BITS: Minus für 2021 wohl geringer als geplant

Bühl (fvo) – Mit einem Defizit von 86.400 Euro plant das Bühler Gründerzentrum BITS fürs Wirtschaftsjahr 2021. Laut Geschäftsführer Jürgen Braun dürfte das Minus allerdings weit geringer ausfallen.

Voll ausgebucht: Das Gründerzentrum BITS hat aktuell alle Räume vermietet.  Foto: Bernhard Margull

© bema

Voll ausgebucht: Das Gründerzentrum BITS hat aktuell alle Räume vermietet. Foto: Bernhard Margull

Von Franz Vollmer

Die Auslastung ist vorbildlich und auch beim Defizit ist Besserung in Sicht. Das sind die Eckdaten bei der turnusgemäßen Zwischenbilanz der Bühler Innovations- und Technologie-Start-Ups GmbH. Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2021, den der Gemeinderat Bühl am Mittwoch einstimmig absegnete, sieht einen Jahresfehlbetrag von 86.400 Euro vor, der aber noch deutlich sinken dürfte. Auch im laufenden Jahr dürfte man das geplante Minus (84.300 Euro) unterschreiten.
„Bei den Einnahmen für 2021 liegen wir etwas höher, bei den Aufwendungen etwas unterm Strich“, so die Bestandsaufnahme von Jürgen Braun, Geschäftsführer der BITS GmbH. Er geht aber davon aus, dass man dank defensiver Kalkulation nicht nur wie in den Vorjahren bei 65.000 Euro einläuft, „sondern wir es wohl schaffen, das geplante Minus zu halbieren“.

Grund hierfür sind nicht zuletzt Abschreibungseffekte, dadurch bedingt, dass die Bankdarlehen vom Kauf des Gebäudes 2003 komplett getilgt sind. Auch bei den Räumen hat er gute Kunde. „Aktuell sind wir komplett belegt.“ Während die Firma Bosch, die bis dato zwei Büros bezog, zu Monatsende rausgeht, ist mit S&C Software und Consulting ein Kandidat neu hinzugekommen, zudem wird die Cestriom GmbH sich räumlich erweitern.

Neue Gesichter gibt es auch im Aufsichtsrat zu vermelden. Prof. Alfons Klönne von der Hochschule KA (Technik und Wirtschaft) sowie Gerd Reime, Geschäftsführer und Gesellschafter beim Sensorspezialisten Picosens, sind neu im Team. Beide als Besetzung „ideal für den Aufsichtsrat“, wie Braun urteilt.

Wirtschaftlich sei die Lage der Start-Ups trotz Corona insgesamt stabil, lediglich bei zwei Unternehmen musste man im Frühjahr kurzzeitig die Mieten stunden. Bei der Infrastruktur ist man laut Braun soweit auf aktuellem Stand (WLAN, Flatscreen), größere Investitionen sind nicht absehbar. Auch die Intensivierung gezielter Werbeaktivitäten, in die schon im Vorjahr 10.000 Euro investiert, werde weiter verfolgt, sie hätten sich bewährt. Dazu gehört auch eine intensivere Vernetzung. Was die wirtschaftliche Entwicklung angeht, seien Prognosen laut Braun natürlich schwierig. Präsenzveranstaltungen fielen ebenfalls coronabedingt aus.

Viel Lob aus dem Gemeinderat

„Trotz Defizit stehen wir zum BITS“, brachte Margret Burget-Behm (CDU) den Tenor im Gemeinderat auf den Punkt. Zustimmung fand nicht nur die Mietstundung, zumal die Einnahmen nicht verloren seien, breites Lob erhielt auch Jürgen Braun selbst für seinen „gewaltigen Einsatz“ (Peter Hirn/ SPD) und seine „engagierte Arbeit“ (Walter Seifermann/ GAL), immerhin ein Ehrenamt. Auch die Kooperationsbemühungen, neuerdings mit Picosens („Maker Space“) und RegioMore, stießen auf positives Echo. Sie würden „erhebliche Möglichkeiten eröffnen“, so Lutz Jäckel (FDP), und hätten Signalwirkung für weitere innovative Unternehmen.

Auch mit der Technologieregion Karlsruhe und dem KIT gebe es laut Braun Kooperationen, vom Austausch mit der Wirtschaftsregion Mittelbaden profitiere man ebenso. Dagegen sieht er Synergieeffekte mit der Wirtschaftsregion Ortenau eher skeptisch. Dort seien bis dato „nur Ansätze, aber keine Projekte“ zu vermelden.

Umbau der Heidelberger Hütte auf Eis

Weiter auf Eis liegt der Umbau der Heidelberger Hütte, die einst mit dem Potenzial als Schulungszentrum erworben wurde. Die Planungskosten von 23.500 Euro sind nur pro forma eingestellt, die Gesamtkosten mit 273.000 Euro veranschlagt. Nicht nur für Walter Seifermann ist das derzeit finanziell außer Reichweite: „Ich denke, davon müssen wir uns erst mal verabschieden“, so sein Blick auf den Haushalt. Auch die Option einer Erweiterung der Kapazitäten im BITS, wie von Johannes Moosheimer (FW) angeregt, ist aktuell „nicht zu empfehlen“. Braun kann sich eher vorstellen, dass man Firmen, die schon länger dabei sind, bei wirtschaftlich stabilerer Lage vorschlägt, umzuziehen und so Raum für Neubewerber zu generieren. Aktuell sei die Nachfrage zu gering, so Braun.

Den „nachhaltigen Erfolg“ des BITS-Modells für die Stadt im Blick zu haben, dafür plädierte Georg Schultheiß (FW), man dürfe nicht nur „Steigbügelhalter für Start-Up-Firmen“ (Hirn) sein. Braun führte hier den Werbeeffekt für die Stadt ins Feld und nicht zuletzt den Wert der Immobilie, die er bei über 600.000 Euro bezifferte.

Zum Artikel

Erstellt:
22. Oktober 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 00sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.