Bühl: Urteil nach Tod im Obdachlosenheim

Bühl (nie) – Das Landgericht sieht es als erwiesen an, dass der Verurteilte, sein Opfer einem Gewalt-Martyrium ausgesetzt hat. Der Angeklagte muss aber nicht hinter Gitter, sondern wird eingewiesen.

Freiheitsstrafe. Aber statt ins Gefängnis geht es für den mutmaßlichen Täter in eine Entzugsanstalt.  Symbolfoto: Marcus Führer/dpa

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Freiheitsstrafe. Aber statt ins Gefängnis geht es für den mutmaßlichen Täter in eine Entzugsanstalt. Symbolfoto: Marcus Führer/dpa

Von Nina Ernst

„Sie sind günstig weggekommen. Nutzen Sie ihre Chance“, appellierte Wolfgang Fischer, Vorsitzender Richter am Landgericht, am Freitag in Richtung des Verurteilten auf der Anklagebank. Fischer verhängte fünf Jahre und zwei Wochen Freiheitsstrafe gegen den 37-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er soll seinen 65-jährigen Mitbewohner im Obdachlosenheim in der Bühler Daimlerstraße umgebracht haben.
Einher damit geht die Verurteilung wegen Diebstahls einer Flasche Jägermeister und eine Geldstrafe wegen Bedrohung. Außer Täter und Opfer war zum Tatzeitpunkt, am Abend es 4. Juni 2020, keiner in der Dachgeschosswohnung anwesend. Freunde des Opfers hatten dieses – teils schluchzend – als eher ruhigen, hilfsbereiten Zeitgenossen, der wenn dann verbal austeilen konnte, beschrieben. Er habe sich so auf die Rente gefreut.

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Erstellt:
29. Januar 2021, 22:00 Uhr
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