Appenweier setzt auf Ökostrom

Appenweier (red) – Begrünte Dächer, Nachtentlüftung statt energieintensiver Klimaanlage und ein kommunenübergreifendes Mobilitätsnetzwerk – Appenweier versucht seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Ein niedriger Energieverbrauch steht bei den Planungen des Anbaus der Schwarzwaldschule im Fokus.  Foto: Reich

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Ein niedriger Energieverbrauch steht bei den Planungen des Anbaus der Schwarzwaldschule im Fokus. Foto: Reich

Von Katharina Reich

Beim Klimaschutz sind auch Kommunen gefragt. Appenweier bezieht bei allen Projekten seit Längerem den Klimaschutz in die Planungen mit ein. Ein Beispiel hierfür ist der Anbau der Schwarzwaldschule.
Der Anbau ist mit einem Investitionsvolumen von neun Millionen Euro das größte Projekt der Gemeinde Appenweier der vergangenen Jahre. Dabei wurde durchgehend auf klimafreundliche Technik gesetzt.

Dazu gehören ein Gründach und die Nachtentlüftung zur Senkung der Raumtemperatur. Auf eine energieintensive Klimaanlage konnte deshalb verzichtet werden. „Ein sinnvolles Gebäudemanagement aller gemeindlichen Objekte erlaubt ressourcenschonendes Heizen und senkt zugleich den Stromverbrauch“, erklärt Bürgermeister Manuel Tabor. Bei allen Objekten der Gemeinde bezieht Appenweier Ökostrom. Die Straßenbeleuchtung ist seit vielen Jahren auf LED umgestellt. Das spart Strom und CO2. In der Schwarzwaldhalle wurde vor Jahren eine der größten Pelletheizungen Baden-Württembergs eingebaut. Auch die Bürger Appenweiers können etwas für den Klimaschutz tun. Auf dem Dach des Schwarzwaldkindergartens befindet sich eine der ersten Bürgersolaranlagen in der Ortenau. 2008 wurde die Bürgersolaranlage Appenweier GbR gegründet. Drei Jahre später wurde auf dem Gebiet der ehemaligen Bodenaushubdeponie eine 1,9 Hektar große Freiflächensolaranlage gebaut. Die Anlage liefert rechnerisch Strom für etwa 400 Haushalte.

Mitbegründer des Mobilitätsnetzwerks Ortenau

Klimaschutz spielt auch im Bereich Mobilität eine wichtige Rolle. „Verkehr beginnt oder endet nicht an der Gemarkungsgrenze“, betont Manuel Tabor. Appenweier ist daher eine von zehn Kommunen im Ortenaukreis, die im vergangenen Jahr das Mobilitätsnetzwerk Ortenau gegründet haben. Es wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und ist das erste seiner Art in der Bundesrepublik. Ziel des Netzwerks ist es, gemeinsame Lösungen für nachhaltige Ansätze der Mobilität zu finden und großflächig regional umzusetzen. Dazu gehören laut Tabor die dauerhaft bessere Vernetzung der Verkehre, ein schnellerer Wechsel vom Rad in die Bahn oder auch Mitnahmemodelle, wie sie in Großstädten bereits möglich seien.

Eine wichtige Bedeutung für den Klimaschutz sieht Tabor auch im Gemeindewald. 800 Hektar gibt es davon auf Gemarkung Appenweier. „Als Lunge der Welt produzieren Wälder Sauerstoff, binden Kohlendioxid und haben deshalb entscheidenden Einfluss auf das Klima“, erklärt Tabor.

Erkrankter Gemeindewald

Ein Problem sieht der Bürgermeister allerdings im großen Vorkommen von Eschen und Erlen, die derzeit von Krankheiten befallen seien, gegen die es kein Mittel gebe. Enorme 58 Prozent des Baumbestands im Gemeindewald seien von diesen Erkrankungen betroffen.

Appenweier baut daher in einem Generationenvertrag den Wald in den nächsten Jahren sukzessive um. Über zwei Millionen Euro nimmt die Gemeinde dafür in die Hand. Jährlich werden 100 000 Bäume neu gepflanzt.

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Erstellt:
16. April 2020, 14:00 Uhr
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