Wildkräuter-Expertin stellt Pflanzen vor

Baden-Baden (red) – Das BT startet eine neue Serie mit Monika Wasel aus dem Rebland, in der einmal pro Woche Pflanzen vorgestellt werden. Die erste Folge beschäftigt sich mit Bärwurz.

Bärwurz gedeiht in der Region unter anderem auf sonnigen Wiesen entlang der Schwarzwaldhochstraße. Fotos: Wasel

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Bärwurz gedeiht in der Region unter anderem auf sonnigen Wiesen entlang der Schwarzwaldhochstraße. Fotos: Wasel

Unter dem Motto „Noch mehr Wildes…“ stellt Wildkräuter- und Heilpflanzen-Expertin Monika Wasel aus dem Baden-Badener Rebland ab sofort einmal pro Woche im BT eine Pflanze vor, die derzeit in der Region gesammelt werden kann. Zum Auftakt der Serie ist Bärwurz (Meum athamanticum) an der Reihe.

Der Bärwurz gehört zu den altehrwürdigen Heilpflanzen in unseren Gefilden. Man findet ihn auf mageren Wiesen und lichten Laubwäldern ab zirka 800 Metern. So muss man sich also mal auf den Weg machen und „aufsteigen“, um Bärwurz ernten zu können. In der Region wächst Bärwurz entlang der Schwarzwaldhochstraße auf sonnigen Wiesen.

Einige kennen Bärwurz als Schnaps, genauer gesagt als Bärwurzschnaps, aber als Kraut in der Küche ist er vielen noch unbekannt. Wegen seines Aromas, das an Liebstöckel, Anis oder Fenchel erinnert, macht sich der Bärwurz gut zum Würzen in der Küche. Der Bärwurzschnaps wird übrigens auch häufig aus dem Alpen-Mutterwurz hergestellt. Wegen der besonderen Wirkung auf den Magen und das Verdauungssystem liegt hier auch das Hauptanwendungsgebiet des Bärwurz’.

Das Wildkraut sollte man allerdings nur ausschließlich dann ernten, wenn man die Pflanze wirklich genau kennt: Es gibt viele giftige Pflanzen, die dem Bärwurz’ ähnlich sehen.

Wenn man die „fiedrigen“ Blätter zwischen den Fingern zerreibt, entweicht Anisaroma. Foto: Wasel

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Wenn man die „fiedrigen“ Blätter zwischen den Fingern zerreibt, entweicht Anisaroma. Foto: Wasel

Ein Merkmal des Bärwurz ist das Anisaroma, das entweicht, wenn man seine „fiedrigen“ Blätter zwischen den Fingern zerreibt. Die kleinen Blättchen (Stengel) sollte man sammeln, wenn sie noch möglichst klein und jung sind. Dann haben sie das beste Aroma und passen frisch verarbeitet gut in Kräuterquark, Kräuterbutter oder man macht (nach der Trocknung) ein Wildkräuter-Salz daraus.

Die Trocknung der Pflanze sollte an einem dunklen, gut gelüfteten Platz stattfinden, am besten bei gleichbleibender Temperatur. Wichtig ist, dem Trocknungsprozess genügend Zeit zu geben, damit sich kein Schimmel bilden kann. Dann wäre alle Mühe vergebens.

Das getrocknete Sammelgut wird nun in einer verschließbaren Dose aufbewahrt, damit die wertvollen ätherischen Öle erhalten bleiben. Bärwurz enthält unter anderem ätherische Öle, Gummi, Harz, Ligustilid, Monoterpene, Kaffeesäuren und Phthalide. Die Sammelzeit ist von April bis August.

Vielfache Nutzungsmöglichkeiten von Tee bis Tinktur

Tee: Dafür sollte man einen Teelöffel getrocknete Bärwurzblätter mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und dann für zehn Minuten ziehen lassen, danach absieben und lauwarm trinken. Der Tee hilft bei Verdauungsproblemen.

Tinktur: Um eine Bärwurz-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Wurzeln des Bärwurz’ in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Obstler, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, lässt diese Mischung verschlossen für vier bis sechs Wochen ziehen, dann abseihen und in dunkle Flaschen abfüllen. Von der Tinktur nimmt man ein- bis dreimal täglich zehn bis 30 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Äußerliche Anwendung: Äußerlich kann man Bärwurz-Tee oder verdünnte Tinktur auch in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung lassen sich Hautkrankheiten lindern.

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Erstellt:
20. Mai 2020, 18:00 Uhr
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