DLRG für Sanierung des Grefferner Hallenbads

Rheinmünster/Bühl/Bühlertal (red/nie) – Zur drohenden Schließung des Grefferner Hallenbads meldet sich die Ortsgruppe des DLRG Bühl/Bühlertal zu Wort. Sie hat bei ihrer Argumentation für die Erhaltung vor allem die Schwimmfähigkeit und Ausbildung von Rettern im Blick.

Hallenbad Greffern: Nun nimmt sich auch die Ortsgruppe Bühl/Bühlertal der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) des Themas an. Foto: Margull

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Hallenbad Greffern: Nun nimmt sich auch die Ortsgruppe Bühl/Bühlertal der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) des Themas an. Foto: Margull

Die Ortsgruppe Bühl/Bühlertal der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) meldet sich zur drohenden Schließung des Grefferner Hallenbads (wir berichteten) zu Wort – und vertritt dabei eine ganz klare Meinung: Das Schwimmbad soll saniert und damit erhalten bleiben.

Die Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nimmt immer mehr ab, so beginnt die Argumentation der Ortsgruppe. Die neuesten Zahlen des DLRG-Bundesverbands zeigen: 59 Prozent der Grundschulkinder können nicht sicher schwimmen.

Baggerseen als wichtiges Ausflugsziel im Sommer

In einer Region wie Mittelbaden sei aber das Baden in Baggerseen eine sehr wichtige Freizeitaktivität in den Sommermonaten. Das verdeutliche „den überaus dringenden Handlungsbedarf“, heißt es in der DLRG-Mitteilung. Dann gehen die Verfasser auf die Gegebenheiten in Greffern ein: Im dortigen Hallenbad werden wöchentlich Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Für die qualifizierte Ausbildung kommen die Teilnehmer hauptsächlich aus Rheinmünster, Lichtenau und teilweise Hügelsheim angereist. Über 20 Schwimmanfänger würden im Grefferner Hallenbad pro Jahr das Seepferdchen ablegen, die gleiche Anzahl an Kindern feile regelmäßig in Fortgeschrittenenkursen an der Schwimmtechnik. Zudem besuchten über 30 Kinder und Jugendliche jährlich die Kurse für die Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold. „Daneben gibt es Kurse für die Ausbildung im Rettungsschwimmen sowie eine Rettungssportgruppe, die das Hallenbad regelmäßig für Ihre Trainingseinheiten nutzt“, informiert die DLRG-Ortsgruppe.

Wie berichtet steht es zur Diskussion, ob das Hallenbad erhalten oder geschlossen werden soll. In der Gemeinderatssitzung von Rheinmünster Ende Mai hatte das Gremium bekanntlich gegen die von der Verwaltung vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen gestimmt: Zunächst soll kein Geld für die Erneuerung von Wasserleitungen und Technik für die Duschräume ausgegeben werden – ohne diese Maßnahmen für rund 120000 Euro rückt die Öffnung aber in weite Ferne. Die Mehrheit der Gemeinderäte möchte das Geld nicht ausgeben, sondern auf aktuelle Zahlen in Bezug auf eine Gesamtsanierung warten.

Bürger setzen sich fürs Bad ein

Auch Bürger wurden schon aktiv: Regen Zulauf verzeichnete beispielsweise schnell die Facebookgruppe „Rettet das Hallenbad Greffern“, angedacht ist auch, eine Bürgerinitiative zu gründen.

Für die DLRG, so heißt es in der Mitteilung weiter, stelle sich die Frage, wo die Kinder und Jugendlichen sowie sämtliche Einsatzkräfte zukünftig ausgebildet werden sollen. Ohne die Kurse und den Übungsbetrieb gebe es weniger qualifiziertes Aufsichtspersonal in den Bädern und an bewachten Badeseen, weniger Einsatzkräfte wie Taucher, Strömungsretter oder Bootsführer, welche im Falle einer Alarmierung dem Wasserrettungsdienst zur Verfügung stehen würden.

Langfristig gesehen wäre die DLRG-Einsatztruppe nicht mehr in der Lage, den Wasserrettungsdienst aufrechtzuerhalten, blickt die Ortsgruppe voraus. „Leider konnten Vertreter unserer Ortsgruppe in der Bürgerbefragung des Ortschaftsrates nicht erkennen, dass diese Gesichtspunkte überhaupt thematisiert wurden.“

Um eine gute Schwimm- und Rettungsausbildung anbieten zu können und die Badesicherheit in der Region zu gewährleisten, bedürfe es solcher Ausbildungsstätten wie das Hallenbad in Greffern. „Selbstverständlich ist uns bewusst, dass der Erhalt, der eine dringende Sanierung erfordert, ein finanzieller Kraftakt für eine Kommune darstellt. Jedoch ist es schlichtweg nicht tragbar, dass Kinder und Jugendliche in der Region keine Möglichkeit mehr erhalten, vor Ort schwimmen zu lernen und schwimmen zu dürfen“, appelliert die Ortsgruppe. In der Gemeinderatssitzung von Rheinmünster am Montag, 22. Juni, wird das Thema laut DLRG wieder behandelt.

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Erstellt:
15. Juni 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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