen Raffinessen in den Bann zog. Im Bigband-Sound erklang „Phil Collins Live“ im Saal, bei dem das Schlagzeug-Register eine besondere Überraschung aus dem Hut zauberte. Romantik pur gab es von Julian Lebherz und Sebastian Reck, die mit dem Liebeslied „Bed of Roses“ die Sterne vom Bühnenhimmel holten.

Voller Begeisterung sprangen die Besucher von ihren Stühlen auf und spendeten unaufhörlich stehenden Applaus für die außergewöhnliche Leistung der Trachtenkapelle Lichtenau, die sich lange und intensiv auf dieses Konzert vorbereitet hatte. Das i-Pünktchen als Zugabe setzte Timo Kühn, der auf dem Alphorn den „Alphornritt“ interpretierte. Mit offenen Herzen und dem gefühlvoll aufgespielten Spiritual „Lead me Home“ verabschiedeten sich Musiker und Besucher.

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Erstellt:
7. Januar 2020, 00:00 Uhr
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