„Zukunft für Baden-Baden ein Widerspruch in sich“

Baden-Baden (fvo) – Kulturphilosophischer Spaziergang: Wolfram Frietsch spricht in der Serie „Baden-Baden 2050“ über das spezielle Fortschrittspotenzial der Stadt zwischen Tradition und Moderne.

Langsamkeit und Beharrlichkeit als Trumpf: Bei aller Offenheit und allem Hang zur Avantgarde ist es gerade der Wille, sich gegen den Mainstream zu stellen, der auch in Zukunft das Wesen Baden-Badens ausmacht, sagt Wolfram Frietsch. Foto: Franz Vollmer

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Langsamkeit und Beharrlichkeit als Trumpf: Bei aller Offenheit und allem Hang zur Avantgarde ist es gerade der Wille, sich gegen den Mainstream zu stellen, der auch in Zukunft das Wesen Baden-Badens ausmacht, sagt Wolfram Frietsch. Foto: Franz Vollmer

Von Franz Vollmer

Ein Blick über den Tellerrand lohnt immer, vor allem wenn der Teller so überschaubar ist wie der Talkessel in Baden-Baden. Und noch mehr, wenn der Blick nicht ausschließlich technokratisch ausfällt, sondern zum kulturphilosophischen Spaziergang an der Oos gerät wie bei Wolfram Frietsch (58), Vorsitzender der Gesellschaft für angewandte Philosophie Baden-Baden. BT-Redakteur Franz Vollmer sprach mit dem Dozenten (PH Karlsruhe/VHS) und Gymnasiallehrer über das spezifische Zukunfts- und Fortschrittspotenzial der Stadt, Optionen der Mobilität und etwaige Lehren aus der Corona-Krise beim künftigen Zusammenleben.
BT: Herr Frietsch, die Kurstadt lebt in der Regel von ihrer Vergangenheit. Lebt sie auch von der Zukunft?
Wolfram Frietsch: Für Baden-Baden ist Zukunft ein Widerspruch in sich. Das bedarf der Erläuterung. Römische Ruinen ruhen unter ihr, und von oben herab blickt die Ruine des Alten Schlosses auf die Stadt, in der das 19. Jahrhundert omnipräsent ist, und dazu gesellen sich, wie selbstverständlich, Avantgarde und Moderne. Baden-Baden als ein Königsberg zur Zeit Immanuel Kants? Dann doch wohl eher eine Stadt des zeitlichen Nebeneinanders und der kulturphilosophischen Widersprüche. Doch gerade daraus entwickelt sich eine Kraft der stetigen Erneuerung, die Mobilität, Innovation und Beständigkeit bedingt.

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Erstellt:
19. Januar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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